Warnstreik im Öffentlichen Dienst
Kaum Verwaltungsmitarbeiter legen ihre Arbeit nieder

Münster -

Die Gewerkschaft Verdi hat erneut zu Warnstreiks im Öffentlichen Dienst aufgerufen. Knapp 250 Mitarbeiter versammelten sich am Morgen in Münster vor dem Sitz des LWL. 

Mittwoch, 14.10.2020, 16:44 Uhr
Warnstreik im Öffentlichen Dienst: Kaum Verwaltungsmitarbeiter legen ihre Arbeit nieder
Mit lauter Geräuschkulisse begrüßten die Streikenden die AWM-Mitarbeiter in ihren Fahrzeugen, die am Mittwoch in der Pause ihre Unterstützung bekundeten. Als Antwort erschallte lautes Gehupe. Foto: Björn Meyer

Motoren heulen auf, dann erschallt ein Hupkonzert. Mitarbeiter der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster opferten am Mittwochvormittag extra ihre Pause, um die rund 250 Streikenden, die sich vor dem LWL-Sitz am Freiherr-vom-Stein-Platz versammelt hatten, lautstark zu unterstützen.

Die Gewerkschaft Verdi hatte zu dem Warnstreik aufgerufen . Allerdings hatte Verdi im Vorfeld angekündigt, nicht so intensiv, auch aufgrund der Pandemie, mobilisiert zu haben.

Verdi will Arbeitskampf weiterführen

Geschlossene Kitas habe man nicht provozieren wollen, machte Bernd Feldhaus , Gewerkschaftssekretär, deutlich. Er hob aber auch hervor, dass man sich noch Steigerungspotenzial bewahren wolle. Denn für ihn steht fest, dass man bereit sei, den Arbeitskampf weiterzuführen. Dabei sind sind Fronten verhärtet. Bislang hat es auf die Forderung der Gewerkschaft in zwei Verhandlungsrunden kein Angebot gegeben. „Das hatten wir noch nie“, so Feldhaus. Es werde allerdings gemunkelt, dass die Arbeitgeber noch vor der dritten Runde ein Angebot vorlegen würden.

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Foto: Oliver Werner

AWM-Mitarbeiter streiken nur in der Pause

Der Ton der Redner in Richtung der Arbeitgeber war jedenfalls rau – sicher ebenso kein Zufall wie der gewählte Ort. Immerhin fand die Veranstaltung genau vor der beruflichen Haustür des LWL-Direktors Matthias Löb statt, der Mitglied des Vorstands im kommunalen Arbeitgeberverband NRW ist.

Während die Mitarbeiter der AWM am Mittwoch nur für die Zeit ihrer Pause streikunterstütztend tätig wurden, waren die Mitarbeiter der Stadtverwaltung direkt zum Streik aufgerufen. Die Beteiligung hielt sich allerdings in Grenzen. Laut einer Sprecherin der Stadt habe es für den Bürger keine merklichen Auswirkungen durch den Warnstreik gegeben. Von den rund 7500 Beschäftigten der Verwaltung habe nur eine zweistellige Zahl Mitarbeiter ihre Arbeit niedergelegt.

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