Nach Corona-Ausbruch bei Tönnies
Münster erweitert die Maskenpflicht

Münster -

Nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies gilt für die Kreise Gütersloh und Warendorf ein erneuter Lockdown. Auch die Stadt Münster reagiert auf das Infektionsgeschehen: Ab Mittwoch wird die Maskenpflicht ausgeweitet. 

Dienstag, 23.06.2020, 17:45 Uhr aktualisiert: 23.06.2020, 18:11 Uhr
Nach Corona-Ausbruch bei Tönnies: Münster erweitert die Maskenpflicht
Foto: dpa (Symbolbild)

Die Stadt Münster reagiert auf die dramatische Corona-Entwicklung in den Nachbarkreisen Gütersloh und Warendorf mit neuen Regeln zur Maskenpflicht: Wer aus dem Großraum Gütersloh und Warendorf kommend Münster besucht,  ist ab morgen (Mittwoch, 24. Juni) im öffentlichen Raum und am Arbeitsplatz im gesamten Stadtgebiet zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtet. Das hat die Stadt am Dienstagnachmittag mitgeteilt.

Jedenfalls dann, wenn er oder sie den Mindestabstand von 1,50 Meter zu anderen Menschen nicht sicher und durchgehend gewährleisten kann. Konkret betroffen von der per Allgemeinverfügung der Stadt Münster angeordneten Maskenpflicht sind Personen mit Wohnsitz im gesamten Kreis Gütersloh und im gesamten Kreis Warendorf.

Berufspendler müssen Maske tragen

Ebenso sind solche Personen im Stadtgebiet Münster zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes bzw. Einhalten des Mindestabstandes verpflichtet, die in Münster wohnen und sich regelmäßig im Raum Gütersloh und Warendorf als Berufspendler aufhalten. Die Maßnahmen sollen von morgen an (Mittwoch, 24. Juni) bis zum 1. Juli 2020 gelten.

Was ist in den Kreisen Warendorf und Gütersloh noch erlaubt?

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  • In den Kreisen Gütersloh und Warendorf gibt es angesichts von mehr als 1500 infizierten Arbeitern beim Schlachtbetrieb Tönnies einen regionalen Lockdown. Was bedeutet das für die über 600.000 Menschen, die dort leben?

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  • LOCKDOWN: Die Kontaktbeschränkungen vom März 2020 treten laut der Coronaregionalverordnung ( pdf) um Mitternacht (Mittwoch, 24. Juni 2020) wieder in Kraft. Die Maßnahmen gelten laut Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet bis zum 30. Juni 2020. 

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  • TREFFEN: Diese Beschränkungen schreiben vor, dass sich nur Menschen aus einer Familie oder einem Hausstand in der Öffentlichkeit zusammen aufhalten dürfen. Treffen dürfen sich auch zwei Personen, die weder der Familie angehören noch zusammen leben. Damit sind auch die anderswo wieder erlaubten Feiern mit bis zu 50 Personen bei Anlässen wie Hochzeit, Taufe, Geburtstag verboten, genau wie Schulentlassfeiern.

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  • FREIZEIT: Bis zum 30. Juni sind wieder viele Kulturveranstaltungen sowie Sport in geschlossenen Räumen verboten. Fitnessstudios werden ebenso geschlossen wie Kinos und Indoorspielplätze und Schwimmbäder. Picknicken und Grillen im öffentlichen Raum sind untersagt.

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  • GASTRONOMIE: Der Betrieb von Bars und die Bewirtung an Theken in Gaststätten ist verboten. Restaurants dürfen unter Auflagen geöffnet bleiben. Es dürfen maximal zwei Personen oder alternativ eine Familie an einem Tisch sitzen. 

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  • SCHULEN UND KITAS: Bereits seit dem 17. Juni sind zumindest die Schulen und Kitas im Kreis Gütersloh wieder geschlossen. Im Kreis Warendorf werden Schulen und Kitas ab Donnerstag geschlossen.

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  • FERIEN: Am Freitag ist der letzte Schultag in NRW. Laschet erklärte, der Lockdown bedeute kein Ausreiseverbot in den beginnenden Sommerferien. Er appellierte aber an die Betroffenen, den Kreis nicht zu verlassen. Allerdings hat Bayern ein Beherbergungsverbot für Gäste aus Landkreisen ausgesprochen, in denen die Zahl der Neuinfektionen in den zurückliegenden sieben Tagen bei mehr als 50 pro 100.000 Einwohner liegt - also Gütersloh und Warendorf. Es sei denn, die Urlauber können einen aktuellen negativen Coronatest vorlegen.

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  • QUARANTÄNE: Rund 7000 Tönnies-Mitarbeiter stehen mit ihren Familien unter Quarantäne, die auch von der Polizei überwacht wird. Das Zentrum des Corona-Ausbruchs liegt Laschet zufolge in der Fleischzerteilung des Unternehmens.

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  • TESTS: Alle Bürgerinnen und Bürger der Kreise Gütersloh und Warendorf sollen die Möglichkeit erhalten, kostenlos einen Test durchführen zu lassen - in speziellen Test-Zentren oder beim Hausarzt. Die Bevölkerung soll durch Lautsprecherdurchsagen zur Testung aufgerufen werden.

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  • GESCHÄFTE: Güterslohs Landrat Sven-Georg Adenauer verweist darauf, dass die Einschränkungen weniger umfangreich seien als im März. „Ich bin froh, dass zum Bespiel die Geschäfte weiter geöffnet bleiben dürfen″, sagte Adenauer.  „Viele Dinge, an die wir uns wieder gewöhnt haben, bleiben uns erhalten”, richtete er einen Appell an die Bewohner seines Landkreises, sich an die neuen Regeln zu halten.

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Wolfgang Heuer , Leiter des Corona-Krisenstabes der Stadt Münster: "Die Corona-Pandemie breitet sich in unserer Nachbarschaft mit erschreckender Geschwindigkeit aus. Die jetzt beschlossene Maßnahme dient nur einem Zweck: die Ausbreitung des Virus zu begrenzen." Binnen weniger Tage wurden ausgehend von einem Fleischbetrieb der Firma Tönnies über 1500 Neuinfektionen mit dem gefährlichen Corona-Virus gezählt. Der betroffene Großraum gilt derzeit als einer der bundesweit gefährlichsten Corona-Hotspots überhaupt.

Wir versuchen unseren Nachbarn zu helfen, wo wir können.

Oberbürgermeister Markus Lewe

Der  Krisenstab der Stadt Münster, der wegen der beruhigten Lage in Münster vor 14 Tagen aufgelöst worden war, kam heute im Stadtweinhaus wieder zusammen. Eine weitere Sitzung ist am kommenden Donnerstag geplant. Dann wird auch darüber entschieden, ob der Krisenstab wieder regelmäßig die Arbeit aufnehmen  muss. Oberbürgermeister Markus Lewe sagte bei der Eröffnung der heutigen Sitzung: "Wir versuchen unseren Nachbarn zu helfen, wo wir können."

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Stadt bietet Testkapazitäten an

Die Stadt Münster hat bereits unter anderem so genannte Infektionsscouts und Dolmetscher zur Unterstützung angeboten und hält Corona-Testkapazitäten bereit. Infektionsscouts identifizieren Kontaktpersonen von Infizierten und helfen so, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Lewe: "Noch haben wir in Münster keine Auffälligkeiten, aber die noch lokal begrenzte neue Corona-Welle im Kreis Gütersloh und Teilen des Kreises Warendorf kann jederzeit nach Münster überschwappen. Deshalb ist es richtig, den Krisenstab genau jetzt zu reaktivieren." Die Sorglosigkeit, mit der sich größere Personengruppen bei den derzeitigen sommerlichen Temperaturen ohne Vorsicht gerne etwa an Freizeitgewässern oder in der münsterischen Altstadt träfen, sei "immer noch fahrlässig", so Lewe.

"Abstand, Masken und Hygiene"

Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer mahnt: "Wir hatten in Münster zuletzt ein sehr günstiges Infektionsgeschehen und sehen seit Tagen keine neuen Corona-Patienten mehr. Es muss aber verstanden werden, dass unsere vergleichsweise glückliche Lage eine Folge von restriktiven Schutzmaßnahmen und diszipliniertem Verhalten ist." Solange es keinen Impfstoff gegen das Corona-Virus gebe,  seien "Abstand, Masken und Hygiene die einzigen Möglichkeiten, sich und andere vor dem Virus zu schützen", so Heuer.    

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