Prozess um zweifachen Kokain-Verkauf
Hat ein Drogen-Scheinkäufer die Polizei hinters Licht geführt?

Münster -

Vor dem Landgericht Münster wird aktuell zwei Männern wegen des illegalen Verkaufs von Kokain der Prozess gemacht. Die Polizei war ihnen durch einen Scheinkäufer auf die Schliche gekommen. Allerdings hat dieser Scheinkäufer eventuell selbst die Polizei hinters Licht geführt.

Mittwoch, 10.06.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 14.06.2020, 11:14 Uhr
Prozess um zweifachen Kokain-Verkauf: Hat ein Drogen-Scheinkäufer die Polizei hinters Licht geführt?

Vor dem Landgericht Münster müssen sich aktuell ein 24-jähriger Mann aus Sassenberg und ein 27 Jahre alter Münsteraner wegen illegaler Drogengeschäfte verantworten. Die Polizei war auf die beiden aufmerksam geworden, weil sie einem durch die Polizei engagierten Scheinkäufer Anfang und Mitte Februar Kokain verkauft hatten.

Bei der Wohnungsdurchsuchung nach dem zweiten Scheinkauf, wo die beiden angetroffen und festgenommen wurden, fanden die Beamten zudem große Mengen an Marihuana, Amphetaminen, 3200 Euro in dealertypischen Stückelungen, Utensilien zur Drogenportionierung sowie eine Machete und mehrere Messer. Der als Zeuge befragte Ermittler der Polizei vermutet hinter den Beiden einen größeren holländischen Dealer-Ring.

Identifikation ist unbrauchbar

Der erste Drogenverkauf soll in einer Hochhaus-Wohnung in Hiltrup sowie im Hof davor stattgefunden haben, wobei der Münsteraner dort die Drogen überreicht haben soll. Der zweite Drogenverkauf, bei dem der Sassenberger die Drogen übergab, soll in der Wohnung des Münsteraners stattgefunden haben, die im selben Hochhauskomplex liegt.

Die Verteidigerin des Münsteraners zweifelt an, dass dieser für den ersten Drogenverkauf zuständig ist. Der Scheinkäufer solle ihn zwar per Foto identifiziert haben, diese Identifikation sei jedoch durch die Polizei falsch durchgeführt worden und daher unbrauchbar.

Abseits davon könnte der Polizei Münster weiteres Ungemach drohen: Der 24-Jährige versichert laut seinem Verteidigers, er habe an den Scheinkäufer mehr Kokain sowie Heroin verkauft als der Scheinkäufer – der selbst drogenabhängig und im Drogenmilieu aktiv ist – an die Polizei aushändigte.

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