Corona-Nothilfe für Studierende
Viele Anträge werden abgelehnt

Münster -

Auch in Münster haben Studierende Mittel aus dem Corona-Nothilfefonds des Bundes beantragt. Wie viele es sind, darüber gibt das Studierendenwerk keine Auskunft. Viele Anträge werden aber wohl abgelehnt.

Sonntag, 02.08.2020, 13:00 Uhr aktualisiert: 02.08.2020, 17:30 Uhr
Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung, spricht bei der Pressekonferenz zum geplanten Zuschuss für Studenten im Rahmen der Corona-Krise. Studenten können für drei Monate einen Zuschuss von bis zu 500 Euro zur Bewältigung von Notlagen beantragen.
Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung, spricht bei der Pressekonferenz zum geplanten Zuschuss für Studenten im Rahmen der Corona-Krise. Studenten können für drei Monate einen Zuschuss von bis zu 500 Euro zur Bewältigung von Notlagen beantragen. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Studierende, die wegen der Corona-Pandemie in finanzielle Nöte geraten sind weil sie etwa ihren existenzsichernden Nebenjob verloren haben, können seit einigen Wochen eine Nothilfe vom Bund beantragen. Ein großer Teil der Anträge allerdings wird, wie jetzt bekannt wurde, abgelehnt.

Die Anträge auf die Auszahlung der Nothilfe wird von den jeweiligen Bafög­-Ämtern in den Studierendenwerken bearbeitet. Diese geben allerdings keine Auskunft über die Antrags- und Bewilligungszahlen vor Ort, wie Kathrin Peter , Sprecherin des Studierendenwerks Münster erklärt. Die Studierendenwerke hätten sich darauf verständigt, nur landesweite Zahlen zu kommunizieren, so Peter. Von den bislang gestellten 37 500 Anträgen auf Nothilfe seien bislang 25 000 bearbeitet worden. In NRW sei mithin über 33 Prozent, also ein Drittel der Anträge noch nicht entschieden. 34 Prozent seien bisher bewilligt, aber 28 Prozent abgelehnt worden. Fünf Prozent der Antragsteller wurden aufgefordert, Unterlagen nachzureichen, so Kathrin Peter.

Fehler bei der Antragstellung

Diese Angaben korrespondieren mit den bundesweit geltenden Zahlen, die jetzt durch eine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Jens Brandenburg kommuniziert wurden. Auch deutschlandweit ist die Quote der abgelehnten Anträge ähnlich hoch.

Die meisten Ablehnungen in NRW resultierten aus Fehlern bei der Antragstellung, skizziert Kathrin Peter. So müssen die Studierenden drei verschiedene Selfies hochladen und beifügen, um die Nachprüfbarkeit ihrer Identität zu gewährleisten. Das Antragsverfahren war von den Studierendenvertretungen bundesweit, so auch auch vom Studierendenparlament der Uni Münster als zu bürokratisch kritisiert worden.

Bis zu 500 Euro monatlich

Wer erfolgreich einen Antrag stellt, kann für die Monate Juni, Juli und August vom Bund jeweils einen Betrag in Höhe von 100 bis 500 Euro erhalten, der nicht zurückgezahlt werden muss.

In Münster haben Universität und AStA unabhängig davon aus Spenden einen Fonds angelegt, um durch die Pandemie in Not geratene Studierende zu unterstützen (wir berichteten).

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