Betrug mit Nagelstudios
Mit falschem Namen unterschrieben

Münster -

Der 47-jährige Hauptangeklagte im Nagelstudio-Prozess am Landgericht Münster soll unter anderem Mietverträge mit falscher Identität unterschrieben haben. Doch er sorgte am neunten Prozesstag auch für einen Lacher.

Montag, 03.08.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 03.08.2020, 21:22 Uhr
Betrug mit Nagelstudios: Mit falschem Namen unterschrieben
Foto: dpa (Symbolbild)

Nach zweiwöchiger Pause ist am Montag der Nagelstudio-Prozess am Landgericht Münster fortgesetzt worden. Die sechs Angeklagten vietnamesischer Herkunft müssen sich wegen Steuer- und Sozialversicherungsbetrug in Millionenhöhe, illegalen Beschäftigungspraktiken und Menschenhandel in mehreren Nagelstudios in Nordrhein-Westfalen verantworten. Eines der besagten Studios war in der Windhorststraße, eines am Aegidiimarkt.

Nach dem Prozessauftakt Mitte Juni fand am Montag der neunte Verhandlungstag statt. Im Fokus stand der 47-jährige Hauptangeklagte, der als Strippenzieher hinter dem möglichen bandenmäßigen Betrug gilt. Als Zeugen wurden zwei Vermieter von Dülmener Nagelstudios befragt. Beide berichteten, dass sich der 47-Jährige Mitte 2016 (erster Vermieter) und Mitte 2018 (zweiter Vermieter) aktiv um die leerstehenden Ladenlokale beworben habe. Beide Lokale waren in unmittelbarer Nähe eines bereits bestehenden, welches der Hauptangeklagte zuvor eröffnet hatte. Am Anfang seien die Studios augenscheinlich rege besucht gewesen, später nicht mehr, so beide Zeugen.

Rolle der Nicht ist unklar

Bei den Mietvertragsunterzeichnungen soll der 47-Jährige sich nicht mit seinem Namen, sondern mit dem Namen seiner 31-jährigen Nichte aus Rottweil vorgestellt und so unterschrieben haben. Den Vermietern sei dies nicht bewusst gewesen.

Die genaue Rolle der 31-jährigen Nichte ist derweil unklar. Laut Anklage soll sie durch die Bereitstellung ihrer Ausweispapiere Beihilfe zum Betrug geleistet habe. An vorherigen Prozesstagen hatte der Hauptangeklagte betont, die 31-Jährige habe nichts davon gewusst.

Vermieter werden befragt

Für kurzes Schmunzeln bei Prozessbeteiligten sorgte der 47-Jährige, als er einem der Zeugen, ohne vorherige Konsultation seines Verteidigers, Fragen stellen wollte und sein Verteidiger ihn energisch daran hinderte.

Der Prozess wird am Freitag (7. August) fortgesetzt. Dann sollen die Vermieter der Nagelstudios in Greven und Emsdetten befragt werden. Mit Spannung wird die Aussage der 31-Jährigen an einem der kommenden Prozesstage erwartet.

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