Gemeinsame Sache Schiene
CDU-Landräte warnen vor Ausgrenzung des Umlands

Münster -

Die wiedergewählten CDU-Landräte der Region warnen angesichts grüner Pläne für eine autofreie Innenstadt vor einer Abschottung Münsters. Mit Oberbürgermeister Lewe wollen sie zugleich die Münsterland-S-Bahn weiter voranbringen.

Donnerstag, 24.09.2020, 21:30 Uhr aktualisiert: 24.09.2020, 21:40 Uhr
Die frisch wiedergewählten CDU-Landräte machen mit Oberbürgermeister Markus Lewe (2.v.l.) bei den Plänen für die Münsterland-S-Bahn gemeinsame Sache (v.L.): Dr. Kai Zwicker, Dr. Olaf Gericke und Dr. Christian Schulze Pellengahr
Die frisch wiedergewählten CDU-Landräte machen mit Oberbürgermeister Markus Lewe (2.v.l.) bei den Plänen für die Münsterland-S-Bahn gemeinsame Sache (v.L.): Dr. Kai Zwicker, Dr. Olaf Gericke und Dr. Christian Schulze Pellengahr Foto: Dirk Anger

Beim Thema Münsterland-S-Bahn als neuer verkehrlicher Hauptschlagader der Region will sich Oberbürgermeister Markus Lewe nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Schon gar nicht vom grünen OB-Bewerber Peter Todeskino . „Ich selbst habe das Thema vor fünf Jahren erstmals platziert“, betonte Lewe, lobte zugleich die gute Zusammenarbeit mit den Nachbar-Kreisen bei diesem Projekt und warnte vor einer Abschottung der Innenstadt.

Kritik sei "Irreführung"

Kritik, dass die Umsetzung bei der Münsterland-S-Bahn zu schleppend verlaufe, bezeichnete Lewe am Donnerstag als Irreführung. „Das ist der Unterschied zwischen einer Märklin-Eisenbahn und einer echten Eisenbahn“, sagte er in Richtung seines grünen Mitbewerbers bei der Stichwahl.

Lewe und die wiedergewählten CDU-Landräte der Kreise Coesfeld, Warendorf und Borken erneuerten am Donnerstag nach einer Stippvisite am Haltepunkt im Zentrum Nord den Willen von Stadt und Umland, den Ausbau eines leistungsfähigen Schnellbahn-Systems gemeinsam voranbringen zu wollen – wie schon in der Vergangenheit.

„In fünf Jahren wird man in 20 Minuten von Sendenhorst zum, Hauptbahnhof in Münster fahren“, betonte Warendorfs Landrat Dr. Gericke. Nur dank der guten Miteinanders sei man beim Thema Münsterland-S-Bahn vorangekommen. Von der damaligen rot-grünen Landesregierung habe man keine Unterstützung erhalten, hieß es unisono.

Getragen von der Sorge, dass sich Münster unter einem grünen Oberbürgermeister mit einer autofreien Innenstadt vom Umland abschotten werde, betonte Gericke: „Bus und Bahn dürfen nicht verherrlicht, das Auto darf nicht verteufelt werden.“ Die Verkehrspolitik sei ein hervorragendes Beispiel, wie man in der Region zusammenarbeiten könne. Warendorfs Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr ergänzte: „Man darf die Stadt Münster nicht alleine denken, sondern muss die Region mitdenken.“

"Bus und Bahn können nicht mal 20 Prozent des Verkehrs bewältigen"

Lewe verwies darauf, dass täglich über 175 000 Menschen zu Arbeit, Schule, Studium und privat nach Münster strömten. „Bus und Bahn können nicht mal 20 Prozent des Verkehrs bewältigen.“ Deshalb biete ein Schnellbahnsystem die besten Voraussetzungen, um den öffentlichen Verkehr attraktiv zu machen. „Verbote führen im Zweifel dazu, dass man sich gar nicht mehr anstrengt, gute Angebote zu finden“, warnte Lewe. Bei einer Vollsperrung der münsterischen Innenstadt müssten mindestens 10 000 Park-and-Ride-Plätze in den Außenstadtteilen gebaut werden, um den Shuttleverkehr zu realisieren. „Das wird weder funktionieren, noch ist es zu bezahlen.“

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