Winternothilfe für wohnungslose Frauen
Sozialdienst will zwölf zusätzliche Schlafplätze schaffen

Münster -

Die winterliche Kälte kommt: Ein Umbau der Übernachtungsstelle am Gertrudenhaus des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) soll jetzt zwölf zusätzliche Schlafplätze schaffen – eine gute Nachricht für wohnungslose Frauen.

Mittwoch, 28.10.2020, 09:02 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 09:10 Uhr
Nicole Stange (l., stellvertretende Geschäftsführerin Caritasverband Münster) und Anna Hakenes (
Nicole Stange (l., stellvertretende Geschäftsführerin Caritasverband Münster) und Anna Hakenes ( Foto: SKF Münster

Wenn die Temperaturen sinken, steigt die Nachfrage wohnungsloser Frauen nach einer Notunterkunft. Dabei sind Betten knapp. Ein Umbau der Übernachtungsstelle am Gertrudenhaus des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) soll jetzt zwölf zusätzliche Schlafplätze schaffen. Finanziert wird die bauliche Veränderung durch die Stadt Münster.

Anfang des Jahres suchte der SkF Münster öffentlich nach zusätzlichem Wohnraum – ohne Erfolg. Jetzt rücken im Gebäude an der Katharinenstraße alle ein Stück näher zusammen, um in der kalten Jahreszeit mehr Frauen einen Schlafplatz anbieten zu können, teilt der Verband mit. „Die Umbauarbeiten laufen auf Hochtouren“, sagt Nicole Stange , stellvertretende Geschäftsführerindes Caritasverbandes.

Vom 1. November bis zum 31. März hält der SkF die Winternothilfe bereit. In dieser Zeit erhalten auch Frauen von 17 bis 8 Uhr ein Bett in der Übernachtungsstelle, die unter Umständen per Gesetz sonst keinen Anspruch auf Hilfe hätten. Die Notunterkunft, die ganzjährig Platz für 20 Frauen hat, benötigt im Winter durchschnittlich zwölf zusätzliche Betten. Kapazitäten gab es dafür in der Katharinenstraße bisher nicht, heißt es.

Für die Winternothilfe mussten in den vergangenen Jahren in Absprache mit der Stadt Ausweichquartiere gefunden werden. Wohncontainer auf dem Caspar-Hessel-Gelände boten wohnungslosen Frauen im vergangenen Winter ein Dach über dem Kopf. „Das war keine gute Lösung“, erinnert sich Nicole Stange. Zu abgelegen sei der Platz gewesen.

Der Vorschlag des SkF, durch Umbau im eigenen Gebäude mehr Platz zu schaffen, stieß auf offene Ohren. „Dass die Stadt die Umnutzung möglich macht, ist bemerkenswert“, sagt Anna Hakenes, Vorsitzende des SkF Münster, „wir haben uns Gedanken gemacht und lassen die Frauen nicht im Stich.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7650854?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Nachrichten-Ticker