Akademie-Gründung
Humanitäre Hilfe soll professionalisiert werden

Münster -

Die FH Münster hat sich mit einem Institut aus Bochum zusammengetan, um die Kräfte der humanitären Hilfe professionell aus- und weiterzubilden. Öffentlich bekanntgegeben wurde dies an einem Ort, der in diesem Zusammenhang eine historische Bedeutung hat.

Montag, 26.10.2020, 19:00 Uhr
Bürgermeister Gerhard Joksch (v.l.) bei der feierlichen Akademie-Gründung im Friedenssaal mit Manuela Roßbach (Vorstand Aktion Deutschland Hilft ), FH-Präsidentin Prof. Dr. Ute von Lojewski
Bürgermeister Gerhard Joksch (v.l.) bei der feierlichen Akademie-Gründung im Friedenssaal mit Manuela Roßbach (Vorstand Aktion Deutschland Hilft ), FH-Präsidentin Prof. Dr. Ute von Lojewski Foto: Oliver Werner

Seit mehr als 25 Jahren nimmt Prof. Dr. Joachim Gardemann an humanitären Auslandseinsätzen des Deutschen Roten Kreuzes teil. Wiedergekommen sei er, so erzählt es der Professor der FH Münster im Rückblick, stets mit Fragen, auf die er bei Kollegen Antworten gesucht habe. Was damals im Kleinen anfing, steht seit dieser Woche auf weitaus professionelleren Beinen.

Ausgerechnet im Friedenssaal in Münster, einem Ort mit großer humanitärer Bedeutung, haben das Kompetenzzentrum Humanitäre Hilfe der FH Münster, die Aktion Deutschland Hilft und das Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht der Ruhr-Universität Bochum die Gründung der „Academy for Humanitarian Action“ öffentlich bekanntgegeben.

Deutschlandweit führend

„Ich hätte mir diesen extremen Professionalisierungsschub damals nicht träumen lassen“, machte Professor Gardemann, Leiter des Kompetenzzentrums Humanitäre Hilfe der FH Münster, aus seiner Freude keinen Hehl. Konkret geht es darum, dass die neu gegründete Akademie als Aus- und Weiterbildungsort für Kräfte der Humanitären Hilfe dienen soll.

Das Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht aus Bochum sei deutschlandweit führend, wenn es um die normative völkerrechtliche Lehre gehe, so Gardemann. Die FH Münster steuere die Vielfalt der angewandten Wissenschaften nun hinzu.

Humanitäre Hilfe erforderlich

Sie habe kürzlich gelesen, zur humanitären Hilfe brauche es mehr, als nur den Wunsch zu helfen, sagte FH-Präsidentin Prof. Dr. Ute von Lojewski bei der Veranstaltung im Friedenssaal. Und genau da will die Akademie ansetzen: Menschen, egal ob von den ganz großen oder aber kleinen Akteuren im Feld der humanitären Hilfe, Kenntnisse und Fähigkeiten für ihren Einsatz mit an die Hand geben. „Mit der Hilfe maximale Erfolge erzielen“, darum gehe es, so Prof. Dr. Andreas Ostendorf, Prorektor der Ruhr-Universität Bochum. Denn, und das sei die bittere Erkenntnis, auch 370 Jahre nach dem Westfälischen Frieden gebe es, so Ostendorf, auf der Welt zahllose Auseinandersetzungen, die humanitäre Hilfe erforderlich machen.

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