„Der Wahlkampf ist laut geworden“
Lewe und Todeskino kritisieren Zuspitzung

Münster -

Der Wahlkampf in Münster ist aus Sicht der beiden verbliebenen Oberbürgermeisterkandidaten, Markus Lewe (CDU) und Peter Todeskino (Grüne), im Großen und Ganzen fair verlaufen. Mit Blick auf die mit großer Spannung erwartete Stichwahl am kommenden Sonntag (27. September) sei es allerdings „bunt und laut geworden“, findet Amtsinhaber Markus Lewe.

Mittwoch, 23.09.2020, 18:50 Uhr aktualisiert: 23.09.2020, 21:12 Uhr
Peter Todeskino
Peter Todeskino geht als Herausforderer am Sonntag in die Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters. Foto: Matthias Ahlke

„Ich hatte eigentlich am Abend der Wahl den Mitbewerbern zu einem fairen Wahlkampf gratulieren wollen, aber der Mitbewerber hat ja sofort losgebollert“, sagt Lewe im Interview mit unserer Zeitung in Richtung Todeskino . Das sei eigentlich kein Münster-Stil. Aber auch daran werde man sich gewöhnen müssen.

Wahlkampf gleite ab

Aus Sicht von Todeskino gleite der Wahlkampf in der letzten Woche etwas ab. „Das finde ich weder von den Grünen noch von der CDU gut und mahne dringend an, abzurüsten und wieder auf das Normalmaß zurückzukommen, so wie es sich für Münster gehört“, sagt Todeskino unserer Zeitung.

Der grüne Spitzenkandidat selbst hatte Lewe in der Wahlnacht vor eineinhalb Wochen einen „Einschläferungswahlkampf“ vorgeworfen und dessen damals bevorstehende Dienstreise mit dem Bundespräsidenten nach Italien scharf kritisiert. „Wenn ein Staatsoberhaupt einen Oberbürgermeister bittet, ihn auf eine Reise von einem Tag zu begleiten, in der es um die wichtigen Themen der Zukunft geht, Covid-19 und Klimawandel, wäre es völlig absurd, eine solche Einladung auszuschlagen“, reagiert Lewe im Interview. Eine Politik, die sich nur zwischen Sprakel und Amelsbüren bewege, reiche nicht aus. „Wer sich auf internationalem Parkett nicht sicher fühlt, der ist auch nicht geeignet für dieses Amt“, so der amtierende Oberbürgermeister.

Münsters CDU hatte Todeskinos für eine „mehr graue als grüne Leistungsbilanz“ als Stadtrat und Bürgermeister der Stadt Kiel scharf kritisiert. In Kiel sei gar nichts in die Hose gegangen, entgegnet Todeskino im Interview mit unserer Zeitung.

Wenige Tage vor der entscheidenden Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt von Münster machen die beiden Kontrahenten, Lewe und Todeskino, ihre Positionen zu drängenden politischen Themen wie Mobilität und bezahlbares Wohnen in zwei großen Interviews deutlich. Die beiden ausführlichen Gespräche erscheinen am Freitag im Onlineportal und in der Printausgabe unserer Zeitung.

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