Stadtdekanat Münster veröffentlicht kirchliche Statistik für 2019
Kirchenaustritte im Vorjahr nochmals um 600 gestiegen

Münster -

140.960 Katholiken gab es im vergangenen Jahr im Stadtdekanat Münster – noch einmal knapp 600 weniger als noch ein Jahr zuvor. Die steigende Zahl der Austritte bereitet dem Bistum Sorgen.

Freitag, 26.06.2020, 17:30 Uhr aktualisiert: 28.06.2020, 16:14 Uhr
Stadtdechant Jörg Hagemann
Stadtdechant Jörg Hagemann Foto: Bischöfliche Pressestelle

„Die erneut deutlich gestiegenen Austrittszahlen machen deutlich, dass wir viele Menschen ganz offensichtlich nicht mehr erreichen.“ Stadtdechant Jörg Hagemann geben die regionalen Zahlen der kirchlichen Jahresstatistik, die das Bistum Münster am Freitag veröffentlicht hat, zu denken. Auch wenn er einen Anstieg der Austrittszahlen erwartet hat, erschrecken ihn die tatsächlichen Zahlen doch. 2035 Menschen haben 2019 im Stadtdekanat Münster die katholische Kirche verlassen. Das sind 599 mehr als 2018.

Laut Statistik lag die Katholikenzahl im Stadtdekanat Ende des vergangenen Jahres bei 140 960 (2018: 143 244). Mit 11 942 ist der Anteil derer, die den Gottesdienst besuchen, im Vergleich zum Vorjahr (2018: 11 910) ungefähr gleich geblieben.

Weniger Kinder getauft

986 Menschen wurden durch die Taufe in die Kirche aufgenommen – 136 weniger als im Jahr zuvor. Mit 967 Erstkommunionkindern ist diese Zahl im Stadtdekanat Münster im Vergleich nahezu unverändert (2018: 974). Die Zahl der Firmungen stieg um 63 auf 645 im Jahr 2019. Nur gering zurückgegangen ist die Zahl der kirchlichen Trauungen von 289 im Jahr 2018 auf 281 in 2019.

Weniger geworden sind auch die Beisetzungen mit 1197 in 2019 im Vergleich zu 1301 im Vorjahr. Neun Personen aus dem Stadtdekanat sind 2019 in die katholische Kirche eingetreten (2018: 25). 43 erklärten ihre Wiederaufnahme nach einem früheren Austritt (2018: 40).

Wir müssen neue Wege finden, wie wir die Menschen erreichen, sie begleiten und ihnen nahe sein können.

Stadtdechant Jörg Hagemann

„Wir erleben den notwendigen Übergang zu einer neuen Gestalt von Kirche“, erklärt Stadtdechant Hagemann mit Blick auf die Zahlen. Viele Menschen würden sich abwenden, wütend und enttäuscht über die ans Licht gekommenen Missbrauchsfälle. Auch persönliche negative Begegnungen und Erfahrungen in kirchlichen Zusammenhängen seien nicht selten ein Austrittsgrund. Hinzu komme, dass sich die katholische Kirche in Deutschland angesichts der vielen Diskussionen um innerkirchliche Reformfragen zerrissen und oft uneins darstelle. „Wir müssen neue Wege finden, wie wir die Menschen erreichen, sie begleiten und ihnen nahe sein können“, sagt Hagemann.

 

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