Quarantäne in Münster
Schon 18 Schulen betroffen

Münster -

In Münster steigt die Zahl der Corona-Infektionsfälle, am Wochenende erhöhte sich die Zahl um 50 Prozent auf 121. Auch wenn nur relativ wenige Schüler und Lehrer erkranken, so sind die Folgen erheblich. Mittlerweile sind über 50 Lahrer und über 600 Schüler an 18 münsterischen Schulen in Quarantäne.

Montag, 05.10.2020, 19:50 Uhr aktualisiert: 06.10.2020, 14:47 Uhr
Auch die Theresienschule ist von Infektionsfällen betroffen.
Auch die Theresienschule ist von Infektionsfällen betroffen. Foto: ohw

Die Zahl der neu gemeldeten Corona-Infektionsfälle kennt mittlerweile auch in Münster nur eine Richtung: sie steigt – und zwar steil. Über das Wochenende, zwischen Freitag und Montag kamen laut Stadtverwaltung 41 neue Fälle hinzu, die Zahl der Infizierten stieg von 80 auf 121 und damit um mehr aus 50 Prozent. Die Stadt weist darauf hin, dass der Anstieg die Infektionsfälle gleichmäßig sei, „Täglich wurden seit Freitag zwölf bis 15 Personen gemeldet, die sich neu angesteckt haben“, so ein Sprecher.

Auffällig sei, dass „gerade die 90er- und 2000er-Jahrgänge unter den Infizierten vielfach vertreten seien, heißt es weiter: Und: Die Neu-Infektionen wurden aus dem gesamten Stadtgebiet gemeldet. Für Wolfgang Heuer , Leiter des städtischen Krisenstabes, ist die steigende Infektionszahl „grundsätzlich ein Zeichen dafür, dass die Schutzregeln nicht ausreichend beachtet werden“.

Aktuelle Bestandsaufnahme der Stadt 

Auch wenn immer wieder neue Infektionen an Schulen bekannt werden: Gemessen an der gesamten Zeil der aktuelle Corona-Erkrankten sind Lehrkräfte und Schüler eher in geringem Maße betroffen. Die Bilanz seit den Sommerferien: An insgesamt 18 Schulen wurden bei neun Lehrern beziehungsweise dort tätigen Erziehern oder Sozialpädagogen und sechs Schülerinnen und Schülern Corona-Infektionen festgestellt. Betroffen sind vier Berufskollegs, sechs Gymnasien, fünf Grundschulen, zwei Gesamtschulen und eine Förderschule.

Aber: Ansteckungen an Schulen ziehen, wie eine aktuelle Bestandsaufnahme der Stadt zeigt, aber eine große Zahl von Menschen nach sich, die nach den Maßgaben des Robert-Koch-Instituts in Quarantäne geschickt werden. Weit über 600 Schüler und 56 Lehrkräfte beziehungsweise Schulbegleiter waren Stand Montag als sogenannte Kontaktpersonen der Kategorie 1 in Quarantäne.

Schließungen von Kitas

Am Montag kamen jeweils eine Infektion in den Lehrerkollegien der Friedensschule und im Paulinum neu hinzu. Während an der Friedensschule nun nach Auskunft der Stadt ein Lehrer und sechs bis sieben Kurse in Quarantäne geschickt werden mussten, zieht die Infektion eines Pädagogen am Paulinum keine Quarantäne-Maßnahmen nach sich. Der Pädagoge, so informierte die Schulleitung, habe auch im Unterricht eine sogenannte FTP-2-Maske getragen, weshalb seine Infektion für die von ihm unterrichteten Klassen und Kurse weiter in die Schule dürfen.

Auch wurde am Montag die Infektion von Kita-Mitarbeitern an den Kitas Am Schulzentrum Wolbeck und die Im Moorhock in Kinderhaus bekannt. Beide sind nun geschlossen.

Diese Änderungen gibt es im Herbst in NRW

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  • Ab Donnerstag gilt In NRW eine neue Corona-Schutzverordnung. Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat jetzt die neuen Regeln und Maßnahmen zum Infektionsschutz vorgestellt. Ein Überblick.

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  • Fantasie-Namen werden teuer

    Laumann teilte mit, dass das Land Nordrhein-Westfalen künftig für falsche Angaben zur Person auf den Kontaktlisten in Restaurants oder Gaststätten ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro verhängt.

    Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Merkel hatten am Dienstag ein Mindestbußgeld von 50 Euro vereinbart. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte daraufhin für NRW ein höheres Bußgeld angekündigt.

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  • Weihnachtsmärkte unter Auflagen erlaubt

    Laut NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) werden Weihnachtsmärkte durch die neue Coronaschutz-Verordnung, die ab Donnerstag gilt, unter Auflagen erlaubt.

    Voraussetzungen seien unter anderem eine Zugangssteuerung, ein Hygienekonzept und Namenslisten für Stehtische an Glühweinständen.

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  • Geschäfte dürfen in Adventszeit sonntags öffnen

    In der Adventszeit sollen Geschäfte in Nordrhein-Westfalen sonntags von 13 bis 18 Uhr öffnen dürfen, wie Laumann mitteilte.

    Damit solle das Gedränge in Fußgängerzonen an den Adventssamstagen entzerrt werden. Es handele sich um eine einmalige Maßnahme in der Corona-Pandemie. Das Land wolle damit nicht den Sonntagsschutz aushöhlen. 

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  • Corona-Schnelltests 

    Das Land NRW will seine Corona-Teststrategie um Schnelltests erweitern. Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann sagte am Mittwoch, dass man ab 1. November Details nennen könne. Er selbst setze sehr stark auf die Tests, die innerhalb von 15 oder 30 Minuten ein Ergebnis brächten. Er rechne auch damit, dass die Gesetzlichen Krankenkassen Tests bezahlen werden.

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  • Zuschauer bei Fußballspielen je nach Infektionslage

    Die Entscheidung über die Genehmigung von Zuschauern bei Fußballspielen soll künftig spätestens am Tag vorher entsprechend des Infektionsgeschehens fallen, berichtet Laumann in Düsseldorf.

    Entscheidend sei zum Beispiel bei einem für Samstags angesetzten Spiel die Kennzahl vom Freitag. Ab dem Wert von 35 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohnern in sieben Tagen wären Zuschauer damit verboten. 

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  • Keine Maskenpflicht in Büros geplant

    Eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz in Büros und Behörden plant die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen nicht. Laumann teilte mit, er sehe keinen Anlass dafür, dass es in NRW wie in Berlin allgemeine Regelungen über alle Behörden und Büros hinweg geben müsste. Corona-Infektionen am Arbeitsplatz machten nur rund sechs Prozent aller Infektionen aus. Ein größeres Risiko stellten derzeit vielmehr Feiern dar. 

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  • Private Feiern in Gaststätten ab 50 Gästen anmeldepflichtig

    Private Feiern zu herausragenden Anlässen wie Hochzeiten mit mehr als 50 Gästen müssen in Nordrhein-Westfalen künftig den Behörden gemeldet werden. Das gilt nur für Feiern außerhalb des privaten Bereichs etwa in Gaststätten. Die Feiern müssten mindestens drei Werktage vorher beim örtlichen Ordnungsamt angemeldet werden. Außerdem müsse eine für die Feier verantwortliche Person benannt werden, erläuterte Laumann. Für die Veranstaltung müsse eine Gästeliste geführt werden.

    Wichtig sei zu wissen, dass die Ordnungsämter kein Genehmigungsverfahren durchführten. Es gehe vielmehr darum, dass die Ämter Kenntnis hätten, welche Feiern in der jeweiligen Kommune stattfinden und gegebenenfalls kontrollieren könnten, ob die Corona-Auflagen eingehalten würden. Unverändert gelte die Höchstgrenze von 150 Gästen für private Feiern im öffentlichen Raum.

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  • Keine generellen Alkoholverbote

    Generelle Alkoholverbote wegen Corona soll es in NRW nicht geben. Laumann sagte, er könne sich das - wenn überhaupt - bei einem „diffusen“ Infektionsgeschehen vorstellen, bei dem man den Hergang nicht nachvollziehen könne. Dann könnte man theoretisch darüber nachdenken, an einzelnen Plätzen oder Straßen an bestimmten Tagen oder Uhrzeiten über ein Alkoholverbot nachdenken.

    Die Bundesregierung hatte Anfang der Woche den Vorschlag ins Spiel gebracht, Alkoholausschank in besonders betroffenen Regionen unter bestimmten Bedingungen befristet begrenzen lassen.

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