Stadtwerke Münster
Erster E-Gelenkbus der Stadt fährt seit Dienstag

Münster -

Seit Dienstag sind auf Münsters Straßen die ersten Gelenkbusse mit E-Antrieb unterwegs. Laut Stadtwerken ein Quantensprung – aber auch nur der Anfang für umfängliche Maßnahmen in den kommenden ÖPNV-Jahren.

Dienstag, 30.06.2020, 15:28 Uhr aktualisiert: 01.07.2020, 09:53 Uhr
Frank Gäfken, Geschäftsführer Mobilität der Stadtwerke Münster, war am Dienstag anlässlich einer Probefahrt des neue E-Gelenkbusses vor Begeisterung kaum noch vom Fahrersitz zu bewegen.
Frank Gäfken, Geschäftsführer Mobilität der Stadtwerke Münster, war am Dienstag anlässlich einer Probefahrt des neue E-Gelenkbusses vor Begeisterung kaum noch vom Fahrersitz zu bewegen. Foto: Matthias Ahlke

Als der Stadtwerke-Bus mit der Nummer 2075 in Gievenbeck an einer Ampel hält, ist im Inneren nichts mehr zu hören – außer den Stimmen derjeniger, die an der Fahrt teilnehmen. Das fehlende Motorengeräusch, es verrät, dass es sich um eine besondere Fahrt, mit einem besonderen Bus handelt.

2075 – die Zahl ist nicht zufällig gewählt. „20“ steht für 2020, das Jahr der Inbetriebnahme, die 75 steht für die Bus-Art sowie den Hersteller, in diesem Fall die niederländische Firma VDL. Das wirklich Aufsehenerregende aber an Bus Nummer 2075 – er ist der erste ÖPNV-Gelenkbus auf Münsters Straßen mit Elektroantrieb.

Gäfgen begeistert

Frank Gäfgen, in jungen Jahren einmal selber Busfahrer und heute Geschäftsführer Mobilität der Stadtwerke, kann seine Begeisterung nicht verbergen. Es habe sich wirklich toll angefühlt, als er den Bus am Morgen betreten habe. „Es ist ein völlig ausgereiftes Serienprodukt“, sagt Gäfken. Fortan soll der Bus sowie zunächst drei weitere Elektro-Gelenkbusse auf der Linie 11, die auf der rund elf Kilometer langen Strecke zwischen Gievenbeck und Mondstraße verkehrt, eingesetzt werden. Nicht zuletzt, weil nahe der ehemaligen Oxford-Kaserne an der Bushaltestelle Dieckmannstraße die die Ladestation für E-Busse ist.

Restpreis rausfahrten

Mit rund 700 000 Euro – einen genauen Anschaffungspreis wollen die Stadtwerke nicht nennen – ist ein E-Gelenkbus derzeit etwa doppelt so teuer wie ein Diesel-Bus. Etwa 60 Prozent der Mehrkosten stammen laut den Stadtwerken aus der Förderung des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen Lippe und der Stadt Münster. Die restlichen Mehrkosten sollen laut Stadtwerkesprecher herausgefahren werden, denn der Betrieb eines E-Busses sei günstiger als der eines Diesel-Busses.

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Bis 2029 wollen die Stadtwerke ihre gesamte Flotte im Stadtgebiet auf E-Mobilität oder aber, vor allem für die längeren Linienstrecken, auf Wasserstoff-Brennstoffzelle umstellen. Gerade im Bereich der E-Mobilität sei die Entwicklung in den vergangenen Jahren enorm, so Gäfken. Betankt werden sollen die Busse – so es denn eben geht – mit „grünem Strom“, denn nur dann, so die Stadtwerke, seien die Busse auch wirklich völlig emissionsfrei – und genau das sei das Ziel.

„Wichtiger Meilenstein“

Oberbürgermeister Markus Lewe sah anlässlich der Premierenfahrt „einen wichtigen Meilenstein, den die Stadtwerke verwirklicht haben“. Ein Meilenstein, der die Menschen nicht zuletzt motivieren solle, vom Auto auf den Bus umzusteigen. Im europäischen Vergleich reihe man sich weit vorne mit den neuen Bussen ein.

Rund 100 Menschen fasst einer der neuen E-Gelenkbusse, die zudem mit einem Abbiege-Assistenten ausgestattet sind. Dieser hilft dabei, Abbiege-Unfälle zu vermeiden und schützt so im Fall der Fälle Leib und Leben von Fußgängern und Radfahrern.

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