Geld und Ressourcen sparen
Neue Sharing-Plattform für Münster gestartet

Münster -

Etwas mit mehreren zu teilen ist günstiger und umweltfreundlicher, als wenn sich jeder das gleiche Produkt selbst kauft. Mit diesem Grundgedanken hat ein junges Team in Münster eine Online-Plattform entwickelt, die es vereinfachen soll, Dinge mit anderen zu teilen oder zu mieten.

Mittwoch, 30.09.2020, 10:30 Uhr aktualisiert: 30.09.2020, 18:21 Uhr
Lukas Hendricks und Vlora Ramadani
Lukas Hendricks und Vlora Ramadani Foto: Renée Trippler

Wer mit seinen Mitmenschen teilt, tut nicht nur diesen, sondern auch der Umwelt einen Gefallen. Denn Teilen schont Ressourcen. Genau dieser Nachhaltigkeitsgedanke hat den Gründer von „ 8 Sachen “ angetrieben. Der Münsteraner Lukas Hendricks hat die Sharing-Plattform im Internet ins Leben gerufen. Das Start-up wird mit einem Gründerstipendium gefördert. Mittlerweile arbeitet das junge, dreiköpfige Team vom Hafen in Vollzeit an dem Ausbau des Angebots und der Infrastruktur.

"8 Sachen" als Online-Vermieter

„8 Sachen“ ist ein Online-Verleiher beziehungsweise -Vermieter: Auf der Plattform können Privatpersonen Alltagsgegenstände zum Ausleihen anbieten oder selbst leihen. Außerdem verhandelt das junge Unternehmen gerade mit potenziellen Geschäftspartnern – wie einem Fahrradladen, die ihre Produkte über die Plattform vermieten können.

Die ursprüngliche Idee, aus der schließlich „8 Sachen“ wurde, war ein Netz aus Tauschbörsen in leerstehenden Kneipen, wie sich Lukas Hendricks erinnert. Die Idee entstand bei einem Seminar für Existenzgründung an der Fachhochschule (FH). Schließlich schrieb Hendricks auch seine Masterarbeit über das Projekt. Dann kam Eins zum Anderen: Zufällig sprach er mit seinem Cousin über das Projekt, der programmieren kann und kurzerhand mit einstieg. „Wir haben dann eine Machbarkeitsstudie gemacht und festgestellt, dass die Entfernungen auf dem Land viel zu groß sind“, so der 31-Jährige. So kam man schließlich erst zu Shops im Stadtgebiet und dann zu einer Online-Plattform, die stationäre Anlaufstellen erübrigt. „Es gibt auch eine Chatfunktion, sodass die Nutzer einen Übergabeort vereinbaren können“, erklärt Vlora Ramadani .

Die 32-Jährige ist seit dem Start von „8 Sachen“ im April mit dabei und dafür von Lissabon nach Münster gezogen. Der Kontakt war über eine gemeinsame Freundin entstanden, die mit Vlora in Portugal studierte.

„Der technische Unterbau ist schon relativ weit, jetzt sind wir dabei, die Plattform quasi zu befüllen“, sagt Hendricks.

50 Gegenstände bereits eingestellt

Etwa 50 Gegenstände sind auf „8 Sachen“ bereits eingestellt, von Freizeit-Spaß bis Werkzeug ist alles dabei. Unter anderem kann man einen Kajak-Einsitzer, ein Dreirad für Erwachsene oder einen Speckbrett-Schläger ausleihen. Auch wer eine Party plant, wird fündig: Zur Auswahl stehen eine leistungsstarke Soundbox oder Stehtische. Außerdem kann man Freundeskreise bilden und sich darin Gegenstände teilen, die man vielleicht gemeinsam angeschafft hat, weil sie recht teuer sind. „In unserer Familie teilen wir uns das Wohnmobil, das meine Eltern gekauft haben“, so Hendricks.

Den Preis können die Verleiher selbst bestimmen, ein Guide liefert dabei eine Orientierungshilfe. Ein Lastenrad wird beispielsweise für 16,50 Euro verliehen. Ein kleiner Teil geht an „8 Sachen“. „Auf diese Weise kann man Produkte super gut refinanzieren“, sagt Hendricks. Künftig sollen die Produkte über die Plattform versichert sein, die Gespräche dazu laufen noch, wie die beiden berichten. Das kurzfristige Ziel der jungen Unternehmer ist münsterweites Teilen – „Irgendwann soll es aber so sein, dass man es überall machen kann.“

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