Arbeitslosigkeit steigt weiter
Jeder vierte Arbeitnehmer in Münster in Kurzarbeit

Münster -

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Münster bleibt wegen der Corona-Krise weiter angespannt. Immer mehr Arbeitnehmer sind von Kurzarbeit betroffen, die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen steigt. Doch es gibt auch erste positive Perspektiven.

Donnerstag, 30.07.2020, 13:30 Uhr aktualisiert: 30.07.2020, 13:41 Uhr
Arbeitslosigkeit steigt weiter: Jeder vierte Arbeitnehmer in Münster in Kurzarbeit
Foto: dpa (Symbolbild)

Die Corona-Krise hat auch in Münster weiter Einfluss auf den Arbeitsmarkt. Laut einem Bericht der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster waren im Juli fast 45.000 Arbeitnehmer in Münster von Kurzarbeit betroffen. Das ist mehr als jeder vierte Betroffene. Die Zahl der Unternehmen, die seit März Kurzarbeit angemeldet haben, ist im Juli auf 3111 gestiegen.

Außerdem ist die Arbeitslosigkeit in Münster weiter angestiegen. Insgesamt waren laut Agentur für Arbeit im nun ablaufenden Monat 9894 Menschen arbeitslos. Das sind 402 mehr als noch im Juni. Im Vergleich zu Juli 2019 nahm die Zahl der Arbeitslosen um 1.902 Personen zu. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber Juni um 0,2 Prozentpunkte und gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,1 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent. 

Arbeitsmarkt ist "weniger aufnahmefähig"

„Mit dem Instrument der Kurzarbeit konnten bislang Entlassungen in großem Maße vermieden werden. Daher ist die steigende Arbeitslosigkeit momentan nicht vorrangig dadurch verursacht, dass Arbeitgeber Kündigungen aussprechen müssen. Der Hauptgrund ist aktuell stattdessen nach wie vor, dass der Arbeitsmarkt weniger aufnahmefähig ist als üblich. Dort, wo Kurzarbeit herrscht oder die Auftragslage weiterhin von Unsicherheiten geprägt ist, finden aktuell keine Einstellungen statt. Daher finden weniger Menschen eine neue Beschäftigung“, erklärt Joachim Fahnemann , Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster.

Die Agentur für Arbeit registriere jedoch auch eine Entspannung auf dem Stellenmarkt. So wurden im Juli 611 freie Stellenangebote von Unternehmen und Verwaltungen gemeldet. Das waren 167 mehr als im Juni und 11 mehr als im Juli vor einem Jahr. Insgesamt standen Arbeitsuchenden und Arbeitslosen damit 2.338 gemeldete Stellen zur Verfügung.  In der Corona-Pandemie sei dies eine erste positive Perspektive am Arbeitsmarkt, so Joachim Fahnemann.

Zahl der jugendlichen Arbeitslosen steigt

Besonders schwierig ist die Situation jedoch für Jugendliche und junge Erwachsene.  Im Juli waren 934 unter 25-Jährige arbeitslos gemeldet, 75 mehr als im Vorjahresmonat. „Aktuell steigt bedauerlicherweise der Anteil der jugendlichen Arbeitslosen, die eine abgeschlossene Ausbildung mitbringen, also grundsätzlich gut qualifiziert sind“, berichtet Joachim Fahnemann. „Junge Menschen, die nach ihrem Ausbildungsabschluss nicht im Betrieb übernommen wurden, finden normalerweise recht schnell eine neue Anstellung. Aufgrund der Pandemie müssen Ausbildungsabsolventen aktuell einen längeren Atem haben“, so Fahnemann.

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