Oberbürgermeister-Kandidaten bei Demo
„Kidical Mass“: Radwege für Kinder verbessern

Münster -

Münsters Straßen sind für Kinder und Jugendliche unsicher und gefährlich – das ist die Meinung des Bündnisses „Kidical Mass“, das am Samstag zu einer Demo in Münster aufgerufen hatte. Vor Ort war auch jede Menge Politik-Prominenz. Und die versprach den Anwesenden ein wahres Fahrrad-Eldorado.

Samstag, 15.08.2020, 17:38 Uhr aktualisiert: 16.08.2020, 19:05 Uhr
Michael Jung (l.), Peter Todeskino und Markus Lewe - einer von ihnen wird wahrscheinlich nächster Oberbürgermeister. Doch welche Wege schlagen sie verkehrspolitisch ein?
Michael Jung (l.), Peter Todeskino und Markus Lewe - einer von ihnen wird wahrscheinlich nächster Oberbürgermeister. Doch welche Wege schlagen sie verkehrspolitisch ein? Foto: Joel Hunold

Wer am Samstag den anwesenden Oberbürgermeisterkandidaten bei der Demonstration „Kidical Mass“ zugehört hat, könnte meinen, Münster werde bald ein wahres Fahrrad-Eldorado – unabhängig vom Wahlausgang. Sieben der neun OB-Kandidaten und ein Spitzenkandidat versprachen, sich nach der Wahl für eine bessere und sicherere Fahrradinfrastruktur einzusetzen.

Das deutschlandweite Bündnis „Kidical Mass“, welches zu der Demo, die an den Aaseekugeln startete und später als Fahrraddemo durch Münster führte, eingeladen hatte, sieht klare Defizite bei der Verkehrssicherheit für Kinder. „Eine Stadt muss sich fragen: ‚Würde ich meine Kinder hier alleine fahren lassen?‘ Und die Antwort ist an vielen Stellen in Münster ‚Nein‘“, sagte Initiator Daniel Hügel .

Die „Kidical Mass“-Organisatoren und die rund 130 Teilnehmer forderten Tempo 30 in der kompletten Stadt, autofreie Zonen und Orte und, dass illegales Parken von Autos auf dem Gehweg nicht mehr geduldet wird. Mehr Platz werde benötigt, damit Kinder und Jugendliche sich sicher und selbstständig bewegen können. Das forderten nicht nur Eltern, sondern auch die Kinder selbst, welche den Politikern erzählten, dass sie sich nicht sicher fühlen. Sie fragten, warum Autos auf Radwegen stehen dürfen.

„Kidical Mass“-Demo für mehr Fahrradsicherheit

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  • Am Samstag hat die Demo „Kidical Mass“ stattgefunden, die sich für eine bessere Fahrradinfrastruktur einsetzt.

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  • Mit dabei waren auch mehrere Oberbürgermeisterkandidaten, darunter Michael Jung, SPD (l.), Peter Todeskino, Grüne und Markus Lewe, CDU.

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  • Die Demo führte später als Fahrraddemo durch ganz Münster.

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  • Doch zuvor fand eine Kundgebung an den Aaseekugeln statt.

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  • Werden hier schon Bündnisse und Koalitionen der verschiedenen OB-Kandidaten geschmiedet? Oder besprechen die ausschließlich männlichen Bewerber doch nur Fußballergebnisse?

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  • „Kidical Mass“-Organisator Daniel Hügel fragte die Anwesenden, ob sie ihre Kinder mit guten Gewissen alleine durch Münster fahren lassen würde.

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  • Mehrere Kinder hatten im Vorfeld der Demo ihre eigenen Forderungen aufgeschrieben. Denn das Bündnis kritisiert besonders, dass Kinder und Familien in Münster oft gefährdet sind.

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  • Zugegeben, ein Teil der Forderungen ist bestimmt angeleitet von den Eltern.

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  • Davon zeugt alleine diese doch recht ordentliche Handschrift.

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  • Andere Forderungen sind ganz klar selbst von Kindern formuliert.

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  • Und so oder so berechtigt.

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  • Schließlich sind Fahrradfahrer oftmals schwächere Verkehrsteilnehmer als Autofahrer, besonders wenn es sich um Kinder handelt.

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  • Auch Greenpeace war auf der Demo vertreten, um ihren Forderungen nach einer grüneren Zukunft Nachdruck zu verleihen.

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  • Im Vorfeld der Demo wurde eine Petition mit den Forderungen von „Kidical Mass“ aufgestellt.

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  • Die Forderungen unter anderem: Tempo 30 in der ganzen Stadt und autofreie Zonen.

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  • Die Kinder übergaben die Petition, die von rund 1200 Leuten unterschrieben wurde, an die Politiker. Markus Lewe hätte die Petition anscheinend am liebsten zwei Mal gehabt...

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  • Doch für alle gab es nur eine, muss reichen.

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  • Auch Michael Krapp (ÖDP) bekam eine Petition.

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  • Rund 130 Kinder, Jugendliche, Eltern und Interessierte nahmen an der Demo teil.

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  • Im Anschluss stellten die OB-Kandidaten ihre politischen Ideen vor. So will Michael Jung (SPD) 20 Millionen zusätzlich in die Fahrradinfrastruktur investieren.

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  • Georgios Tsakalidis (Münster Liste) ermahnte die Kinder lieber vorsichtig und langsam zu fahren.

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  • Peter Todeskino (Grüne) bekräftigte, dass seine Partei Münsters Innenstadt autofrei machen will.

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  • Die gleichen Pläne haben die Linken, wie Ulrich Thoden betonte.

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  • Volt mit ihrem Spitzenkandidaten Tim Pasch stellten sich derweil hinter die Forderungen von „Kidical Mass“

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  • Ebenso wie Michael Krapp von der ÖDP.

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  • Sebastian Kross (Piraten) fand es derweil unglaublich, dass so eine Petition in Münster überhaupt gestellt werden muss.

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  • Und der amtierende CDU-Bürgermeister Markus Lewe erläuterte, unter seiner Verwaltung werden aktuell ganz viele Fahrradstraßen eingerichtet und rot gefärbt.

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  • Nach den Reden machte sich die Demo auf den Weg durch die Stadt.

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  • Begleitet von der Polizei durften sie auf der Straße fahren.

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  • Und machten dabei auf ihre Forderungen aufmerksam.

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Übergabe einer Petition

Im Vorfeld der Demo wurde eine Petition gestartet, die an die anwesenden Politiker übergeben wurde. Michael Krapp (ÖDP) und Tim Pasch (Spitzenkandidat Volt) stellten sich hinter die Forderungen von „Kidical Mass“. Sebastian Kroos (Piraten) bezeichnete es beschämend, dass die Petition überhaupt gestellt werden muss. Georgios Tsakalidis (Münster Liste) erinnerte die teilnehmenden Kinder daran, langsam und vorsichtig zu fahren.

Währenddessen bekräftigten Ulrich Thoden (Linke) und Peter Todeskino (Grüne) den Plan einer autofreien Innenstadt. Allerdings nannte Todeskino, anders als im Wahlprogramm verankert und im Vorfeld oft betont, das Jahr 2030 statt 2025 als Ziel.

Jung verspricht 20 Millionen jährlich

Michael Jung (SPD) versprach derweil Investitionen von 20 Millionen Euro jährlich in die Fahrradinfrastruktur und betonte, Finanzmittel müssten vom Auto hin zum Fahrrad umgeschichtet werden. Und der amtierende Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) erinnerte daran, dass aktuell viele Fahrradstraßen rotgefärbt werden und weitere folgen sollen.

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