Cafés und Filialen sind weiterhin geöffnet
Stadtbäckerei steckt im Insolvenzverfahren

Münster -

Die Stadtbäckerei Münster steckt im Insolvenzverfahren. Darüber sind am Dienstagabend die 120 Mitarbeiter informiert worden. Die 19 Café und Filialen sind vorerst weiterhin geöffnet.

Dienstag, 02.06.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 03.06.2020, 15:30 Uhr
Die Stadtbäckerei Münster plant eine Sanierung in Eigenverwaltung. Die knapp 20 Filialen, wie hier an der Salzstraße, bleiben geöffnet und sollen erhalten bleiben.
Die Stadtbäckerei Münster plant eine Sanierung in Eigenverwaltung. Die knapp 20 Filialen, wie hier an der Salzstraße, bleiben geöffnet und sollen erhalten bleiben.

Für die Stadtbäckerei Münster, deren Unternehmensgeschichte auf das Jahr 1746 zurückgeht, ist ein vorläufiges Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung angeordnet worden. Hintergrund sind die nach Unternehmensangaben starken Umsatzrückgänge durch die Covid-19-Pandemie. Die 120 Mitarbeiter aus inzwischen nur noch 19 Filialen, davon 15 in Münster, sind am Dienstagabend in einer Betriebsversammlung informiert worden. Kündigungen seien bislang nicht vorgesehen, hieß es. Die Löhne werden in den kommenden drei Monaten von der Agentur für Arbeit übernommen. Der Geschäftsbetrieb läuft wie gewohnt weiter, auch alle Cafés sind geöffnet, sagt der Generalhandlungsbevollmächtigte, Rechtsanwalt Daniel F. Fritz aus Frankfurt. Es bleibe vorerst bei 19 Filialen.

Erhalt des Betriebs als Ziel

Das Amtsgericht Münster hatte dem Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung am vergangenen Freitag zugestimmt. Danach wird die Geschäftsleitung unterstützt von der erfahrenen Wirtschaftskanzlei Dentons und dem Generalhandlungsbevollmächtigten Fritz, die in Zusammenarbeit mit dem zum Sachverwalter bestellten münsterischen Rechtsanwalt Stephan Michels die Sanierung vorantreiben.

Ziel sei es, das in Münster verwurzelte Unternehmen mit allen Mitarbeitern zu erhalten, wird betont. Gelingen soll dies durch den Einstieg neuer Investoren.

Die Familie Limberg hatte die Stadtbäckerei endgültig im Jahr 2018 an die ­„Küchenflört GmbH“ aus Osnabrück verkauft. Das Unternehmen war bereits zwei Jahre zuvor mit 60 Prozent der Firmenanteile eingestiegen. Damals hatte die Stadtbäckerei über 20 Filialen und rund 250 Beschäftigte. Zu Beginn des vergangenen Jahres hatte die damals neue Geschäftsführung den Produktionsbetrieb im Gewerbegebiet am Schleebrüggenkamp eingestellt. Knapp 30 Mitarbeiter verloren ihren Arbeitsplatz. Mit der Produktion wurde „Essmanns Backstube“ beauftragt.

Sanierung schon im Jahr 2019

Eine 2019 durchgeführte Sanierung, in deren Zuge Filialen geschlossen wurden, habe nach Unternehmensangaben erste Früchte getragen. Doch die Umsatzeingänge aufgrund der Corona-Krise erfordern nun eine erneute Sanierung.

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