Ernährungsrat Münster zieht Bilanz
Regionalvermarktung im Aufwind

Münster -

Die Corona-Pandemie hat die Gewohnheiten vieler Menschen durcheinandergewirbelt – auch im Bezug aufs Essen. Doch die Veränderung muss nicht in jedem Fall schlecht sein.

Mittwoch, 12.08.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 12.08.2020, 12:42 Uhr
Der Ernährungsrat Münster zog jetzt Bilanz (v.l.): Florian Rösler (Landwirtschaftskammer NRW), Annika Ahlers (Anni‘s Bauernbox), Hendirk Homann (Münsterländer Hofkiste) und Damian Winter (Koordinationsteam Ernährungsrat Münster i.G.).
Der Ernährungsrat Münster zog jetzt Bilanz (v.l.): Florian Rösler (Landwirtschaftskammer NRW), Annika Ahlers (Anni‘s Bauernbox), Hendirk Homann (Münsterländer Hofkiste) und Damian Winter (Koordinationsteam Ernährungsrat Münster i.G.). Foto: Ernährungsrat Münster

Fast fünf Monate ist es nun her, dass die Corona-Pandemie auch in Münster das gesellschaftliche Leben auf den Kopf stellte. Die zahlreichen Corona-Fälle im Schlachthof Tönnies wirken noch nach und brachten ein weiteres Mal zahlreiche Missstände in den Fokus der Öffentlichkeit. Der Ernährungsrat Münster zieht in einer Pressemitteilung mithilfe seines Netzwerks eine Zwischenbilanz für das lokale Ernährungssystem.

Leere Supermarktregale seien zwar demnach nur eine vorübergehende Erscheinung gewesen, jedoch sei deutlich geworden, wie abhängig die städtische Versorgung von globalen Lieferketten ist. Gleichzeitig erlebte die landwirtschaftliche Erzeugung laut Mitteilung im Münsterland massive Absatzeinbußen bei Exporten. Viele Verbraucher hätten die Problematik erkannt und sich für den Kauf von regionalen Produkten mit kurzen Lieferwegen und sicherer Herkunft entschieden. „Viele Hofläden erlebten in der Corona-Zeit einen regelrechten Ansturm von Kunden”, stellt Florian Rösler von der Landwirtschaftskammer NRW fest. Aber auch andere Direktvermarktungsmodelle erlebten einen Aufwind. So zum Beispiel Anni´s Bauernbox, bei der online heimische Produkte bestellt werden können. „Lebensmittel direkt aus der Region geben uns die Sicherheit auch in Krisenzeiten versorgt zu sein“, betont Annika Ahlers, Initiatorin und Namensgeberin der Bauernbox.

Plattform für Lebensmittelerzeuger

Um auch weitere lokale Direktvermarkter beim digitalen Absatz ihrer Produkte zu unterstützen, befindet sich zudem im Netzwerk des Ernährungsrats mit dem Open Food Network eine zentrale Plattform im Aufbau, auf der Lebensmittelerzeuger ihre Produkte einfach und kostenlos online sichtbar und bestellbar machen können. „Die Plattform ermöglicht Verbrauchern, sich mit Lebensmitteln aus einem Umkreis von wenigen Kilometern um den eigenen Standort zu versorgen“, so Hendirk Homann, einer der Initiatoren.

Münster und Region benötigen ein ökologisch nachhaltiges und im Ganzen zukunftsfähiges Ernährungssystem, das jedoch nur mit allen Beteiligten geschaffen werden könne. Aus diesem Grund wünsche sich der Ernährungsrat Münster auch in Anbetracht der anstehenden Kommunalwahl, dass das geschärfte Bewusstsein der Öffentlichkeit und der Stadtpolitik für die Entwicklung einer zukunftsweisenden Ernährungsstrategie genutzt werde.

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