Es brodelt unter Wasser
Private Schwimmschule fühlt sich ungerecht behandelt

Münster -

Am Mittwoch durften Münsters Freibäder wieder öffnen. Hallenbäder sollen, laut aktueller Planung, Ende des Monats nachziehen. Dazu zählt das Ordnungsamt auch die private Schwimmschule „Aqua Maris“. Deren Geschäftsführer, Volker Hakenes, ist fassungslos, mit den städtischen Bädern in eine Schublade gesteckt zu werden.

Samstag, 23.05.2020, 12:00 Uhr
Volker Hakenes sieht seine private Schwimmschule „Aqua Maris“ als Fitnessstudio unter Wasser. Die Stadt sieht das anders.
Volker Hakenes sieht seine private Schwimmschule „Aqua Maris“ als Fitnessstudio unter Wasser. Die Stadt sieht das anders. Foto: Matthias Ahlke

„Es gibt einen großen Unterschied zwischen öffentlichen Schwimmbädern und uns als privater Schwimmschule“, erläutert Hakenes .

Zunächst sei die Kontaktverfolgung in öffentlichen Bädern nicht möglich. In seiner Schwimmschule gebe es hingegen fixe Termine, zu denen wöchentlich ein festgelegter Personenkreis erscheine. Durch die zeitliche Staffelung der Kurse würden sich unterschiedliche Gruppen nie begegnen, erläutert Hakenes. Zudem könne er seine Umkleidekabinen viel gezielter desinfizieren.

"Werden ungerecht behandelt"

Reines Schwimmen sei eh nur ein kleiner Bestandteil des wässrigen Unternehmens. Vielmehr gebe es Kurse zur Rückenstärkung oder Aqua-Cycling-Kurse – also Fahrradfahren unter Wasser. „Das ist wie im Fitnessstudio, nur viel besser, weil wir hier das desinfizierende Medium Wasser haben“, erläutert der Aqua Maris-Geschäftsführer.

Von der Stadt sei er – in einem kurzen Gespräch – zunächst auch auf den Öffnungstermin der Fitnessstudios vertröstet worden.

Nun erklärt die Stadt: „Die Rechtsverordnung verwendet den Terminus „Hallenschwimmbad“ und unterscheidet in diesem Punkt nicht zwischen Schwimmbädern mit und ohne Lehrauftrag oder der Trägerschaft (privat, städtisch).“

Auch Hakenes Argument, er hätte bereits vor Wochen ein Hygienekonzept erstellt, gelte nicht. Denn das Vorliegen eines Hygienekonzepts hebe nicht das generelle Verbot der Landesregierung auf.

Dennoch fühlt sich Volker Hakenes ungerecht behandelt: „Wir haben eine Sonderstellung, von der aber niemand etwas weiß“, erläutert er. Denn das Aqua Maris sei eine der einzigen privaten Schwimmschulen mit eigenen Becken in der Umgebung. Und damit verbunden auch den entsprechenden Kosten. „Ich habe mich auch schon an Herrn Laschet gewandt“, erzählt Hakenes. Doch in der CDU-Zentrale hätte man überhaupt nicht gewusst, dass es private Schwimmschulen mit eigenen Becken gebe.

Hoffnung auf Ende des Monats

Hakenes hofft nun, am Ende des Monats öffnen zu dürfen. Neben finanziellen Sorgen, geht ihm allerdings ein anderer Gedanke nicht aus dem Kopf: „Wir haben einen Lehrauftrag fürs Kinderschwimmen. Ich fürchte, die Ertrinkungszahlen werden im Sommer steigen“.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7419605?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Nachrichten-Ticker