„Domgedanken“ mit Armin Laschet
„Angst und Panik sind keine guten Ratgeber“

Münster -

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat am Mittwochabend im Münsteraner Dom die Veranstaltungsreihe „DomGedanken“ eröffnet. Er nutzt das Thema „Zurück zum Leben mit Corona“ für eine nachdenkliche Bilanz.

Mittwoch, 12.08.2020, 21:22 Uhr aktualisiert: 12.08.2020, 21:55 Uhr
Ein sichtlich nachdenklicher Armin Laschet sprach zum Auftakt der Domgedanken in Münster.
Ein sichtlich nachdenklicher Armin Laschet sprach zum Auftakt der Domgedanken in Münster. Foto: Wilfried Gerharz

„Das ist eine der ersten größeren öffentlichen Veranstaltungen seit Beginn der Corona-Einschränkungen für mich“, erklärt Armin Laschet . Er blickt aufmerksam durch den Dom in Münster, „seit Jahrhunderten ein Hort des Zusammenhalts auch in der Not.“ Vor vier Jahren habe er hier vor rappelvollen Bänken gesprochen. Doch zum Auftakt der „Domgedanken“ am Mittwochabend sind entsprechend der Corona-Regeln nur wenige Plätze besetzt. Draußen demonstrieren Klimaschützer. Laschet nutzt das Thema „Zurück zum Leben mit Corona“ für eine nachdenkliche Bilanz.

Corona-Einschränkungen seien notwendig, aber sie dürften kein Selbstzweck sein, und schon gar nicht könne es Dauerzustand sein, „die Grundfreiheiten so massiv einzuschränken“, betont der NRW-Ministerpräsident. Alte Menschen hätten ihren Lebensmut verloren, weil sie alleine waren, und seien deshalb gestorben. „Diese Toten erfasst kein Robert-Koch-Institut.“ Nie habe er die Bandbreite der Gefühle so unterschiedlich wahrgenommen: „Da haben uns Leute Blumen vor die Staatskanzlei gelegt, um sich zu bedanken. Doch da hat mich auch ein Brief erreicht mit dem Vorwurf: Du schickst die Kinder in den Tod.“

Kritik an Grenzschließungen

„Wer Entscheidungen über einen Lockdown, also die Schließung der Gesellschaft, fällen muss, braucht festen Boden unter den Füßen“, sagt Laschet. Angst und Panik seien nie gute Ratgeber. Ihn habe die christliche Abwägung angetrieben, dass der Mensch ein freies Wesen ist, das aber in Verantwortung für andere handeln muss. Gerade jetzt, da die Infektionszahlen wieder steigen, müsse man den Schutz wieder stärker bedenken. Doch man könne nicht Jahre ohne wirtschaftliche Existenz, Ausbildung und soziale Kontakte leben. Auch müssten sich die Leistungen von Pflegekräften und Verkaufspersonal in den nächsten Gehaltsverhandlungen niederschlagen. „Es reicht nicht, zu klatschen.“

Jeder müsse seine Meinung frei äußern können, sagt er. Doch man dürfe Menschen nicht durch Missachtung der Corona-Regeln gefährden und Kritik nicht mit Rechtsradikalismus und Antisemitismus verbinden.

Laschet fordert eine „neue Gründerzeit“, mehr Digitalisierung, Solidarität: „Wir müssen die Gesellschaft stärken für das, was vor uns liegt.“ Dabei führen nationale Alleingänge nicht weiter: „Es ist eine irrige Vorstellung, dass man mit Schlagbäumen den Virus stoppt.“

140 Aktivisten demonstrieren für Klimaschutz

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  • Protest für den Klimaschutz am Dom

    Foto: Oliver Werner
  • Protest für den Klimaschutz am Dom

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  • Protest für den Klimaschutz am Dom

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  • Protest gegen Datteln IV

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  • Protest für den Klimaschutz am Dom

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  • Protest gegen Datteln IV

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