Projekt „Hand-Werk-Statt“ in Schulen
Nachwuchsoffensive des Handwerks

Münster -

Nachwuchs-Akquise in Corona-Zeiten: Erstmals geht die Handwerkskammer mit dem Projekt „HandWerkStatt“ direkt in die Schulen – unter anderem ins Gymnasium Paulinum. Denn der Anteil von Abiturienten im Handwerk steigt.

Freitag, 18.09.2020, 10:00 Uhr
Zu den Berufsstationen der „Hand-Werk-Statt“ gehören auch spielerische Einblicke ins Dachdeckerhandwerk. Zum Auftakt im Paulinum (v.l.): Studien- und Berufswahlkoordinatorin Laura Diepenbeck, Carsten Haack (Handwerkskammer), HWK-Präsident Hans Hund, stellvertretender Schulleiter Markus Hanses und zdi-Leiterin Dr. Inga Zeisberg
Zu den Berufsstationen der „Hand-Werk-Statt“ gehören auch spielerische Einblicke ins Dachdeckerhandwerk. Zum Auftakt im Paulinum (v.l.): Studien- und Berufswahlkoordinatorin Laura Diepenbeck, Carsten Haack (Handwerkskammer), HWK-Präsident Hans Hund, stellvertretender Schulleiter Markus Hanses und zdi-Leiterin Dr. Inga Zeisberg Foto: Handwerkskammer Münster

Die Corona-Krise hat die Nachwuchs-Akquise erheblich erschwert. Deshalb geht die Handwerkskammer neue Wege. Erstmalig findet die „Hand-Werk-Statt“ nicht im Handwerkskammerbildungszentrum HBZ, sondern in zwei münsterischen Schulen vor Ort statt. Am Donnerstag und am heutigen Freitag können die Schüler im Gymnasium Paulinum bei handwerklichen Tätigkeiten wie Hämmern, Schrauben, Nähen, Malen, Verkabeln und Reifenwechseln elf Berufsgruppen spielerisch kennenlernen und dabei ihr Können entdecken. „Mit Abstand und unter Einhaltung aller Hygienevorgaben“, wie die Handwerkskammer in einer Pressemitteilung betont.

Auszubildende und Meister von fünf Handwerksbetrieben und dem HBZ Münster betreuen die Schüler an unterschiedlichen Stationen. Die „Hand-Werk-Statt“ läuft in Kooperation mit dem zdi-Zentrum (Zukunft durch Innovation) zur Förderung des naturwissenschaftlichen und technischen Nachwuchses.

Freude über Engagement der Schulen

 Den Anfang machten am Donnerstag die achten Klassen des Gymnasiums Paulinum. Zwei Wochen später ist der neunte Jahrgang der Erich-Klausener-Realschule dran. „Die Handwerkskammer freut sich über das Engagement der Schulen, nachdem die Betriebspraktika im Frühjahr weitgehend ausgefallen sind“, betonte Präsident Hans Hund im Paulinum. Auch die Ausbildungsvermittler und Ausbildungsbotschafter der Handwerkskammer hätten bislang kaum Schulen besuchen können. zdi-Leiterin Dr. Inga Zeisberg begrüßte, dass durch die „Hand-Werk-­Statt“ Berufsfelderkundung mit so vielen Jugendlichen in diesen Zeiten möglich geworden sei.

Abiturienten im Handwerk

Von Januar bis Ende August sind nach Informationen der Handwerkskammer HWK Münster 36 Prozent aller neuen Lehrverträge von Abiturienten abgeschlossen worden. Im gleichen Vorjahreszeitraum seien es noch 28 Prozent gewesen. Offenbar gewinne das Handwerk in Coronazeiten an Attraktivität und werde zunehmend als Alternative zum Studium erkannt, unterstrich HWK-Präsident Hans Hund. Bislang haben die Betriebe in Münster laut HWK insgesamt 512 neue Auszubildende eingestellt. Das seien 6,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Handwerkskammer verweist zudem auf viele noch offene Stellen.

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Umfassenden Einblick in die Berufswelt

„Am Gymnasium Paulinum möchten wir unseren Schülerinnen und Schülern möglichst umfassende Einblicke in die Berufswelt bieten und eine fundierte Berufsorientierung mitgeben“, unterstrich Schulleiter Dr. Tobias Franke. Handwerksberufe mit ihren unterschiedlichen Handlungsfeldern und Entwicklungsmöglichkeiten lieferten spannende Betätigungsfelder. „Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer, um gemeinsam das Interesse junger Menschen zu wecken und Talente fördern zu können“, so Franke.

 Hund hoffte, dass sich an den jeweils zwei Tagen viele Jugendliche für das Handwerk interessierten und betriebliche Praktikumsplätze vergeben werden könnten. „Handwerksberufe muss man erleben. Die Theorie kann die Faszination nicht vermitteln, wenn man neue Fähigkeiten erlebt und ein Produkt fertigstellt.“ Die „Hand-Werk-Statt“ leiste dazu einen Beitrag.

Ausbildungsvermittler berieten über die Vielfalt von 130 Ausbildungsberufen des Handwerks. Der Handwerkskammer-Präsident freute sich auch über die steigende Zahl von Auszubildenden mit Abitur im münsterischen Handwerk.

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