Mögliche Sicherungsverwahrung
Psychische Probleme: Schlag mit Flasche

Münster -

Ein 38-jähriger soll im Januar eine Bekannte mit einer Whiskeyflasche schwer am Kopf verletzt. Sie schwebte zwischenzeitlich in Lebensgefahr. Im nun begonnenen Prozess geht auch um eine mögliche Sicherungsverwahrung. Denn es ist nicht der erste Gewaltausbruch des Mannes.

Donnerstag, 06.08.2020, 20:00 Uhr
Mögliche Sicherungsverwahrung: Psychische Probleme: Schlag mit Flasche
Foto: Oliver Werner (Symbolbild)

Zum Prozessauftakt am Donnerstag gab es direkt ein Geständnis: Ein 38-jähriger Deutscher räumte ein, dass er seiner 50-jährigen Bekannten Ende Januar mit einer Whiskeyflasche auf den Kopf geschlagen hat. Die Folgen: ein Schädel-Hirn-Trauma und Hirnblutungen, die fast zum Tod der Frau geführt hätten.

Psychose als Begründung

Seine Begründung für die Tat: Er leide unter einer Psychose, die schon öfters für abrupte Gewaltausbrüche gesorgt habe. Die 50-Jährige, die den damals wohnungslosen Angeklagten für ein paar Tage bei sich wohnen ließ, habe ihn provoziert. Er betonte allerdings, dass er selbst Polizei und Rettungskräfte gerufen habe, was ein Zeuge bestätigte.

Wenige Tage zuvor war der 38-Jährige aus einer Klinik entlassen worden, in welcher er sich wegen eines vorherigen Gewaltausbruch hatte behandeln lassen. Wegen der psychischen Krankheit steht eine Sicherungsverfahren im Raum.

Die 50-Jährige, die im Laufe des ersten Prozesstages als Zeugin befragt wurde, war selbst zur Tatzeit – durch den Inhalt der späteren Tatwaffe – alkoholisiert. Dadurch sowie durch den Schlag habe sie sich mehrere Tage nicht an die Tat erinnern können. Doch sie beteuerte, dass es im Vorfeld keinen Streit gegeben habe. Auch habe sie ihren Bekannten weder provoziert, noch beleidigt.

"Wie aus dem Nichts"

Vielmehr sei der Schlag mit der Whiskeyflasche – ebenso wie Mordandrohungen an dem Abend sowie bereits vorher – wie aus dem nichts gekommen. Allgemein machte die 50-Jährige allerdings mehrfach widersprüchliche Aussagen, die nicht zu ihren vorherigen polizeilichen Aussagen sowie zu anderen Beweisen passten. Der Prozess wird am 24. August fortgesetzt.

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