Debatte um Fahrradstraßen
Keine Entspannung in Sicht

Münster -

Max-Winkelmann-Straße, Dieckstraße, Goldstraße, Hittorfstraße: Die Umgestaltung der Fahrradstraßen sorgt seit einigen Wochen für Diskussionen. Und das nicht nur in der Politik, sondern auch bei den Bürgern.

Dienstag, 21.07.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 21.07.2020, 21:49 Uhr
In einem Teilbereich der Hittorfstraße wurde die Rotmarkierung der Fahrradstraße bereits vorgenommen. Über den Wegfall von Parkplätzen wird gestritten.
In einem Teilbereich der Hittorfstraße wurde die Rotmarkierung der Fahrradstraße bereits vorgenommen. Über den Wegfall von Parkplätzen wird gestritten. Foto: Matthias Ahlke

Der Ausbau der Hittorfstraße als Fahrradstraße bei gleichzeitigem Wegfall von Parkplätzen sorgt für reichlich Gesprächsstoff – bis in die Nachbarschaften hinein. Das zeigen die vielen Leserreaktionen per Mail und bei Facebook.

So bezeichnet Dr. Helena Düsing als Anwohnerin der Hittorfstraße die Rotmarkierung als richtig: „Münster wünscht die Verkehrswende, und der Fahrradverkehr muss gefördert werden.“ Gleichwohl wäre eine „frühzeitige Anhörung“ der Anwohner geboten gewesen.

„Notorischer Parkplatzbedarf“

Deutliche Kritik übt Silke Kersten , die am benachbarten Rottendorffweg wohnt. Hier gebe es bereits jetzt einen „notorischen Parkplatzbedarf“, der sich bei einem Wegfall von Parkmöglichkeiten an der Hittorfstraße verschärfen werde. Silke Kersten beklagt, dass die Straßen in dem Quartier von „auswärtigen Pendlern in großer Zahl“ genutzt würden, ohne dass die Stadt dagegen vorgehe.

Rainer Lutterbüse pendelt nach eigenem Bekunden regelmäßig mit dem Fahrrad zwischen Gremmendorf und Kinderhaus. Trotzdem steht er der Markierung von Fahrradstraßen mit roter Farbe kritisch gegenüber. „Es gibt viele Radwege in Münster, die der Sanierung bedürfen. Stattdessen wird Geld andernorts ,auf die Straße gegossen‘.“

„Gerechtere Verteilung“

Matthias Krühler plädiert unterdessen für eine „gerechtere Verteilung des Verkehrsraumes“. Er schreibt: „Diejenigen Verkehrsteilnehmer, die umweltschonend, leise und platzsparend unterwegs sind“, müssten gegenüber dem Autoverkehr bevorzugt werden.

Helmut Horstmann nutzt den Aufruf unserer Zeitung, um auf einen Konfliktpunkt an der Hörsterstraße hinzuweisen: „Täglich benutzen Hunderte Radfahrer diese Straße, um in die Innenstadt zu gelangen. Täglich fahren Hunderte Busse durch diese Straße und ,treiben‘ die Radfahrer vor sich her.“

Rüdiger Schreiber hat die Routenplaner als Problem ausgemacht. Wer zum Beispiel mit dem Auto von Gremmendorf zum Franziskushospital wolle, werde auf den Lindberghweg (eine Fahrradstraße) geleitet. „Die rote Farbe wird daran nichts ändern.“

Christa Kloppenburg macht ein Fragezeichen hinter den sehr aufwendigen Ausbau des Radweges entlang des Kanals in Hiltrup: „Wer fährt da her? Das ist ein totaler Umweg.“

Parteipolitische Hintergründe

Natürlich wird auch reichlich über die parteipolitischen Hintergründe der aktuellen Kontroverse diskutiert. So schreibt Jürgen Trautmann bei Facebook: „Es bleibt zu hoffen, dass die CDU nach den Kommunalwahlen nicht mehr mit den Grünen paktieren muss, damit dieser Unsinn endlich aufhört.“ Die Replik von Thomas Glass: „Die CDU hat nur mit den Grünen paktiert, damit Markus Lewe unser Grüßaugust bleibt. Um des Amtes Willen hat er jede Menge Kröten geschluckt.“

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