Wahlprogramm der Grünen
OB-Kandidat Todeskino setzt auf klare Ziele - und attackiert Lewe

Münster -

Die Grünen machen den Anfang im Kommunalwahlkampf: Ab dem Wochenende sollen ihre Wahlplakate in Münster zu sehen sein. Oberbürgermeisterkandidat Peter Todeskino nannte jetzt seine ehrgeizigen Wahlziele.

Freitag, 19.06.2020, 21:00 Uhr
Dieses Plakat mit dem grünen Oberbürgermeisterkandidaten wird ab sofort im Straßenbild zu sehen sein. Peter Todeskino strebt den Chefposten im Rathaus an.
Dieses Plakat mit dem grünen Oberbürgermeisterkandidaten wird ab sofort im Straßenbild zu sehen sein. Peter Todeskino strebt den Chefposten im Rathaus an. Foto: Matthias Ahlke

„Die Führungskultur in der Stadtverwaltung ist nicht auf die Umsetzung ausgerichtet. Wir müssen weg von der Konzeptionitis und hin zum Doing.“

In seinem ersten großen Pressegespräch als Oberbürgermeisterkandidat der Grünen benutze Peter Todeskino das Wort „Machen“ außergewöhnlich oft. Damit war klar, wo er aktuell das größte Defizit bei der Stadt Münster sieht – und dass er sich bevorzugt am Amtsinhaber Markus Lewe abarbeiten möchte, dem er vorhielt, dass die Stadtverwaltung unter seiner Leitung „gelähmt“ sei.

Autofreie Innenstadt, weniger Straßenausbau

Zugleich nutzte er aber auch die Möglichkeit, jene grünen Positionen zu betonen, bei denen er weiß, dass der Bündnispartner CDU die Sache womöglich anders sieht. Als da wären: Autofreie Innenstadt, Umwandlung der öffentlichen Parkhäuser in Quartiersparkhäuser, keine Nordumgehung in Roxel, kein Ausbau der Eschstraße in Wolbeck, kein Ausbau der Bundesstraße 51 nach Telgte, Null-Energie-Standard bei städtischen Neubauten, eine Stadtwerke-Offensive für Solaranlagen auf Dächern und neue Windräder.

Auch atmosphärisch sieht Todeskino keinen Grund, die CDU im Wahlkampf zu schonen. „Die CDU geht nicht zimperlich mit uns um“, spielt Todeskino auf Äußerungen des CDU-Vorsitzenden Hendrik Grau an.

Ehrgeizige Wahlziele

Was die Wahlziele betrifft, so strotzte der Grüne vor Ehrgeiz: Todeskino möchte Oberbürgermeister werden, am besten schon im ersten Wahlgang, die Grünen wollen stärkste Fraktion werden. Zugleich lehnte der Kandidat jede Koalitionsaussage ab. Er werde sich nach der Kommunalwahl festlegen, mit wem man regieren wolle (wenn es das Ergebnis hergibt).

Der formelle Grund, weswegen Todeskino am Freitagmorgen zum Pressegespräch einlud, bestand darin, dass die Grünen an diesem Wochenende – als erste Partei – ihre Kandidaten auf großflächigen Plakaten im Stadtgebiet präsentieren wollen. Todeskino räumte ein, dass sein Bekanntheitsgrad in der Stadt – gemessen an den Werten des Oberbürgermeisters – noch zu niedrig sei. Und (nicht ganz ernst gemeint) möchte er mit seinem Konterfei den Münsteranern auch einen (nicht-politischen) Grund nennen, ihn und nicht Lewe zu wählen: „Ich bin schöner.“

„Ich bin schöner“

Sodann wurde der langjährige hauptamtliche Bürgermeister der Stadt Kiel wieder politisch und verkündete, dass die Stadt Münster unter Regie auch weiter Schulen und Kitas bauen würde. Wegen begrenzter personeller und finanzieller Ressourcen indes kämen Preußen-Stadion und Musik-Campus „auf den Prüfstand“.

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