Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung
38-Jähriger ist „eine Bedrohung für die Allgemeinheit“

Münster -

Unter Alkoholeinfluss soll ein 38-Jähriger seine ehemaligen Freundin mit einer Whiskey-Flasche geschlagen haben. Die Frau wurde schwer verletzt. Jetzt landete der Fall vor Gericht.

Donnerstag, 17.09.2020, 20:00 Uhr
Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung: 38-Jähriger ist „eine Bedrohung für die Allgemeinheit“
Foto: dpa (Symbolbild)

Wegen gefährlicher Körperverletzung musste sich ein 38-jähriger Mann am Donnerstag vor dem Landgericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, eine damalige Freundin mit einer Whiskey-Flasche blutig geschlagen zu haben. Der Angeklagte gestand die Tat. Die Staatsanwaltschaft sowie die Verteidigerin der geschädigten 50-jährigen Münsteranerin plädierten auf die Unterbringung von Nicolas H. in einem psychiatrischen Krankenhaus.

Unter Alkoholeinfluss zugeschlagen

Zu dem Vorfall am Nachmittag des 31. Januar kam es laut Staatsanwaltschaft, als der Angeklagte nach einem Einkauf in die Wohnung der Geschädigten kam. Wegen bereits zahlreicher Vorfälle habe er sich zu diesem Zeitpunkt in Behandlung in einer LWL-Klinik befunden. Unter Alkoholeinfluss und ohne Vorwarnung soll er die Flasche auf den Kopf der Geschädigten geschlagen und ein Bild von seinem nun stark blutenden Opfer an seine ehemalige Freundin geschickt haben. Im Anschluss habe er die Polizei gerufen. Nachdem ein Mitbewohner die Tat entdeckt hatte, habe dieser den Angeklagten aufgefordert zu gehen. Die Polizei nahm den Angeklagten kurze Zeit später in Gewahrsam.

Die Geschädigte kam laut Staatsanwaltschaft mit starken Blutungen und Platzwunden für zwei Wochen in ein Krankenhaus.

Ex-Freundin sagt gegen 38-Jährigen aus

Vor Gericht sagte auch die ehemalige Freundin des Angeklagten aus. Sie berichtete von zahlreichen Fällen, in denen ihr Ex-Freund, mit dem sie zehn Jahre lang eine „On-Off-Beziehung“ geführt habe, sie geschlagen oder bedroht habe. Mehrmals habe sie sich von ihm trennen wollen.

Das psychiatrische Gutachten stellt dem Angeklagten paranoides sowie krankhaft sprunghaftes Denken, dazu Empathielosigkeit und egozentrische Züge aus. Zur Tatzeit habe er sein Verhalten nicht steuern können. Die Gutachterin kam zu dem Schluss, dass er aktuell eine Gefahr für die Allgemeinheit darstelle. Sein Verteidiger schilderte: „Ich kenne ihn nun seit sechs Monaten. Er hat einen guten Weg eingeschlagen. Ich hoffe, dass er auf diesem bleibt.“ Laut Staatsanwaltschaft seien weitere Behandlungsmethoden notwendig. Die Urteilsverkündigung wird am 28. September stattfinden.

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