Völkerverständigung bei West-östlichem Diwan auf dem Domplatz
„Kunst öffnet Herzen der Menschen“

Münster -

Annäherung zwischen Orient und Okzident. Wie Völkerverständigung mit allen Sinnen funktioniert, zeigt der West-östliche Divan auf Teppichinseln auf dem Domplatz.

Montag, 14.09.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 14.09.2020, 18:38 Uhr
Impressionen beim West-östlichen Diwan auf dem Domplatz (von oben li. im Uhrzeigersinn: Die Statuen von Johann Wolfgang von Goethe und Hafis symbolisieren die Einheit von Okzident und Orient. Oberbürgermeister Markus Lewe und Organisator Thomas Nufer genießen orientalisch interpretierte Weltmusik.
Impressionen beim West-östlichen Diwan auf dem Domplatz (von oben li. im Uhrzeigersinn: Die Statuen von Johann Wolfgang von Goethe und Hafis symbolisieren die Einheit von Okzident und Orient. Oberbürgermeister Markus Lewe und Organisator Thomas Nufer genießen orientalisch interpretierte Weltmusik. Foto: Julian Alexander Fischer

Es ist wesentlicher Bestandteil des West-östlichen Diwans auf dem Domplatz, dass die Menschen aufeinander zugehen, miteinander in Kontakt treten und Berührungsängste verlieren. Maskenpflicht und Sicherheitsabstand haben diese Aspekte erschwert, zu trennen waren Orient und Okzident aber dennoch nicht.

Schließlich geht es bei der Veranstaltung darum, das Schönste beider Kulturen zu zeigen. „Die Kunst öffnet die Herzen der Menschen. So ist alles spielerischer und nicht so anstrengend. Das nimmt die Angst vor dem Fremden“, beschreibt Organisator Thomas Nufer das Konzept.

Schließlich war es am Samstagabend die Musik, die über jeden Abstand hinweg und jede Maske hindurch zu den Besuchern drang und eben diesen kulturellen Austausch erwirkte. Auf mehreren Inseln aus insgesamt 500 Teppichen präsentierten Künstler Eindrücke aus beiden Welten. So spielte das Sebastian-Netta-Trio traditionelle deutsche Volkslieder wie „Kein schöner Land in dieser Zeit“ im modernen Jazzgewand, während Anoosh Iranpour den Besuchern seine Künste an der persischen Setar zeigte. Das Saiteninstrument wird seit über 5000 Jahren verwendet und gibt sehr leise, bedächtige Töne ab. Kombiniert wurden die Klänge des Instruments mit den klassischen orientalischen Gesängen.

Omnipräsent waren beim Divan auch die Dichter Hafis und Johann Wolfgang von Goethe. So ist die Veranstaltung nach einer Gedichtsammlung Goethes benannt, die von Hafis’ Werk inspiriert wurde. Die Statuen beider Männer standen im Mittelpunkt des Domplatzes. Am Dom selber waren nach Einbruch der Dunkelheit Zitate der beiden Vorreiter des kulturellen Austauschs zu lesen.

Dadurch entstand auch unter diesen speziellen Umständen die Atmosphäre, die sich Thomas Nufer gewünscht hatte: „Man wird durch die Stimmung gefangen, und die Leute begegnen sich auf eine sehr harmonische Weise. Das macht mich wirklich glücklich.“

Einen Wermutstropfen gab es dennoch. So durften auf dem Gelände keine Speisen und Getränke angeboten werden, sodass der kulinarische Genuss orientalischer und einheimischer Spezialitäten diesmal keine unterstützende Wirkung auf die Atmosphäre nehmen konnte.

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