Klimaziele der Grünen bis 2030
Lieber Windräder als Braunkohle

Münster -

Welchen Weg soll Münster gehen, um klimafreundlicher zu werden? Die Grünen haben jetzt ihre energiepolitischen Ziele vorgestellt. Ihr Anspruch: Bis 2030 sollen die Stadtwerke nur noch Öko-Strom anbieten.

Dienstag, 11.08.2020, 21:00 Uhr
Sie stellten die energiepolitischen Ziele der Grünen vor (v.l.): Leandra Praetzel, Robin Korte, Peter Todeskino und Sylvia Rietenberg.
Sie stellten die energiepolitischen Ziele der Grünen vor (v.l.): Leandra Praetzel, Robin Korte, Peter Todeskino und Sylvia Rietenberg. Foto: Oliver Werner

„Windräder sind schöner als ein Braunkohlekraftwerk.“ Leandra Praetzel ist eine Grüne – auch wenn es um Ästhetik geht. Die Wahlkreiskandidatin für Mecklenbeck weiß wie auch ihre Parteifreunde, dass ein Ausbau der Windenergie noch viele Debatten über eine tatsächliche oder auch nur vermeintliche Verschandelung des Landschaftsbildes nach sich ziehen wird.

Doch die Grünen sind entschieden gewillt, sich dieser Debatte zu stellen. „Ja, wir reden über viele neue Windräder“, erklärte der grüne Oberbürgermeister-Kandidat Peter Todeskino in Hinblick auf das Wahlprogramm der münsterische Grünen, in dem es heißt: Die Stadtwerke sollen bis 2030 komplett auf Ökostrom umstellen.

Platz auf Dächern für Solaranlagen nutzen

Abgesehen vom Bau vieler neuer Windräder streben die Grünen deshalb auch eine Offensive beim Ausbau der Photovoltaik auf Hausdächern an. „Wenn ich oben vom Stadthaus 2 auf die Stadt blicke, dann sehe ich so viele Dächer, wo noch Platz wäre für Solaranlagen“, so der Oberbürgermeisterkandidat.

Ihre energiepolitischen Ziele stellten die Grünen am Dienstag bei einem Pressegespräch an den Aaseekugeln vor. Mit der Wahl des Ortes protestierten die Grünen unter anderem gegen die Entscheidung der Stadtverwaltung, ein Windrad in Mecklenbeck nicht zu genehmigen, weil es sich dann in der Blickachse des Aasees befände. Eine solche Haltung würde es mit ihm als Oberbürgermeister nicht geben, versicherte Todeskino. „Ich mag keine Stadtverwaltung, die keine Lust hat zu planen.“

Aus klimapolitischen Gründen erteilte der Ratskandidat Robin Korte dem von der SPD geplanten Baugebiet im Bereich Lütkenbeck eine Absage. Dort liege eine für die Innenstadt zentrale Frischluftschneise, die nicht zerstört werde dürfe. Bereits jetzt liege die Temperatur in der City um durchschnittlich 2,5 Grad höher als am Stadtrand.

Energie und Flächen sparen

Zu dem ganzen Bündel an Maßnahmen, die die Grünen im Falle ihres Wahlsieges durchsetzen wollen, gehört auch ein Programm zum Energiesparen, eine starke Begrenzung des Einfamilienhausbaus in Neubaugebieten, um den Flächenverbrauch zu senken, überdies die Verpflichtung der Stadtverwaltung, bei der Vorbereitung aller Ratsbeschlüsse die Auswirkungen auf das Klima darzustellen.

 Korte legte bei dem Gespräch eine Grafik des Potsdams-Instituts für Klimafolgenforschung vor, wonach für Münster die Gefahr einer Entwicklung „urbaner Hitzeinseln“ mit „hoch“ angegeben wird. Für die Umlandkreise gelten niedrigere Werte, „sehr hoch“ ist die Gefahr in den Großstädten am Rhein und im Ruhrgebiet.

Die GAL-Ratsfrau Sylvia Rietenberg, die ebenfalls an dem Gespräch teilnahm, legte ihre Fokus auf eine „sozial verträgliche“ Umsetzung der Energiewende.

Diese Oberbürgermeister-Kandidaten treten in Münster an

1/9
  • CDU: Markus Lewe

    Steckbrief: Markus Lewe, 55 Jahre alt, Oberbürgermeister der Stadt Münster seit 2009, verheiratet, fünf Kinder, CDU-Mitglied.

    Politisches Lebensmotto: „Es ist besser, in der Hoffnung als in der Angst zu leben.“

    Foto: diverse
  • SPD: Michael Jung

    Steckbrief: Dr. Michael Jung, 44 Jahre alt, ledig, keine Kinder, Lehrer am Annette-Gymnasium, Mitglied der SPD.

    Politisches Motto: „Endlich ein Oberbürgermeister, der Wohnen bezahlbar, die Stadt klimaneutral, die Schulen digital und den Wirtschaftsstandort sicher macht.“

    Foto: diverse
  • Grüne: Peter Todeskino

    Steckbrief: Peter Todeskino, 61 Jahre alt, Geschäftsführer der Westfälischen Bauindustrie GmbH, Bürgermeister und Stadtrat für Stadtentwicklung und Umwelt a.D., verheiratet, zwei Kinder, Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen.

    Politisches Lebensmotto: „Gradlinig, konsequent, umsetzungsorientiert: Machen!“

    Foto: diverse
  • FDP: Jörg Berens

    Steckbrief: Jörg Berens, 40 Jahre alt, Social-Media-Manager, verheiratet, zwei Kinder, Mitglied der FDP.

    Politisches Lebensmotto: „Eine gute Idee ist jede Mühe wert.“

    Foto: diverse
  • Linke: Ulrich Thoden

    Steckbrief: Ulrich Thoden, 47 Jahre alt, Lehrer am Berufskolleg, verheiratet, keine Kinder, Mitglied der Partei Die Linke.

    Politisches Lebensmotto: »Alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.« (Karl Marx)

    Foto: diverse
  • Piraten: Sebastian Kroos

    Steckbrief: Sebastian Kroos, 45 Jahre alt, alleinerziehend, ein Kind, Fachinformatiker, Controller beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, Niederlassung Münster

    Politisches Lebensmotto: „Möglichkeiten sollten genutzt werden.“

    Foto: diverse
  • ÖDP: Michael Krapp

    Steckbrief: Michael Krapp, 48 Jahre alt, Geschäftsführer eines Finanzberatungsunternehmens für nachhaltige Geldanlage, verheiratet, zwei Kinder, Mitglied der ÖDP.

    Politisches Lebensmotto: „Offen sein für Neues, gut zuhören, Positionen klar formulieren und mutig umsetzen.“

    Foto: diverse
  • Die Partei: Roland Scholle

    Steckbrief: Roland Scholle, 41 Jahre alt, staatlich geprüfter Sozialhelfer, ledig, keine Kinder, Mitglied der Partei „Die Partei“.

    Politisches Lebensmotto: „Die AfD ist wie ein Steak, das keiner haben möchte. Zu braun und zu durch! Wählt ,Die Partei‘, sie hat immer Recht.“

    Foto: diverse
  • Münster-Liste: Georgios Tsakalidis

    Steckbrief: Georgios Tsakalidis, 53 Jahre alt, Integrations-Berater, ledig, zwei in Athen lebende Kinder, überparteilich („war nie in einer Partei“).

    Politisches Lebensmotto: „Politik ist für mich die Kunst, das Unmögliche möglich zu machen und Farbe sowie Interkulturalität reinzubringen, damit die bunte demokratische Vielfalt überall Normalität wird.“

    Foto: diverse
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7530666?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Nachrichten-Ticker