Herbsturlaub in Corona-Zeiten
Was es in den Ferien zu beachten gilt

Münster -

Plane ich Urlaub in einem Risikogebiet? Muss ich danach in Quarantäne? Bin ich verpflichtet, mich zu melden? Antworten auf Fragen rund um die anstehenden Ferien gibt das Team „Corona Münster“ im Gesundheits- und Veterinäramt der Stadt. Hier die wichtigsten Infos.

Donnerstag, 01.10.2020, 15:10 Uhr aktualisiert: 01.10.2020, 15:55 Uhr
Wer in den Herbstferien verreist, sollte prüfen, ob es sich bei dem Ziel um ein Risikogebiet handelt und sich bewusst sein, dass bei einer späteren Einstufung Quarantäne-Pflicht droht. Foto: Peter Steffen/dpa/Archiv
Wer in den Herbstferien verreist, sollte prüfen, ob es sich bei dem Ziel um ein Risikogebiet handelt und sich bewusst sein, dass bei einer späteren Einstufung Quarantäne-Pflicht droht. Foto: Peter Steffen/dpa/Archiv Foto: Peter Steffen

Viele machen sich aufgrund steigender Corona-Fallzahlen Sorgen um ihren Herbsturlaub. Generell gilt laut einer Pressemitteilung der Stadt: Wer sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat und zurück nach Münster kommt, muss sich beim Gesundheitsamt melden. In Münster ist dieses telefonisch unter 02 51/4 92 10 77 oder per E-Mail an reiserueckkehrer@stadt-muenster.de möglich. Diese Verpflichtung entfällt, wenn der Reisende bei Einreise eine sogenannte Aussteigerkarte vollständig und sorgfältig ausgefüllt hat.

Darf ich Urlaub in einem Risikogebiet machen?

Wenn die dort zuständigen Behörden die Einreise dort erlauben: Ja. Allerdings ist die Rückkehr aus Risikogebieten mit teilweise erheblichen Auflagen verbunden. Das Robert-Koch-Institut informiert tagesaktuell über die weltweiten Risikogebiete.

Muss ich nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet in Quarantäne?

 Ja. Die derzeit gültige Corona-Einreiseverordnung verpflichtet Rückkehrende aus Risikogebieten, sich auf direktem Weg in ihre eigene Wohnung oder eine andere Unterkunft zu begeben und sich dort für die Dauer von 14 Tagen aufzuhalten. Weiterhin müssen sie dem Gesundheitsamt mitteilen, wenn sich in dieser Zeit verdächtige Symptome entwickeln.

Diese Änderungen gibt es im Herbst in NRW

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  • Ab Donnerstag gilt In NRW eine neue Corona-Schutzverordnung. Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat jetzt die neuen Regeln und Maßnahmen zum Infektionsschutz vorgestellt. Ein Überblick.

    Foto: dpa
  • Fantasie-Namen werden teuer

    Laumann teilte mit, dass das Land Nordrhein-Westfalen künftig für falsche Angaben zur Person auf den Kontaktlisten in Restaurants oder Gaststätten ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro verhängt.

    Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Merkel hatten am Dienstag ein Mindestbußgeld von 50 Euro vereinbart. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte daraufhin für NRW ein höheres Bußgeld angekündigt.

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  • Weihnachtsmärkte unter Auflagen erlaubt

    Laut NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) werden Weihnachtsmärkte durch die neue Coronaschutz-Verordnung, die ab Donnerstag gilt, unter Auflagen erlaubt.

    Voraussetzungen seien unter anderem eine Zugangssteuerung, ein Hygienekonzept und Namenslisten für Stehtische an Glühweinständen.

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  • Geschäfte dürfen in Adventszeit sonntags öffnen

    In der Adventszeit sollen Geschäfte in Nordrhein-Westfalen sonntags von 13 bis 18 Uhr öffnen dürfen, wie Laumann mitteilte.

    Damit solle das Gedränge in Fußgängerzonen an den Adventssamstagen entzerrt werden. Es handele sich um eine einmalige Maßnahme in der Corona-Pandemie. Das Land wolle damit nicht den Sonntagsschutz aushöhlen. 

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  • Corona-Schnelltests 

    Das Land NRW will seine Corona-Teststrategie um Schnelltests erweitern. Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann sagte am Mittwoch, dass man ab 1. November Details nennen könne. Er selbst setze sehr stark auf die Tests, die innerhalb von 15 oder 30 Minuten ein Ergebnis brächten. Er rechne auch damit, dass die Gesetzlichen Krankenkassen Tests bezahlen werden.

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  • Zuschauer bei Fußballspielen je nach Infektionslage

    Die Entscheidung über die Genehmigung von Zuschauern bei Fußballspielen soll künftig spätestens am Tag vorher entsprechend des Infektionsgeschehens fallen, berichtet Laumann in Düsseldorf.

    Entscheidend sei zum Beispiel bei einem für Samstags angesetzten Spiel die Kennzahl vom Freitag. Ab dem Wert von 35 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohnern in sieben Tagen wären Zuschauer damit verboten. 

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  • Keine Maskenpflicht in Büros geplant

    Eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz in Büros und Behörden plant die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen nicht. Laumann teilte mit, er sehe keinen Anlass dafür, dass es in NRW wie in Berlin allgemeine Regelungen über alle Behörden und Büros hinweg geben müsste. Corona-Infektionen am Arbeitsplatz machten nur rund sechs Prozent aller Infektionen aus. Ein größeres Risiko stellten derzeit vielmehr Feiern dar. 

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  • Private Feiern in Gaststätten ab 50 Gästen anmeldepflichtig

    Private Feiern zu herausragenden Anlässen wie Hochzeiten mit mehr als 50 Gästen müssen in Nordrhein-Westfalen künftig den Behörden gemeldet werden. Das gilt nur für Feiern außerhalb des privaten Bereichs etwa in Gaststätten. Die Feiern müssten mindestens drei Werktage vorher beim örtlichen Ordnungsamt angemeldet werden. Außerdem müsse eine für die Feier verantwortliche Person benannt werden, erläuterte Laumann. Für die Veranstaltung müsse eine Gästeliste geführt werden.

    Wichtig sei zu wissen, dass die Ordnungsämter kein Genehmigungsverfahren durchführten. Es gehe vielmehr darum, dass die Ämter Kenntnis hätten, welche Feiern in der jeweiligen Kommune stattfinden und gegebenenfalls kontrollieren könnten, ob die Corona-Auflagen eingehalten würden. Unverändert gelte die Höchstgrenze von 150 Gästen für private Feiern im öffentlichen Raum.

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  • Keine generellen Alkoholverbote

    Generelle Alkoholverbote wegen Corona soll es in NRW nicht geben. Laumann sagte, er könne sich das - wenn überhaupt - bei einem „diffusen“ Infektionsgeschehen vorstellen, bei dem man den Hergang nicht nachvollziehen könne. Dann könnte man theoretisch darüber nachdenken, an einzelnen Plätzen oder Straßen an bestimmten Tagen oder Uhrzeiten über ein Alkoholverbot nachdenken.

    Die Bundesregierung hatte Anfang der Woche den Vorschlag ins Spiel gebracht, Alkoholausschank in besonders betroffenen Regionen unter bestimmten Bedingungen befristet begrenzen lassen.

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Wann muss ich sonst  noch in Quarantäne?

Immer dann, wenn dies behördlich angeordnet wird. Eine behördliche Anordnung erfolgt, wenn ein hohes Risiko besteht, dass man sich angesteckt hat. Ein solches hohes Risiko ist gegeben, wenn man innerhalb der letzten zwei Wochen engen Kontakt mit einem Erkrankten mit einer laborbestätigten Covid-19-Diagnose hatte. Ein enger Kontakt bedeutet entweder, dass man mindestens 15 Minuten mit dem Erkrankten gesprochen hat bzw. angehustet oder angeniest worden ist, während dieser ansteckend gewesen ist. Wichtig erscheint in diesem Zusammenhang die Unterscheidung zwischen der Quarantäne für Reiserückkehrer (aufhebbar durch Negativtest) und der Quarantäne für Kontaktpersonen der Kategorie I (nicht aufhebbar durch Negativtest).

Gibt es Ausnahmen von der Quarantäne-Pflicht?

 Für Rückkehrer aus Risikogebieten gilt die Quarantänepflicht nicht, wenn ein negativer Corona-Test vorliegt, der höchstens 48 Stunden vor der Einreise vorgenommen worden ist. Der Test kann in Deutschland nachgeholt werden; allerdings müssen dann bis zum Erhalt des Testergebnisses die Quarantäneregeln eingehalten werden. Darüber hinaus gelten Ausnahmeregelungen für bestimmte Personengruppen (z. B. Grenzpendler) bzw. für bestimmte Anlässe (z. B. Vornahme einer dringenden medizinischen Behandlung). Die Quarantäne-Regelung gilt außerdem nicht für Personen, die sich auf der Durchreise durch Nordrhein-Westfalen (ohne Übernachtung) befinden.

Was muss ich während der Quarantäne beachten?

Quarantäne heißt häusliche Absonderung. Die Unterkunft darf bis zum Ende der Quarantäne nicht verlassen werden. Besuch darf nicht empfangen werden, soweit er nicht zum Hausstand gehört. Personen in Quarantäne unterliegen der Beobachtung durch das zuständige Gesundheitsamt.

Wer sich nicht an die Quarantäneregeln hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Diese kann mit einer Geldbuße bis zu 25 000 Euro geahndet werden.

Muss ich für die Quarantäne Urlaub nehmen?

In aller Regel ja, weil Reisende, die sich in Risikogebiete begeben, die Komplikation der anschließenden Quarantäne bewusst in Kauf nehmen. Diese Last soll der Arbeitgeber laut derzeitiger Rechtslage nicht schultern müssen. Im Zweifel sollten Sie bei ihrem Arbeitgeber nachfragen.

Was, wenn mein Urlaubsziel erst nach meiner Ankunft zum Risikogebiet wird?

Entscheidend ist der Tag der Einreise. Fällt der Einreisetag auf ein Datum nach der Erklärung zum Risikogebiet, gelten die oben genannten Regeln. Es besteht also auch bei Einreise in ein Nicht-Risikogebiet ein gewisses Risiko, dass sich dies im Laufe ihres Aufenthaltes im Ausland ändert.

Wer bezahlt den Corona-Test?

 Der PCR-Test ist für Einreisende aus aktuellen Risikogebieten kostenlos. Eine Veranlassung durch das Gesundheitsamt ist nicht erforderlich (§ 1 Abs. 4 TestVO). Der Arzt, der den Abstrich vornimmt, rechnet gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung ab. Die Kosten der Labordiagnostik werden vom Gesundheitsfonds übernommen. Für Einreisend

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