SPD plädiert für riesiges Baugebiet entlang der Umgehungsstraße
6000 Wohnungen am Kanal

Münster -

Die Stadt denkt über 2000 neue Wohnungen auf der Ostseite des Dortmund-Ems-Kanals nach, bei der SPD sind es 6000 Wohnungen. Am Mittwoch wurde das Konzept, mit dem die SPD in den Wahlkampf ziehen möchte, der Presse vorgestellt.

Mittwoch, 10.06.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 14.06.2020, 11:14 Uhr
SPD-Oberbürgermeisterkandidat Dr. Michael Jung (r.)
SPD-Oberbürgermeisterkandidat Dr. Michael Jung (r.) Foto: kb

Nicht kleckern, sondern klotzen! Nach diesem Motto reagierte die SPD-Ratsfraktion am Mittwoch auf den Vorschlag der Stadtverwaltung, das Areal entlang der Theodor-Scheiwe-Straße zu überplanen.

Der SPD-Oberbürgermeisterkandidat Dr. Michael Jung und Ratsherr Mathias Kersting präsentierten einen eigenen, weitaus größeren Vorschlag: Das gesamte Gelände zwischen dem Dortmund-Ems-Kanal und der Umgehungsstraße können sie sich als neues Baugebiet vorstellen. Im Norden würde das Quartier bis zur Wolbecker Straße reichen, im Süden bis zum Albersloher Weg.

Ruf nach neuem Stadtteil

Während die Stadtverwaltung mit 2000 neuen Wohnungen auf der Ostseite des Kanals rechnet, peilt die SPD 6000 neue Wohnungen an. „Wir brauchen einen neuen Stadtteil“, so Jung, „2000 Wohnungen reichen da nicht.“

Der Vorschlag, den die SPD in Antragsform gießen und auch in ihr Wahlprogramm für den September packen möchte, hätte weitreichende städtebauliche Folgen. Die SPD will unter anderem die Flächen überplanen, auf denen sich heute die Baumärkte Bauhaus und Lignum befinden, auch die Kleingärtner im Bereich Lütkenbecker Weg müssten umziehen. Für Letztere sollen am Fernsehturm Ersatzflächen geschaffen werden. Der mitten im überplanten Areal angesiedelte Sportverein Saxonia könnte bleiben.

Für den nördlichen Teil des neuen Stadtteils – also die Fläche zwischen August- Schepers-Straße und Umgehungsstraße – plant die SPD eine Erschließung über die Wolbecker Straße. Dies wäre ein durchaus sensibler Punkt, da sich in unmittelbarer Nähe bereits die Auffahrt zur Umgehungsstraße befindet. Um den Autoverkehr zu minimieren, liebäugelt die SPD mit autofreien oder autoarmen Siedlungen.

30 Prozent Sozialwohnungen

Auch hinsichtlich des Wohnangebotes in dem neuen Stadtteil unterbreitet die SPD konkrete Vorstellungen: 30 Prozent Sozialwohnungen, weitere 30 Prozent mit einer Höchstmiete, die bei neun Euro je Quadratmeter liegen soll, die restlichen 40 Prozent könnten als frei finanzierte Wohnungen an den Markt gehen.

Die SPD möchte, dass die Stadt das gesamte, 50 Hektar große Areal erwirbt und auf Erbpachtbasis bebauen lässt.

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