Landesinnenministerium veröffentlicht Liste
Bahnhofsviertel ist ein „gefährlicher Ort“

Münster -

Das Bahnhofsviertel ist ein „gefährlicher Ort“. Dies geht aus einer Liste hervor, die in dieser Woche das Landesinnenministerium veröffentlicht hat. In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Straftaten rund um den Hauptbahnhof stark zugenommen.

Freitag, 29.05.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 01.06.2020, 16:42 Uhr
Mit Razzien geht die Polizei immer wieder gegen Straftäter im Bahnhofsumfeld vor.
Mit Razzien geht die Polizei immer wieder gegen Straftäter im Bahnhofsumfeld vor. Foto: Dirk Anger (Archivbild)

Das Bahnhofsviertel ist ein „gefährlicher Ort“. Das geht aus einer Liste hervor, die jetzt das Düsseldorfer Innenministerium veröffentlicht hat. Danach werden landesweit mehr als 200 Straßen als „gefährlich“ eingestuft – in Münster neben dem gesamten Bahnhofsbereich auch der Park an der Engelenschanze, der Bremer Platz, der Berliner Platz sowie ein Teilbereich der Windthorststraße.

Die Einstufung als „gefährlicher Ort“ bedeute nicht, dass man die genannten Bereiche meiden müsse, betont eine Sprecherin der münsterischen Polizei. Allerdings handele es sich um Bereiche, in denen die Polizei verstärkt tätig sei, weil es eine Häufung von Straftaten gebe. Jede siebte Straftat in Münster wurde im vergangenen Jahr rund um den Hauptbahnhof begangen – laut Polizei rund 3600. Die Palette reichte von gefährlicher Körperverletzung über Raub bis hin zu Drogenhandel. Ziel der Polizei sei es, den Bereich wieder sicher zu machen, so die Behördensprecherin weiter.

„Gefährliche Orte“ in Dortmund, Essen und Köln

Die Liste mit den Straßennamen hatte das Land in dieser Woche veröffentlicht, nachdem der Verfassungsgerichtshof das Land dazu verpflichtet hatte. Die AfD-Landtagsfraktion hatte sich bereits 2017 nach „gefährlichen Orten“ erkundigt, das Land hatte die Herausgabe verweigert. Begründung: Die Anwohner der betroffenen Bereiche würden stigmatisiert. Der Verfassungsgerichtshof stellte indes fest, dass die Sorge vor einer Stigmatisierung dieser Orte nicht die Geheimhaltung rechtfertige. Die Städte mit den meisten gefährlichen Orten in Nordrhein-Westfalen sind Dortmund, Essen und Köln.

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