Kennziffer der Neuinfektionen gesunken
Münster hebt Einschränkungen für Personen aus Kreis Warendorf auf

Münster -

Die erweiterte Maskenpflicht hat der Stadt Münster in den vergangenen Tagen viel Kritik eingebracht. Jetzt gibt es zumindest für Menschen aus dem Kreis Warendorf aber gute Nachrichten: Die Maßnahmen werden aufgehoben.

Freitag, 26.06.2020, 16:10 Uhr aktualisiert: 26.06.2020, 16:31 Uhr
Kennziffer der Neuinfektionen gesunken: Münster hebt Einschränkungen für Personen aus Kreis Warendorf auf
Die erweiterte Maskenpflicht für Menschen aus dem Kreis Warendorf wird aufgehoben. Foto: dpa (Symbolbild)

Nachdem am heutigen Freitag im Kreis Warendorf die wichtige Kennziffer der Neuinfektionen unter die einschlägige Grenze von 50 gefallen ist, hebt die Stadt Münster die zu Wochenbeginn aktualisierten Corona-Schutzmaßnahmen für Personen aus dem Kreis Warendorf auf, die nach Münster kommen - und umgekehrt. Das hat die Verwaltung am Freitagnachmittag mitgeteilt. Auch für hiesige Schulen und Einrichtungen der Kindertagesbetreuung werden die Beschränkungen aufgehoben. Diese Entscheidungen gelten mit sofortiger Wirkung.

Maßnahmen für Großraum Gütersloh bleiben

Die Maßnahmen für den Großraum Gütersloh bleiben hingegen vorerst bis zum kommenden Dienstag bestehen. Die Anfang der Woche durch den Krisenstab beschlossenen Schutzmaßnahmen sind seitens der Stadt Münster an die sogenannte "7-Tages-Inzidenz" gekoppelt. Diese Zahl der Neuinfektionen für die letzten sieben Tage ist als Richtwert die Grundlage für den vom Land in den Kreisen Warendorf und Gütersloh angeordneten Lockdown.

Am Freitag ist der Wert für den Kreis Warendorf mit 47,9 unter die maßgebliche Grenze von 50 gefallen. Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer : "Damit entfällt die Begründung für unsere Schutzmaßnahmen. Wir freuen uns mit den Menschen im Nachbarkreis über die gute Entwicklung und hoffen, dass sich diese weiter stabilisiert."

Die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie zeigen, dass Infektionsherde schnell und umfassend eingedämmt werden müssen. 

Wolfgang Heuer

Auch die bisherige Einschätzung im Kreis Warendorf, dass sich das Virus dort offenbar nicht über das Tönnies-Umfeld hinaus ausgebreitet hat, trägt mit zur Entscheidung in Münster bei. "Ein lokaler Corona-Ausbruch hat aufgrund der bestehenden vielfältigen Verflechtungen immer auch regionale Auswirkungen. Im Sinne einer konsequenten Infektionsschutzpolitik sollte dies zukünftig verstärkt beachtet werden", mahnt Wolfgang Heuer.

"Die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie zeigen, dass Infektionsherde schnell und umfassend eingedämmt werden müssen. Je entschiedener die entsprechenden Maßnahmen umgesetzt werden, desto kürzer ist der Zeitraum, in dem sie notwendig sind", so das Fazit des Krisenstabsleiters.
Darüber hinaus bleiben die Empfehlungen zur Einhaltung des Hygieneschutzes weiterhin für die Stadt Münster bestehen.  

Was ist im Kreis Gütersloh noch erlaubt?

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  • Im Kreis Gütersloh gibt es angesichts von mehr als 1500 infizierten Arbeitern beim Schlachtbetrieb Tönnies einen regionalen Lockdown. Was bedeutet das für die über 360.000 Menschen, die dort leben?

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  • LOCKDOWN: Die Kontaktbeschränkungen vom März 2020 treten laut der Coronaregionalverordnung ( pdf ) um Mitternacht (Mittwoch, 24. Juni 2020) wieder in Kraft. Die Maßnahmen gelten laut Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet bis zum 7. Juli 2020. 

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  • TREFFEN: Diese Beschränkungen schreiben vor, dass sich nur Menschen aus einer Familie oder einem Hausstand in der Öffentlichkeit zusammen aufhalten dürfen. Treffen dürfen sich auch zwei Personen, die weder der Familie angehören noch zusammen leben. Damit sind auch die anderswo wieder erlaubten Feiern mit bis zu 50 Personen bei Anlässen wie Hochzeit, Taufe, Geburtstag verboten, genau wie Schulentlassfeiern.

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  • FREIZEIT: Bis zum 7. Juli sind wieder viele Kulturveranstaltungen sowie Sport in geschlossenen Räumen verboten. Fitnessstudios werden ebenso geschlossen wie Kinos und Indoorspielplätze und Schwimmbäder. Picknicken und Grillen im öffentlichen Raum sind untersagt.

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  • GASTRONOMIE: Der Betrieb von Bars und die Bewirtung an Theken in Gaststätten ist verboten. Restaurants dürfen unter Auflagen geöffnet bleiben. Es dürfen maximal zwei Personen oder alternativ eine Familie an einem Tisch sitzen. 

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  • SCHULEN UND KITAS: Bereits seit dem 17. Juni sind zumindest die Schulen und Kitas im Kreis Gütersloh wieder geschlossen. 

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  • FERIEN: Am Freitag ist der letzte Schultag in NRW. Laschet erklärte, der Lockdown bedeute kein Ausreiseverbot in den beginnenden Sommerferien. Er appellierte aber an die Betroffenen, den Kreis nicht zu verlassen. Allerdings hat Bayern ein Beherbergungsverbot für Gäste aus Landkreisen ausgesprochen, in denen die Zahl der Neuinfektionen in den zurückliegenden sieben Tagen bei mehr als 50 pro 100.000 Einwohner liegt. Es sei denn, die Urlauber können einen aktuellen negativen Coronatest vorlegen.

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  • QUARANTÄNE: Rund 7000 Tönnies-Mitarbeiter stehen mit ihren Familien unter Quarantäne, die auch von der Polizei überwacht wird. Das Zentrum des Corona-Ausbruchs liegt Laschet zufolge in der Fleischzerteilung des Unternehmens.

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  • TESTS: Alle Bürgerinnen und Bürger des Kreises Gütersloh sollen die Möglichkeit erhalten, kostenlos einen Test durchführen zu lassen - in speziellen Test-Zentren oder beim Hausarzt. Die Bevölkerung soll durch Lautsprecherdurchsagen zur Testung aufgerufen werden.

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  • GESCHÄFTE: Güterslohs Landrat Sven-Georg Adenauer verweist darauf, dass die Einschränkungen weniger umfangreich seien als im März. „Ich bin froh, dass zum Bespiel die Geschäfte weiter geöffnet bleiben dürfen″, sagte Adenauer.  „Viele Dinge, an die wir uns wieder gewöhnt haben, bleiben uns erhalten”, richtete er einen Appell an die Bewohner seines Landkreises, sich an die neuen Regeln zu halten.

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