„Antiisraelisch und antisemitisch“
Jüdische Gemeinde kritisiert Kundgebung

Münster -

Eine für diesen Samstag geplante Kundgebung gegen die Politik Israels stößt auf scharfe Kritik. Sharon Fehr, Vorsteher der Jüdischen Gemeinde, sieht bei den Organisatoren judenfeindliche Tendenzen.

Dienstag, 21.07.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 21.07.2020, 21:51 Uhr
Sharon Fehr ist Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Münster
Sharon Fehr ist Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Münster Foto: Matthias Ahlke

Scharfe Kritik an einer an diesem Samstag (25. Juli) geplanten Kundgebung auf der Stubengasse übt der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Münster, Sharon Fehr . Die Beweggründe der Organisatoren und ihrer Anhänger seien nicht nur antiisraelisch, sondern sogar judenfeindlich, betont Fehr. Ausdrücklich unterstützt wird seine Einschätzung von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Münster.

„Nein zur Annexion“ lautet der Titel der Kundgebung, die sich gegen Überlegungen innerhalb der israelischen Regierung wendet, Teile des Westjordanlandes zu annektieren. Israel wird im Aufruf der Organisatoren – die sich als „linke Bewegung“ bezeichnen – als „siederkolonialistischer Militärstaat“ bezeichnet, der „rassistische Polizei- und Militärgewalt“ gegen die Palästinenser ausübe“ und über „apartheidsähnliche Strukturen“ verfüge.

„Rassistisch, aggressiv und menschenverachtend“

Als Reaktion auf diese Kundgebung hat das Junge Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft eine Gegen-Kundgebung angemeldet, die zeitgleich (16 bis 18.30 Uhr) auf der Stubengasse stattfindet, wie die Polizei bestätigt. Die Gruppierung „Nein zur Annexion“ reagiert auf den geplanten Gegenprotest mit der Einlassung, dass das Junge Forum „rassistisch, aggressiv und menschenverachtend“ agiere.

Nach Einschätzung von Fehr will die Gruppierung „Nein zur Annexion“ – die er als „Antizionisten“ bezeichnet – antiisraelische Stereotype im öffentlichen Bewusstsein festigen. Israel sei ein demokratischer Staat, stellt Fehr klar, in dem es keine gesetzliche Trennung zwischen Israelis und Palästinensern gebe.

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