Reihe „Afrikanische Perspektiven“ in der Studiobühne am Domplatz
Drei Mal Afrika im Blick

Münster -

Die Reihe „Afrikanische Perspektiven“ startet durch. Die erste Veranstaltung beginnt am 25. September in der Studiobühne.

Montag, 21.09.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 21.09.2020, 19:32 Uhr
Afrika-Korrespondent Bartholomäus Grill
Afrika-Korrespondent Bartholomäus Grill Foto: Dominik Rößler

Nach der Corona-Pause richtet die Reihe „Afrikanische Perspektiven“ den Blick wieder auf den südlichen Nachbarkontinent Europas.

Der Journalist: Bartholomäus Grill

Der erste Gast ist ein Deutscher: Bartholomäus Grill, der viele Jahre in Afrika als Korrespondent für „Zeit“ und „Spiegel“ unterwegs war und dabei auch in die koloniale Vergangenheit Deutschlands reiste. Er beschreibt laut Pressemitteilung die Nachwirkungen dieser Kolonialgeschichte auf Menschen in den Ländern des afrikanischen Kontinents und in Deutschland: „Wir Herrenmenschen – unser rassistisches Erbe“ nennt er sein Buch, aus dem er am Freitag (25. September) liest. Die Lesung und das Gespräch mit Grill moderiert die in Kamerun geborene Kulturwissenschaftlerin Joyce Noufélé.

Die Schriftstellerin: Yirgalem Fisseha Mebrathu

Zwei Eritreer sprechen am 9. November über das Land ihrer Geburt im Nordosten Afrikas. Die Schriftstellerin Yirgalem Fisseha Mebrathu liest Texte, die zum Teil im Gefängnis entstanden, in dem sie ohne Gerichtsverfahren sechs Jahre eingesperrt worden war. Dort aber gehörten die Männer vom Verhör zu ihren genauesten Lesern: „Sie fragten mich nach der Bedeutung meiner Gedichte, Wort für Wort“, erinnert sie sich. Seit zwei Jahren ist sie „Writer in Exile-Stipendiatin“ des deutschen PEN. Das Gespräch auf Tigrinya führt und übersetzt Dr. Kessete Awet, der bereits als Kind nach Deutschland kam. Die Texte Mebrahtus liest die Schauspielerin Sarah Giese

Der Schriftsteller: Niq Mhlongo

Leben im Luxus, erstaunliche Karrieren, Verflechtungen zwischen Wirtschaft und Politik – der in Soweto geborene Schriftsteller Niq Mhlongo setzt sich in seinem Roman „Way Back Home“ kritisch mit dem Südafrika der Post-Apartheid-Zeit auseinander. Die Akteure seines Romans kämpften gemeinsam gegen das weiße Regime in Pretoria und schanzen sich nun im neuen Südafrika gegenseitig Jobs oder Aufträge zu. Mhlongo sagte in einem Interview, er hoffe auf die Generation, die nach der Apartheid geboren wurde, die „frei Geborenen“. Er wird am 3. Dezember von Julian Wacker befragt und übersetzt. Die Texte liest der Schauspieler Carsten Bender.

Die Veranstaltungen finden in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule und dem Eine-Welt-Forum Münster in der Studiobühne am Domplatz 23 statt. Beginn ist am 25. September um 19.30 Uhr (Anmeldung:  0 15 77 / 2 53 66 08, E-Mail: AfrikanischePerspektiven@t-online.de).

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7593467?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Nachrichten-Ticker