Grundstücksmarktbericht 2020
Wohneigentum in Münster immer teurer

Münster -

Wer in Münster eine Immobilie kaufen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Die Preise haben im vergangenen Jahr weiter zugelegt. Nicht die einzige Erkenntnis, die der „Grundstücksmarktbericht 2020“ für die Stadt Münster zutage fördert.

Montag, 15.06.2020, 06:40 Uhr aktualisiert: 15.06.2020, 10:59 Uhr
Grundstücksmarktbericht 2020: Wohneigentum in Münster immer teurer
Die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen sind seit 2010 in die Höhe geschnellt. Foto: Lisa Stetzkamp

Die Immobilienpreise in Münster haben im vergangenen Jahr weiter zugelegt. So mussten für Eigentumswohnungen im Zentrum im Schnitt 4756 Euro pro Quadratmeter bezahlt werden – fast 1000 Euro mehr als im Jahr zuvor und mehr als doppelt so viel wie 2010. Auch in den Stadtteilen haben sich die Preise für Eigentumswohnungen im Zehn-Jahres-Vergleich mehr als verdoppelt. Dies geht aus dem „Grundstücksmarktbericht 2020“ für die Stadt Münster hervor, der jetzt veröffentlicht worden ist.

Neuer Rekord

Insgesamt wechselten im vergangenen Jahr mehr als 2600 Grundstücke oder Immobilien den Besitzer. Die Kaufpreissumme erreichte mit mehr als 1,3 Milliarden Euro einen neuen Rekord.

210 Grundstücke wurden für den individuellen Wohnungsbau veräußert – etwa so viele wie im Jahr zuvor. Knapp die Hälfte dieser Grundstücke war zuvor im Besitz der Stadt. Wie stark sich die Grundstückspreise verteuert haben, zeigt dieser Vergleich: 2010 erbrachte der Verkauf von knapp 23 Hektar baureifer Wohnbaufläche 51,3 Millionen Euro – 2019 wurden lediglich 8,5 Hektar Bauland verkauft, die Kaufpreissumme lag gleichwohl bei 46,1 Millionen Euro.

Die meisten unbebauten Grundstücke wurden 2019 in Wolbeck verkauft (48) – wie bereits 2017 und 2018. Bei frei stehenden Häusern hat sich der Trend zu immer kleineren Grundstücken fortgesetzt. 1975 lag die durchschnittliche Grundstücksfläche noch bei 800 Quadratmeter, 2019 unter 600 Quadratmeter.

2019 wechselten außerdem 680 Ein- und Zwei-Familienhäuser den Eigentümer. Die Preise für Einfamilienhäuser legten laut Grundstücksmarktbericht im Vorjahresvergleich um vier Prozent zu, für Mehrfamilienhäuser um drei Prozent. Die Kaufpreissumme lag bei 330 Millionen Euro.

Quadratmeterpreise binnen zehn Jahren verdoppelt

Auch 1400 Wohnungen bekamen im vergangenen Jahr einen neuen Besitzer, die Kaufpreissumme schoss gegenüber dem Vorjahr um rund 30 Prozent auf 350 Millionen Euro nach oben. Bei Neubauten stiegen die Kaufpreise um drei Prozent, bei gebrauchten Eigentumswohnungen um zwölf Prozent, in den Stadtteilen zum Teil noch stärker. Die meisten Kaufverträge wurden in Hiltrup abgeschlossen, gefolgt von Kinderhaus. In der Innenstadt stiegen die Quadratmeterpreise bei gebrauchten Eigentumswohnungen binnen zehn Jahren von 2225 auf 4756 Euro, in zentrumsnahen Bereichen von 2001 auf 4114 Euro und in den äußeren Stadtteilen von 1045 auf 2281 Euro.

Immobilienpreise legen weiter zu

Insgesamt wechselte im vergangenen Jahr fast ein Prozent des Stadtgebietes den Besitzer. Die Hälfte der Grundstücke sowie ein Drittel der Wohnungen wurde von münsterischen Privatpersonen oder Unternehmen verkauft, bei jedem siebten Immobiliengeschäft waren weder Käufer noch Verkäufer aus Münster.

In den ersten Monaten des Jahres 2020 haben die Immobilienpreise weiter zugelegt, bei Wohnungen um etwa zehn Prozent, berichtet die Stadt. Ob und wie sich die Corona-Krise auswirken wird, sei zum aktuellen Zeitpunkt noch unklar.

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