Anastasiya Nesterova und Burkhard Spinnen planen ein ungewöhnliches Corona-Buch
„Abgewünschte Dinge“ in Wort und Bild

Münster -

In Corona-Zeiten kommen viele auf die Idee, ihr Leben zu ändern. Manche wollen künftig auf Dinge verzichten, die ihnen bislang lieb und teuer waren. Aus solchen Vorsätzen oder vielmehr „weg- und abgewünschten“ Dingen wollen Anastasiya Nesterova und Burkhard Spinnen ein Buch oder sonstige Publikation machen. Die Künstlerin und der Schriftsteller rufen Leser dazu auf, sich an der Suche nach solchen überflüssigen Dingen zu beteiligen.

Dienstag, 14.07.2020, 18:20 Uhr
Künstlerin Anastasiya Nesterova und Schriftsteller Dr. Burkhard Spinnen
Künstlerin Anastasiya Nesterova und Schriftsteller Dr. Burkhard Spinnen Foto: Gerharz

Die globale Ausein­andersetzung mit der Corona-Pandemie hat nicht nur das Leben, sondern auch das Denken und Planen der Menschen verändert. Jenseits der aktuellen Bewältigung des Alltags wird darüber gesprochen, was eigentlich im Leben überflüssig sei und worauf man künftig verzichten soll: „Nach Corona wird nichts mehr so sein wie vorher.“ Dieser Satz, so erläutert der münstersche Schriftsteller Dr. Burkhard Spinnen , „geht um“. Gemeint sind zum Beispiel: keine Fernurlaube mehr, kein Verbrennungsmotor, kein Billigfleisch. Was gestern noch selbstverständlich war, soll nach Meinung vieler morgen ganz einfach verboten werden.

Ob das dann so kommt, steht auf einem anderen Blatt. Aber warum, so ist zu fragen, könnte man jetzt nicht die Gelegenheit nutzen und die eigenen, vielleicht etwas kleineren Abschaffungswünsche in das große Paket der künftigen Verbote schmuggeln? Das jedenfalls haben sich die Künstlerin Anastasiya Nesterova und der Schriftsteller Burkhard Spinnen gefragt. Und sie haben daraus ein Projekt entwickelt: eine Sammlung der „abgewünschten Dinge“. Burkhard Spinnen nennt ein Beispiel: „Sollte nicht der Wegwerfkugelschreiber verboten werden? Diese Verschwendung von Ressourcen, Belastung der Natur und Verhöhnung der Schreibkultur!“

Das Projekt der beiden Münsteraner hat zwei Phasen. Zunächst wollen sie Vorschläge für „abgewünschte Dinge“ sammeln. Sie haben bei sich selbst und in ihrem Bekanntenkreis angefangen, wünschen sich aber viele Anregungen ganz vieler Menschen. Daher bitten die beiden um Vorschläge. Wer sich also gerne „nach Corona“ von etwas verabschieden möchte, der kann es per Mail bei den beiden einreichen. Kommt ein Vorschlag in die engere Wahl, wird sein Einsender mit einem kleinen Geschenk belohnt. Die Mail­adresse für die Vorschläge lautet: netzmeister@burkhardspinnen.de.

In einer zweiten Phase, so erläutern die beiden, wird es um die künstlerische und literarische Umsetzung gehen. Anastasiya Nesterova verwandelt das Abgewünschte in „Denkbilder“, die Burkhard Spinnen mit Texten begleitet.

Die Form der Präsentation steht noch nicht fest; es könnte sich um ein Buch handeln, aber auch um einen Kalender, eine Sammlung von Flyern oder einen Internetauftritt. Was immer eine Weitergabe und Verbreitung der „Abwünsche“ befördert, kommt in Betracht. Gerade ist die Projektidee der beiden von der Kunststiftung NRW im Rahmen ihres Sonderfonds „Begrenzt – Entgrenzt. Zeit für eine Zeitenwende?“ ausgezeichnet worden.

Anastasiya Nesterova stammt von der Krim. Seit Beginn ihres Studiums 2005 lebt sie in Münster. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Druckgrafik. Burkhard Spinnen lernte sie kennen, als er 2019 eine ihrer Arbeiten als Umschlagillustration für seinen Roman „Rückwind“ auswählte.

Hier noch einmal die Mail-Adresse für die erwünschten Vorschläge: netzmeister@burkhardspinnen.de

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