Afrikanische Schweinepest
Münsterische Landwirte schützen ihre Tiere bestmöglich

Münster -

Die Afrikanische Schweinepest ist mittlerweile auch in Deutschland angekommen. Wie schnell sie sich hier ausbreiten wird, ist unklar. Die Landwirte in Münster versuchen, ihre Tiere bestmöglich zu schützen. 

Freitag, 18.09.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 18.09.2020, 10:21 Uhr
Gefahr durch Wildschweine: Im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree ist ein Tier gefunden worden, das nachweislich an der Afrikanischen Schweinepest verendet ist. Der Ausbruch
Gefahr durch Wildschweine: Im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree ist ein Tier gefunden worden, das nachweislich an der Afrikanischen Schweinepest verendet ist. Der Ausbruch Foto: Lino Mirgeler/dpa

In der vergangenen Woche hat das Bundeslandwirtschaftsministerium bestätigt, dass in Brandenburg nahe der polnischen Grenze ein Wildschwein gefunden wurde, das nachweislich an der Afrikanischen Schweinepest (ASP) erkrankt war. Der Nachweis der ASP auf deutschem Boden trifft die fast 100 Schweinehalter in Münster, deren Betriebe durch die Corona-Pandemie bereits ohnehin angeschlagen sind, teilt der Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) mit.

„Die Landwirte sind demnach in diesen Tagen besonders besorgt um unsere Tiere. „Tierschutz steht für uns an oberster Stelle und wir tun alles, was wir können, um unsere Hausschweine zu schützen und ein Übergreifen des Virus auf die Ställe zu verhindern“, sagt Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster.

„Schweinepest für Menschen ungefährlich“

„Die Einhaltung der Stallhygiene und ein besonderes Augenmerk auf unsere Tiere stehen daher absolut im Mittelpunkt unserer Arbeit“, betont Schulze Bockeloh. Gleichzeitig wolle sie versichern, dass die Schweinepest für Menschen ungefährlich und für den Verzehr von Schweinefleisch unbedenklich sei.

Es liegt im besonderen Interesse des landwirtschaftlichen Berufsstandes, den Ausbruch möglichst schnell einzudämmen, um die weitere Ausbreitung zu verhindern und die wirtschaftlichen Folgen möglichst gering zu halten, heißt es in der Mitteilung weiter. Nach Einschätzung des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes ist NRW auf einen Ausbruch der ASP im Wildschweinebestand gut vorbereitet.

Schweinehalter rechnen mit Einschränkungen

Auf Landes- und Kreisebene sind Strukturen vorhanden, die eine effektive Bekämpfung der ASP ermöglichen. Die rechtzeitige Gründung der Wildtierseuchen-Vorsorgegesellschaft in NRW unterstützt die zuständigen Behörden und eröffnet die realistische Chance, zeitnah wieder ASP-frei zu werden, heißt es. Dennoch rechnen die Schweinehalter zunächst weiterhin mit einschneidenden Beschränkungen im Export von Schweinefleisch.

Treffen im Landwirtschaftsministerium

In großer Sorge vor den Auswirkungen der Tierseuche auf die heimische Landwirtschaft hatten die Landräte im Münsterland bereits Anfang August einen Brandbrief an NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser gerichtet, in dem sie kurzfristig eine landesweite Notfallplanung für den ASP-Ausbruch in landwirtschaftlichen Gebieten einforderten. 

Die Ministerin lud daraufhin zu einem Gespräch ein, an dem jetzt in Düsseldorf die Landräte Dr. Olaf Gericke (Kreis Warendorf), Dr. Christian Schulze Pellengahr (Kreis Coesfeld) und Dr. Kai Zwicker (Kreis Borken) sowie Dr. Christoph Brundiers, Chefveterinär des Kreises Steinfurt, teilnahmen. Die aufgrund einer Landtagssitzung verhinderte Ministerin vertrat deren Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann.

Ausdrücklich würdigten die Landräte, so heißt es in einer Pressemitteilung, zunächst das Engagement des Landes, das unter anderem mit zur Gründung der „Wildtierseuchen-Vorsorge-Gesellschaft mbH“ geführt habe. Diese Gesellschaft soll im Fall eines lokalen Seuchengeschehens die von den örtlichen Veterinärbehörden angeordneten Schutz- und Sicherungsmaßnahmen umsetzen. Die landesseitigen Vorbereitungen zur Krisenplanung bzw. -bewältigung beim Tierschutz stünden hingegen aber noch aus, mahnten sie.

Konkret geht es den Landräten um die bereits wiederholt gestellte Frage: „Was geschieht, wenn ASP bei Wildschweinen hier vor Ort auftritt und aus einem Umkreis von einigen Kilometern keine Hausschweine mehr vom Handel abgenommen werden und damit Tierschutzprobleme in den Ställen vorprogrammiert sind?“ Da die damit verbundenen Probleme in allen Münsterlandkreisen aufträten und organisatorisch lokal nicht bewältigt werden könnten, stehe das Land in der Pflicht, unter seiner Federführung gemeinsam mit Vertretern der Fleischwirtschaft, den Berufs- und Interessenverbänden der Landwirtschaft und den Veterinärämtern dafür Lösungen zu finden. Ein Katalog aus Sicht der Landräte möglicher Maßnahmen sei dem Landwirtschaftsministerium bereits zugeleitet worden. Dabei hätten die Münsterlandkreise ausdrücklich ihre Bereitschaft zur Mitarbeit signalisiert.

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