26 Prozent der Ausbildungsplätze unbesetzt
Der Baubranche gehen in Münster die Azubis aus

Münster -

Münsters Betriebe kämpfen um Auszubildende. Vor allem in der Baubranche bleiben viele Stellen unbesetzt. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt fordert deshalb ein Einkommensplus für Azubis.

Freitag, 14.08.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 14.08.2020, 15:20 Uhr
Azubis auf Baustellen könnten bald selten werden, warnt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt und fordert bessere Arbeitsbedingungen.
Azubis auf Baustellen könnten bald selten werden, warnt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt und fordert bessere Arbeitsbedingungen. Foto: IG Bau

Der Bauboom trifft auf einen Nachwuchs-Mangel: Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres sind viele Baufirmen in Münster vergeblich auf der Suche nach Azubis. Darauf weist die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt ( IG Bau ) unter Berufung auf aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur hin. Danach blieben im Juli 26 Prozent aller Ausbildungsstellen auf dem Bau unbesetzt. Von 31 ausgeschriebenen Plätzen in der Stadt waren noch acht zu vergeben.

Detlev Hopp von der IG Bau Münster-Rheine spricht von einem „Alarmsignal“. Wenn es den Firmen nicht gelinge, Schulabgänger für die dringend gebrauchte Arbeit als Maurer, Straßenbauer oder Baugeräteführer zu finden, dann gerate das Fundament der ganzen Branche ins Wanken. „Aber nur wenn die Arbeitsbedingungen auf Baustellen attraktiver werden, lässt sich das Nachwuchs-Problem lösen“, ist der Gewerkschafter überzeugt.

Gewerkschaft fordert Einkommensplus

In der laufenden Tarifrunde fordert die IG Bau deshalb ein monatliches Einkommensplus von 100 Euro für alle Azubis. Außerdem soll die lange, meist unbezahlte Fahrerei zur Baustelle entschädigt werden, um die Arbeit attraktiv zu halten – auch gegenüber anderen Branchen, in denen weit weniger gependelt werde. „Wer sich bei der Berufswahl für den Bau entscheidet, der muss auch Familie, Freizeit und Arbeit unter einen Hut bringen können. Aber das klappt für die meisten Berufseinsteiger nur sehr selten“, so Hopp. Diese Unzufriedenheit spiegele sich auch in einer hohen Abbrecherquote wider. Laut aktuellem Ausbildungs- und Fachkräftereport der Sozialkassen des Baugewerbes bringt jeder dritte Azubi die Ausbildung nicht zu Ende.

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