Nach Attacke auf händchenhaltendes Männer-Paar
KCM Schwulenzentrum reagiert mit Bestürzung

Münster -

Nach einem schwulenfeindlichen Angriff in Münsters Innenstadt am 17. Oktober, meldet sich nun das KCM Schwulenzentrum zu Wort – und fordert, Diskriminierung keinen Platz zu geben.

Montag, 26.10.2020, 13:00 Uhr aktualisiert: 26.10.2020, 13:05 Uhr
Nach Attacke auf händchenhaltendes Männer-Paar: KCM Schwulenzentrum reagiert mit Bestürzung
Symbolbild Foto: dpa

"Bisher waren derartige Schlagzeilen aus Städten wie Köln oder Berlin zu vernehmen. Nun scheint die Gewaltbereitschaft gegenüber homosexuellen Menschen in unserer schönen Stadt angekommen zu sein", sagt Heiko Philippski, Vorsitzender des KCM Schwulenzentrum Münster. Mit Bestürzung und Fassungslosigkeit habe man den Pressebericht über den Vorfall am 17. Oktober in Münsters Innenstadt gelesen, bei dem es zu einem schwulenfeindlichen Übergriff kam und ein 24-Jähriger schwer verletzt wurde.   

"Fühlte man sich als Homosexueller bisher in Münster sicher, so wird dieses Gefühl nach diesem Vorfall getrübt", so Philippski weiter. Münster zähle bisher zu den vielfältigen und toleranten Städten. Dies zeigten die Menschen in Münster zuletzt beim CSD, heißt es in der Mitteilung.

Kein Platz für Diskriminierung

Alle seien aufgefordert, Diskriminierung und Gewalt - nicht nur gegen Homosexuelle - keinen Platz zu geben und nicht wegzuschauen, sondern deutlich die Stimme zu erheben.

In Münster gebe es keine genauen Zahlen zu Übergriffen oder Diskriminierung von queeren Menschen, heißt es in der Stellungnahme. Dies liege zum Teil daran, dass Betroffene in den sozialen Netzwerken über die Vorkommnisse berichten, anstelle dieses zur Anzeige zu bringen oder den Kontakt zu queeren Vereinen aufzunehmen. Viele Vereine böten Beratungen an oder könnten zu Beratungsstellen vermitteln, heißt es weiter. Auch sei es unerlässlich, dass man bei der Anzeige angibt, ob es sich um einen vermeintlichen Übergriff aufgrund der sexuellen Orientierung handeln könnte. Nur dann könne die Polizei diese Straftaten entsprechend einstufen.

Zentrale Stelle zur Dokumentation

Das KCM geht davon aus, dass die Dunkelziffer der Übergriffe gegen queere Menschen höher ist als die bekanntgewordenen Vorfälle. Es wäre daher sinnvoll, eine zentrale Stelle zu haben, bei der sich Opfer von Gewalt oder Diskriminierungen melden können, um diese Vorfälle zentral dokumentieren zu lassen, teilt das KCM mit.

Abschließend wünscht das KCM dem Opfer gute Besserung und bedankt sich bei dem Taxifahrer für die Zivilcourage.

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