Klinik-Patienten aus dem Kreis Warendorf
Nur nach Test ins Krankenhaus

Münster -

Wer aktuell als Anwohner aus den Landkreisen Warendorf und Gütersloh einen Termin in einem münsterischen Krankenhaus hat, muss mit Einschränkungen rechnen. Notfälle werden jedoch immer aufgenommen.

Donnerstag, 25.06.2020, 20:00 Uhr
Das Universitätsklinikum Münster
Das Universitätsklinikum Münster Foto: UKM

Auch als Patienten in den münsterischen Krankenhäusern müssen Anwohner der Landkreise Gütersloh und Warendorf jetzt Einschränkungen in Kauf nehmen. So beschwerte sich eine Leserin unserer Zeitung aus Everswinkel im Lockdown-Kreis Warendorf, dass sie ihren vereinbarten Termin für eine Behandlung im Universitätsklinikum nun nicht wahrnehmen könne.

Das stimmt nicht ganz, wie eine Sprecherin des UKM betont: Notfallpatienten werden unabhängig von ihrem Wohnort behandelt, ebenso wie in den anderen großen Krankenhäusern. Ambulante Patienten oder stationäre einem Termin für einen geplanten Eingriff können nur behandelt werden, wenn sie mit einem aktuellen Corona-Test nachweisen, dass sie nicht infiziert sind.

Tests erfolgen im Krankenhaus

Patienten des UKM wird empfohlen, dafür die dortige Teststation in Anspruch zu nehmen. „Das Ergebnis liegt innerhalb kurzer Zeit vor“, so Sprecherin Marion Zahr. In den betroffenen Landkreisen dauere die Analyse wegen des großen Andrangs derzeit womöglich länger. Auch im Franziskus-, im Clemens-Hospital und in der Raphaelsklinik werden Patienten mit geplanten Eingriffen vor ihrem Termin im Krankenhaus getestet.

Im Herz-Jesu-Krankenhaus Hiltrup werden nur jene Bewohner der Landkreise nicht empfangen, die aus Haushalten von Mitarbeitern der Firma Tönnies kommen. Auch Mitarbeiter der Krankenhäuser mit Wohnsitz in den Lockdown-Kreisen werden nun wieder auf das Virus getestet. Allein am UKM arbeiten 560 Menschen aus dem Kreis Warendorf.

Was ist in den Kreisen Warendorf und Gütersloh noch erlaubt?

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  • In den Kreisen Gütersloh und Warendorf gibt es angesichts von mehr als 1500 infizierten Arbeitern beim Schlachtbetrieb Tönnies einen regionalen Lockdown. Was bedeutet das für die über 600.000 Menschen, die dort leben?

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  • LOCKDOWN: Die Kontaktbeschränkungen vom März 2020 treten laut der Coronaregionalverordnung ( pdf) um Mitternacht (Mittwoch, 24. Juni 2020) wieder in Kraft. Die Maßnahmen gelten laut Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet bis zum 30. Juni 2020. 

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  • TREFFEN: Diese Beschränkungen schreiben vor, dass sich nur Menschen aus einer Familie oder einem Hausstand in der Öffentlichkeit zusammen aufhalten dürfen. Treffen dürfen sich auch zwei Personen, die weder der Familie angehören noch zusammen leben. Damit sind auch die anderswo wieder erlaubten Feiern mit bis zu 50 Personen bei Anlässen wie Hochzeit, Taufe, Geburtstag verboten, genau wie Schulentlassfeiern.

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  • FREIZEIT: Bis zum 30. Juni sind wieder viele Kulturveranstaltungen sowie Sport in geschlossenen Räumen verboten. Fitnessstudios werden ebenso geschlossen wie Kinos und Indoorspielplätze und Schwimmbäder. Picknicken und Grillen im öffentlichen Raum sind untersagt.

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  • GASTRONOMIE: Der Betrieb von Bars und die Bewirtung an Theken in Gaststätten ist verboten. Restaurants dürfen unter Auflagen geöffnet bleiben. Es dürfen maximal zwei Personen oder alternativ eine Familie an einem Tisch sitzen. 

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  • SCHULEN UND KITAS: Bereits seit dem 17. Juni sind zumindest die Schulen und Kitas im Kreis Gütersloh wieder geschlossen. Im Kreis Warendorf werden Schulen und Kitas ab Donnerstag geschlossen.

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  • FERIEN: Am Freitag ist der letzte Schultag in NRW. Laschet erklärte, der Lockdown bedeute kein Ausreiseverbot in den beginnenden Sommerferien. Er appellierte aber an die Betroffenen, den Kreis nicht zu verlassen. Allerdings hat Bayern ein Beherbergungsverbot für Gäste aus Landkreisen ausgesprochen, in denen die Zahl der Neuinfektionen in den zurückliegenden sieben Tagen bei mehr als 50 pro 100.000 Einwohner liegt - also Gütersloh und Warendorf. Es sei denn, die Urlauber können einen aktuellen negativen Coronatest vorlegen.

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  • QUARANTÄNE: Rund 7000 Tönnies-Mitarbeiter stehen mit ihren Familien unter Quarantäne, die auch von der Polizei überwacht wird. Das Zentrum des Corona-Ausbruchs liegt Laschet zufolge in der Fleischzerteilung des Unternehmens.

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  • TESTS: Alle Bürgerinnen und Bürger der Kreise Gütersloh und Warendorf sollen die Möglichkeit erhalten, kostenlos einen Test durchführen zu lassen - in speziellen Test-Zentren oder beim Hausarzt. Die Bevölkerung soll durch Lautsprecherdurchsagen zur Testung aufgerufen werden.

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  • GESCHÄFTE: Güterslohs Landrat Sven-Georg Adenauer verweist darauf, dass die Einschränkungen weniger umfangreich seien als im März. „Ich bin froh, dass zum Bespiel die Geschäfte weiter geöffnet bleiben dürfen″, sagte Adenauer.  „Viele Dinge, an die wir uns wieder gewöhnt haben, bleiben uns erhalten”, richtete er einen Appell an die Bewohner seines Landkreises, sich an die neuen Regeln zu halten.

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