Zeugenbefragungen im Nagelstudio-Prozess
Vermieter waren nur an Mietzahlungen interessiert

Münster -

Er habe die Namen der beiden Vietnamesen oft vertauscht und nicht immer gewusst, wer wer ist, erläutert der Vermieter eines Nagelstudios an der Windhorststraße in Münster. Er wurde am Donnerstag im Nagelstudio-Prozess als Zeuge befragt.

Donnerstag, 16.07.2020, 21:00 Uhr
Zeugenbefragungen im Nagelstudio-Prozess: Vermieter waren nur an Mietzahlungen interessiert
In dem Prozess gibt es sechs Angeklagte. Foto: Pjer Biederstädt (Archivbild)

Im Nagelstudio-Prozess um Menschenhandel, Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit musste sich am Donnerstag der Vermieter des Nagelstudios in der Windthorststraße, der als Zeuge befragt wurde, eingestehen, dass er nicht genau wusste, wer in seiner Immobilie Geschäfte machte.

Er sei mit den Namen der beiden vietnamesischen hauptangeklagten Brüder (47 und 54) durcheinander gekommen und habe sie verwechselt. Bei Verhandlungen habe er sie für eine Person gehalten und so nicht genau gewusst, mit wem er den Vertrag abschloss, räumte er vor dem Landgericht Münster ein.

Nur Interesse an Mietzahlungen

Ihn habe lediglich die regelmäßig erfolgte Mietzahlung interessiert. Der Vermieter des Ladenlokals am Aegidiimarkt, der ebenfalls als Zeuge befragt wurde, bestätigte, dass regelmäßig Mieten gezahlt wurden.

Im Gegensatz dazu stehen die Aussagen des Verwalters des Nagelstudios aus Dülmen. Er berichtete, nach einigen Monaten hätten die regelmäßigen Mietzahlungen aufgehört. Zudem der Angeklagte 47-Jährige seine Telefonnummern mehrfach gewechselt und so die Kontaktaufnahme erschwert.

Angeklagte entlasten eine Nichte

Zudem wurde im Laufe des Prozesstages deutlich, dass der 47-Jährige mutmaßliche Strippenzieher sowohl für das Ladenlokal an der Windhorststraße, als auch für jenes in Dülmen, noch teils aus der Untersuchungshaft heraus Nachfolger organisiert hatte.

Nach den Befragungen erläuterten zudem der mutmaßliche Strippenzieher und seine 37-jährige Nichte – die gemeinsam mit dem 54-Jährigen Bruder als Drittem im Bunde das Firmengeflecht organisiert haben – dass die zweite angeklagte Nichte des 47-Jährigen nichts mit den Verbrechen zu tun habe. Stattdessen habe die erstgenannte 37-jährige Nichte sich als ihre Verwandte ausgegeben.

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