West-östlicher Diwan
Domplatz wird zum Orient

Münster -

„Die Menschen sehen sich nach Kultur“, meint Oberbürgermeister Markus Lewe. Ein erstes großes Angebot seit Beginn der Pandemie gibt es am Wochenende auf dem Domplatz. Dann wird der dritte west-östliche Diwan veranstaltet – unter Corona-Auflagen aber mit einem umso bunteren, interkulturellen Programm.

Donnerstag, 10.09.2020, 22:00 Uhr aktualisiert: 11.09.2020, 11:50 Uhr
Noch warten die Figuren der Dichter Hafis und Goethe in einer Halle auf ihren Einsatz beim west-östlichen Diwan am Wochenende. Thomas Nufer (v.l.), Klaus Bösing und Oberbürgermeister
Noch warten die Figuren der Dichter Hafis und Goethe in einer Halle auf ihren Einsatz beim west-östlichen Diwan am Wochenende. Thomas Nufer (v.l.), Klaus Bösing und Oberbürgermeister Foto: ret

Es ist das erste große kulturelle Ereignis in der Innenstadt seit Corona. An diesem Wochenende (Samstag von 20 bis 24 Uhr, Sonntag von 16 bis 20 Uhr) veranstaltet das Eine-Welt-Forum Münster zusammen mit dem Aktionskünstler Thomas Nufer zum dritten Mal den west-östlichen Diwan auf dem Domplatz.

Am Donnerstag liegen sie noch in einer ehemaligen Panzerhalle auf dem Gelände der York-Kaserne, Samstag werden die rund 500 Teppiche auf dem Domplatz ausgebreitet. Zu der Veranstaltung gehören neben dem orientalischen Ambiente vor allem musikalische, unterhaltsame und kulinarische Höhepunkte. Auf Letztere muss in diesem Jahr aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen leider verzichtet werden. Maximal 300 Besucher dürfen sich zeitgleich auf dem eingezäunten Gelände aufhalten, es gelten die üblichen Schutzvorgaben.

Trotz der Einschränkungen verspricht sich der Schirmherr des Events, Oberbürgermeister Markus Lewe , viel von dem Diwan. Mehr noch: Er möchte das Format auch in anderen Städten etablieren. „Dieser Diwan ist eine der schönsten Veranstaltungen, die wir in den letzten Jahren aufgegleist haben“, sagt Lewe. Das Kostbare an dem Diwan sei, dass Gemeinsamkeiten zwischen West und Ost im Mittelpunkt stünden, nicht die Gegensätze. „Die Menschen sprechen miteinander, statt übereinander“, betont Lewe.

Der kulturelle Austausch lebt vor allem in den verschiedensten Darbietungen, die es auf dem Diwan gibt. Neben einem Wahrsager mit einer Glaskugel wird es in diesem Jahr musikalische und Tanzbeiträge geben, zum Beispiel von einer kurdischen Gruppe mit Flüchtlingskindern. Besonderheit in diesem Jahr sind die zwei Märcheninseln für Kinder, wie Thomas Nufer erklärt: „Bei der west-östlichen Insel lesen arabisch-persische Interpreten deutsche Märchen und bei der ost-westlichen Insel ist es umgekehrt.“

Die Veranstaltung wird von der Stadt Münster, dem NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales Bau und Gleichstellung sowie der Dr-Buhmann-Stiftung für interreligiöse Verständigung unterstützt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7576922?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Nachrichten-Ticker