„Kidical Mass“-Demonstration
Für bessere und sichere Radwege in Münster

Münster -

Wie sicher sind Münsters Straßen für Kinder? Nicht sehr, meinen die Teilnehmer der „Kidical Mass“. Sie demonstrierten am Sonntag für einen kindgerechten Straßenverkehr.

Montag, 21.09.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 21.09.2020, 08:31 Uhr
Mehr als 150
Wegen der „Kidical Mass“-Demonstration war die Fahrbahn der Steinfurter Straße für Autos den gesamten Nachmittag über nur einspurig befahrbar. Foto: Timo Gemmeke

In über 90 europäischen Städten haben Kinder und Eltern am Sonntag für einen kindgerechteren Straßenverkehr demonstriert. Mehr als 150 Teilnehmer waren bei der „Kidical Mass“ in Münster dabei.

Mehr Platz für Radfahrer auf den Straßen, mehr Sicherheit gerade für die jüngsten Verkehrsteilnehmer: Der münsterische Ableger der Fahrraddemo war in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal auf den Straßen unterwegs. Anlässlich der internationalen Woche der Mobilität und des Weltkindertages hatten die Initiatoren Stefan Blume und Daniel Hügel erneut zur Demo aufgerufen. „Wir wollen Kinder mit dieser Aktion ermächtigen und ihnen zeigen, dass auch sie etwas bewirken können“, sagt Daniel Hügel.

„Parkende Autos sind für Kinder gefährlich“

Mit der Demo richten sich die Initiatoren an die Stadt. „Zu viele Radwege hier sind marode, und es herrscht generelle keine faire Flächenverteilung“, sagt Stefan Blume. Auch das Gehweg­parken, welches die Stadt auch außerhalb des Promenadenrings toleriere , sei eine Gefahr für Radfahrer – gerade für Kinder, die nicht über parkende Autos hinwegsehen könnten. Ihre Anliegen haben die Vertreter der „Kidical Mass“ im August bereits in Form einer Petition an die Stadt übergeben. „Heute wollen wir wieder ein Zeichen setzen und zeigen, dass wir weiter für gutes und sicheres Radfahren in Münster kämpfen“, so Blume.

Eine Spur gehört den Radfahrern

Wie sicherer und fair verteilter Straßenverkehr in Münster ihrer Ansicht nach aussehen kann, zeigten die Mitglieder des Bündnis Verkehrswende ebenfalls am Sonntag. Auf einem knapp 400 Meter langen Abschnitt der Steinfurter Straße war die Fahrbahn für Autos den gesamten Nachmittag über nur einspurig befahrbar – die andere Hälfte war für Radfahrer abgesperrt worden. Der so genannte Pop-Up-Radweg sei auf vorwiegend positive Reaktionen gestoßen, schildert Eva Kintrup vom Bündnis Verkehrswende. „Wir haben zwar immer Autofahrer, denen die Aktion nicht gefällt, aber generell zeigen sich die Münsteraner als leidenschaftliche Radfahrer von der Aktion ziemlich begeistert.“

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