Coerde im Fokus der Veranstaltungsreihe
„Münster vor Ort“ startet wieder

Münster -

Wegen des Coronavirus mussten die „Münster vor Ort“-Touren einige Male ausfallen, doch in dieser Woche geht es wieder los. Dabei geht es nach Coerde, einem Stadtteil, der eine junge, aber dennoch interessante Historie hat.

Dienstag, 16.06.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 16.06.2020, 15:32 Uhr
Teil von Coerde: Die Andreaskirche (1970-82) an der Breslauer Straße in neuem Umfeld.
Teil von Coerde: Die Andreaskirche (1970-82) an der Breslauer Straße in neuem Umfeld. Foto: Stefan Rethfeld

Am kommenden Wochenende finden nach längerer Pause wieder Touren der Veranstaltungsreihe „Münster vor Ort“ statt. In vier Thementouren führen sie von Juni bis September monatsweise vom Norden kommend in das Zentrum der Stadt. Zum Auftakt laden die Touren nach Coerde ein, es folgen über den Sommer die Gebiete Rumphorst, Blitzdorf und Hörstertor. 

Der Stadtteil Coerde weiß besonders zu überraschen. Gilt er doch als erster neu geplanter Stadtteil in Münster nach 1945. Bei einem ambitionierten Städtebau-Wettbewerb 1958 konnten sich seinerzeit die jungen Architekten Ewald Baumeister , Dieter G. Baumewerd und Heinz Esser durchsetzen. Ihre Idee bildete sodann die Grundlage für eine neue „Wohnstadt“ im Grünen. Von ihnen stammte auch die Idee eines getrennten Wegesystems, das noch heute erlebbar ist. Ein äußerer Straßenring für den Autoverkehr und eine zentrale Grünachse mit Wohnwegen für die Fußgänger. Inmitten ein Zentrum, an dem öffentliche Einrichtungen, darunter die beiden Kirchen sowie Läden und Geschäfte anliegen.

Verschiedene Entwicklungsschübe

Auch sahen sie verschiedene Wohnformen vor: Von eingeschossigen Wohnbungalows über Reihen- und Appartementhäuser bis zu zwölfgeschossigen Wohnhochhäusern am Siedlungsrand. Nicht alles wurde von der Wohnungswirtschaft umgesetzt. Gleichwohl wurde Coerde in den Jahren 1964 bis 1970 als Demonstrativbauvorhaben des Landes Nordrhein-Westfalen geführt.

Der Rundgang wird verschiedene Entwicklungsschübe in Coerde vorstellen – und auch die aktuellen Pläne zur Weiterentwicklung des Stadtteils erörtern. Gezeigt werden Potenzialflächen, ungewöhnliche Neubauten, vergessene Seen und nicht zuletzt – ein buntes Stadtteilleben.

Touren werden nachgeholt

 Die Tickets für die dreieinhalbstündige Tour unter der Leitung des Architekten und Autoren („Architekturführer Münster“) Stefan Rethfeld am Freitag (19. Juni) um 15 Uhr sowie am Samstag (20. Juni) um 11 Uhr und am Sonntag (21. Juni) um 11 Uhr (Wiederholung) sind im WN-Ticket-Shop, Prinzipalmarkt 13 erhältlich. Treffpunkt ist der Hamannplatz in Coerde.

In den Folgemonaten werden die seit März entfallenen Touren nachgeholt: Blitzdorf (10.-12. Juli), Rumphorst (21.-23. August) und Hörstertor (18.-20. September).

Bereits erworbene Tickets sind entsprechend den Thementouren übertragbar und behalten ihre Gültigkeit. Neue Tickets sind ab sofort im WN-Ticket-Shop erhältlich.

Eine Maskenpflicht entfällt laut Veranstalter, da die Touren unter freiem Himmel stattfinden.

 

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