Warnstreik im Öffentlichen Dienst
Staus und eingeschränkter Busverkehr

Münster -

Der Warnstreik im öffentlichen Dienst hatte am Donnerstagmorgen Folgen für Münster. Ein Gewerkschaftsfunktionär kündigte derweil an, dass es in den kommenden Tagen zu weiteren Aktionen kommen werde.

Donnerstag, 08.10.2020, 10:12 Uhr aktualisiert: 09.10.2020, 15:02 Uhr
Das Gelände der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster wird seit Donnerstagmorgen bestreikt. Die AWM haben angekündigt, die ausgefallenen Touren in den kommenden Tagen nachzufahren. Mülltonnen sollen an der Straße stehengelassen werden.
Das Gelände der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster wird seit Donnerstagmorgen bestreikt. Die AWM haben angekündigt, die ausgefallenen Touren in den kommenden Tagen nachzufahren. Mülltonnen sollen an der Straße stehengelassen werden. Foto: Björn Meyer

Der durch die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes ausgerufene Warnstreik hatte bereits am Donnerstagmorgen kaum zu übersehene Folgen in Münster. Auf einigen Einfallstraßen wie dem Albersloher Weg staute sich der Verkehr stadteinwärts teils kilometerlang, weil Pendler gezwungen waren, auf das Auto umzusteigen.

Florian Adler , Pressesprecher der Stadtwerke Münster , fasste am Morgen zusammen, dass etwa 70 von 160 Bussen im Betrieb seien. Diese würden von Partnerunternehmen gefahren, die sich, trotz Aufruf seitens der Gewerkschaft Verdi, nicht am Streik beteiligt hätten.

Die Ringlinie fahre daher komplett, auf den Linien 8, 11 und 14 seien dagegen keine Busse unterwegs. Auf vielen anderen Linien fielen einzelne Fahrten aus. Einen genauen Überblick, welche Busse fahren, können sich Fahrgäste auf www.stadtwerke-muenster.de/fis verschaffen. Erst am Freitagmorgen werden alle Linien wieder normal befahren.

Gewerkschaftssekretär Marc Topp kündigte auf dem bestreikten Gelände der Abfallwirtschaftsbetriebe derweil gegenüber unserer Zeitung an, dass es bis zur nächsten Verhandlungsrunde in zwei Wochen zu weiteren Streiks kommen werde. Er bat die Bevölkerung um Verständnis. Die Gewerkschaften fordern 4,8 Prozent mehr Lohn für die kommenden zwölf Monate, mindestens aber 150 Euro. Er wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass bei vielen Arbeitnehmern der Lohn nicht mehr reiche, um in oder nahe Münster zu wohnen. „Da ist dann die Frage, lohnt sich das noch?“, so Topp. In München etwa bezahle die Stadt eine Art Ballungsraumzulage, weil erkannt worden sei, dass sich viele Beschäftigte ihren Job aufgrund der hohen Mieten kaum noch leisten könnten.

Die Abfallwirtschaftsbetriebe kündigten an, die ausgefallenen Touren in den kommenden Tagen nachzufahren. Lediglich die auf den Donnerstag terminierten Touren für Sperrgut und Grünabfälle fallen demnach ersatzlos aus. Da aufgrund eines Streiks im Nachgang keine Überstunden angeordnet werden dürfen, könne es aber vereinzelt bis in die übernächste Woche dauern, bis die Touren allesamt nachgefahren seien, so AWM-Sprecherin Manuela Feldkamp. Priorität habe derweil die Restmüllabfuhr, die Nachfahrten der Papiertonnen würden sich weiter nach hinten ziehen. Die Abfallwirtschaftsbetriebe bitten darum, die Tonnen einfach an der Straße stehen zu lassen, bis die Abfuhr erfolgt ist.

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