Vorlesungsstart
Sitzplätze in Uni-Mensen sollen verdoppelt werden

Münster -

Monatelang waren die Mensen in Münster geschlossen, danach lange nur für „To Go“-Mahlzeiten geöffnet. Da das Teil-Präsenz-Semester näher rückt, öffnen auch die Mensen wieder ihre großen Säle. Doch ist essen dort gefahrlos möglich?

Sonntag, 18.10.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 18.10.2020, 15:02 Uhr
Durchschnittlich 600 Studierende essen aktuell täglich in den Mensen am Aasee und am Ring. Zum Start der O-Woche Ende Oktober und zum Start des Präsenzsemesters Anfang November könnten es deutlich mehr werden.
Durchschnittlich 600 Studierende essen aktuell täglich in den Mensen am Aasee und am Ring. Zum Start der O-Woche Ende Oktober und zum Start des Präsenzsemesters Anfang November könnten es deutlich mehr werden. Foto: Matthias Ahlke

Schon früher ging die große graue Tür, die von der Bismarckallee in die Mensa am Aasee führt, nur schwer und behäbig auf. Doch anders als früher üblich fängt die Warteschlange an hungrigen Studierenden an diesem Mittag im Oktober schon direkt hinter der Tür im Foyer der Mensa an. Dutzende Studierende warten darauf, einen einlaminierten Zettel mit der ihnen zugewiesenen Tischnummer zu erhalten und zur Essensausgabe vorgelassen zu werden.

Mittagessen in der Mensa – monatelang war das nicht möglich. Nach der kompletten Schließung im Lockdown und einem „To-Go-Semester“ darf seit Mitte September am Aasee wieder im Sitzen gespeist werden (246 Plätze), seit dieser Woche auch in der Mensa am Ring (308). Doch kann man dort, wo normalerweise täglich Tausende Studierende ein- und ausgehen, gefahrenlos in Zeiten steigender Coronainfektionen essen?

Zugewiesene Plätze, direkte Desinfektion

„Tisch Nummer fünf, der ist hier vorne direkt in der ersten Reihe“. Mit dem Tablett in der Hand weist eine Mitarbeiterin des Studierendenwerks am Eingang zum Bühnensaal den Weg zum zugewiesenen Platz. Als zwei Tische entfernt drei nun satte Studierenden aufstehen, eilt ein anderer, Gummihandschuhe tragender Mitarbeiter des Studierendenwerks eilig zum Tisch, ein Tuch in der linken und eine Putzmittelflasche locker hängend in der rechten Hand, um diesen zu säubern.

So weit, so gut, doch bis hierher hat es 15 Minuten gedauert – länger als üblich. Und die Vorlesungszeit hat noch nicht mal angefangen. Wie soll die Situation erst in zwei Wochen werden, wenn die Universität zumindest zum Teil wieder Präsenzunterricht anbieten will?

Wir werden die Zahl der Sitzplätze zum Start der O-Woche am 26. Oktober in der Mensa am Aasee verdoppeln.

Ableitungsleiterin Angelika Berning

„Wir werden die Zahl der Sitzplätze zum Start der O-Woche am 26. Oktober in der Mensa am Aasee verdoppeln“, erläutert die für Mensen zuständige Ableitungsleiterin Angelika Berning . Weitere Säle sollen geöffnet werden, auch wenn dafür zusätzliches Personal benötigt wird. Zudem gebe es weiterhin nach wie vor abgetrennte Reihen für jene, die ihr Essen mitnehmen wollen. „So wollen wir den Andrang abarbeiten“.

Das Konzept sei erprobt und habe sich bewährt – die Sorge vor einem „Hotspot Mensa“ ist dennoch vorhanden, betont Berning. „Das ist alles risikobehaftet, was wir hier tun“. Was passiert, wenn plötzlich wieder Tausende Studierende gleichzeitig Essen gehen wollen? „Das gleiche wie beim Bäcker – dann gibt es lange Schlangen“.

Ein Notfallkonzept sei nicht vorhanden, doch die Studierenden haben sich laut Berning bisher diszipliniert verhalten. Und die Studierenden selbst sind erstmal froh, wieder in der Mensa essen zu können.

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