Hilfsangebot
Frauennotruf verteilt Handcreme mit Botschaft in dm-Filialen

Münster -

Handcreme benutzen Frauen jeden Alters, besonders jetzt, da sich alle öfter die Hände waschen – dieser Gedanke steckt hinter der neuen Kampagne der Beratungsstelle Frauennotruf. In fast allen dm-Filialen gibt es seit dieser Woche an den Kassen kostenlose Handcremes, die auf das Hilfsangebot hinweisen.

Mittwoch, 08.07.2020, 16:30 Uhr
Lina Lippke (l.) und Daniela Stöveken vom Frauennotruf Münster wollen ihr Angebot mit Handcremes bekannter machen.
Lina Lippke (l.) und Daniela Stöveken vom Frauennotruf Münster wollen ihr Angebot mit Handcremes bekannter machen. Foto: ret

In Zeiten von Corona wäscht sich jeder häufiger und länger die Hände, durch das Desinfizieren wird die Haut zusätzlich beansprucht: Da kann man Handcreme gut gebrauchen. Das Team des Frauennotrufs Münster hat sich deshalb für die neue Kampagne in Kooperation mit der Drogeriemarktkette dm ganz bewusst für dieses Produkt entschieden. In allen dm-Filialen (bis auf eine) werden seit kurzem bedruckte Handcremetuben kostenlos an die Kundinnen verteilt oder liegen aus. Sie sollen auf das Hilfsangebot für Frauen aufmerksam machen.

„Öffentlichkeitsarbeit ist für uns ein ganz zentraler Punkt, weil wir aufgrund des Themas oft in den Hintergrund geraten. Damit wir helfen können, müssen die Frauen wissen, dass es uns gibt“, sagt Daniela Stöveken vom Frauennotruf. Die Beratungsstelle ist spezialisiert auf die Betreuung und Traumafachberatung von Frauen, die Opfer sexualisierter Gewalt geworden sind. Ein Thema, über das zu sprechen schwer fällt – oft, weil es Schuld- oder Schamgefühle gebe, so Stöveken. Umso wichtiger sei es, im öffentlichen Raum präsent zu sein.

Mehr Frauen melden sich

„Die aktuelle Kampagne baut auf eine Plakatkampagne auf, die wir zu beginn der Corona-Krise gestartet haben.“ Viele Fachrichtungen seien davon ausgegangen, dass die häusliche und sexualisierte Gewalt während der Beschränkungen zunehme, sagt Stöveken. Bei dem Frauennotruf meldeten sich erst jetzt, mit zunehmenden Lockerungen mehr Frauen sagt sie.

„In der akuten Krisensituation haben Frauen oftmals gar nicht die Möglichkeit, Hilfsangebote wahrzunehmen.“ Gerade während Corona seien Täter auch oft zuhause gewesen, was keine entsprechenden Freiräume gelassen habe. Bei sexualisierter Gewalt sei es zudem so, dass sich die Opfer einige Zeit nach den Vorfällen melden, erklärt Stöveken.

Der Frauennotruf hat zu Beginn der Krise eine Videoberatung gestartet, die weiterhin neben persönlichen oder Telefongesprächen zur Verfügung steht.

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