Kennengelernt noch während des Zweiten Weltkriegs
Eheleute Finkemeier sind seit 70 Jahren verheiratet

Münster -

Ein Geheimnis für eine lange Ehe haben Franz und Elfriede Finkemeier nicht. Dennoch feiern sie an diesem Wochenende ihre Gnadenhochzeit. Vor 70 Jahren haben sie sich das Ja-Wort gegeben.

Samstag, 27.06.2020, 16:00 Uhr aktualisiert: 28.06.2020, 16:14 Uhr
Gnadenhochzeit: Seit 70 Jahren sind
Gnadenhochzeit: Seit 70 Jahren sind Foto: Joel Hunold

„Nach siebzig Jahren sollte man sich aneinander gewöhnt haben“, erzählt Franz Finkemeier lachend. Er, der dieses Jahr 100 Jahre alt geworden ist, und seine Frau Elfriede ­Finkemeier haben am 27. Juni 1950 geheiratet. Am Samstag feiern sie ihre Gnadenhochzeit. „Es gibt kein Geheimnis der langen Ehe. Wir sind einfach gut miteinander ausgekommen“, berichtet Elfriede Finkemeier und schaut ihren Mann dabei von der Seite an.

Kennengelernt haben sich die beiden im Januar 1944 im schlesischen Bad Ziegenhals im heutigen Polen. Die dort geborene Elfriede Finkemeier, heute 93, hat damals im Lazarett gearbeitet, wo ihr späterer Ehemann sich von seinen Kriegsverletzungen erholte. Man war sich sympathisch, besuchte sich ein Jahr später. Doch nach dem Krieg kam er in russische Gefangenschaft und sie musste, als Schlesien nach dem Krieg Polen zufiel, mit ihrer Familie nach Hebern in Westfalen übersiedeln. Erst Monate später konnten sie sich wiedersehen. Nachdem Franz Finkemeier sein Bauingenieurs-Studium beendet hatte, heiratete das Paar.

Mehr als 50 Mal am Timmendorfer Strand

Ihre schönsten gemeinsamen Erinnerungen gelten den Ferien an der Ostsee: „Wir waren über 50 Mal am Timmendorfer Strand“, zuletzt noch vor vier Jahren. Für die beiden ist wichtig, dass sie über die Jahre zusammengeblieben sind. „Es gibt in 70 Jahren mal Reibereien, aber abends hat man sich immer wieder vertragen“, so Elfriede Finkemeier.

So langsam merke ich das Alter. Man ist ja keine 80 oder 90 mehr.

Elfriede Finkemeier

Gesundheitlich gehe es beiden relativ gut. „Wir brauchen noch keine Hilfe im Haushalt und gehen selbst einkaufen“, betont sie. Wobei ihr Mann erzählt: „So langsam merke ich das Alter. Man ist ja keine 80 oder 90 mehr.“

Die standesamtliche Hochzeit wird am Samstag im engsten Familienkreis gefeiert – das Paar hat einen Sohn und drei erwachsene Enkel. Im Herbst, wenn das Jubiläum der kirchlichen Hochzeit ansteht, soll eine größere Feier folgen.

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7469549?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Nachrichten-Ticker