Münster deutlich teurer Osnabrück
Je schlechter die Ausbildung desto höher die Mietbelastung

Münster -

Familien, die über keinen anerkannten Berufsabschluss verfügen, müssen in Münster fast 40 Prozent ihres Einkommens für die Miete ausgeben. Das hat eine neue Studie eines Immobilienportals ergeben. Auch bei besser ausgebildeten ist die Mietbelastung im Vergleich zum Einkommen hoch.

Mittwoch, 12.08.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 12.08.2020, 15:19 Uhr
Die Münsteraner müssen einen großen Teil ihres Einkommens für die Miete ausgeben.
Die Münsteraner müssen einen großen Teil ihres Einkommens für die Miete ausgeben. Foto: Markus Scholz/dpa (Symbolbild)

Familien in Münster müssen einen überdurchschnittlich hohen Anteil ihrer Einkommen für Mieten aufwenden. Diese nicht ganz neue Erkenntnis hat das Portal Immowelt mit einer Studie aller Großstädte über 100 000 Einwohner bestätigt.

Demnach gab eine vierköpfige Familie – Hauptverdiener, Nebenverdiener, zwei Kinder – im ersten Halbjahr im Median 910 Euro für eine 80 bis 120 Quadratmeter große Wohnung aus. Der Median (der mittlere Messwert der Reihe) gelt laut Immowelt als Richtwert, weil auf diese Weise sehr teure Immobilien die Statistik nicht nach oben verfälschten. Dieser Wert wurde in Zusammenhang mit dem Median der Bruttogehälter, aufgeteilt nach Berufsabschlussgraden, gesetzt.

Hohe Belastung für Familien

Mieter, die über keinen Berufsabschluss verfügen, mussten 38 Prozent ihres Bruttoeinkommens für ihre Miete ausgeben. Werte über 25 Prozent gelten als „Belastung“ für Familien, Werte über 33 Prozent als „Überbelastung“. Mieter mit anerkanntem Berufsabschluss mussten im Median 29 Prozent ihres Bruttogehalts für Mieten aufwenden, bei Familien mit akademischen Berufsabschluss waren es 22 Prozent. In Städten wie Berlin, München oder Rostock müssen Familien einen noch höheren Anteil ihres Einkommens für die Miete aufwenden. Weniger stark belastet werden Mieter dagegen unter anderem in Osnabrück (730 Euro im Median) oder im Ruhrgebiet.

Die Studie basiert auf dem Median der Nettokaltmieten der Wohnungen in Münster, die im ersten Halbjahr auf dem Portal Immowelt angeboten wurden. Nebenkosten wurden pauschal hinzugerechnet. Diese Werte wurden mit den Werten der Median-Bruttoentgelte der Arbeitsagentur, aufgeteilt auf die Berufsabschlüsse, verglichen. Wie viele Inserate für Münster als Datengrundlage herangezogen wurde, wollte Immowelt nicht preisgeben.

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