Verwarngeld für Masken-Verweigerer
Maskenpflicht soll auf weitere Straßen ausgeweitet werden

Münster -

Seit Dienstag gilt auf den belebtesten Innenstadtstraßen Münsters eine generelle Maskenpflicht. Wer diese nicht einhält, muss mit einem Verwarngeld rechnen. Doch obwohl die meisten Münsteraner sich am Dienstag an die Maskenpflicht hielten, gibt es schon Pläne, diese auf andere Straßen und Bereiche zu erweitern.

Dienstag, 27.10.2020, 19:59 Uhr
Nur vereinzelt waren am Dienstag Maskenverweigerer in der Innenstadt zu sehen. Die Mehrheit trug einen Mund-Nase-Schutz – teilweise sogar auf dem Fahrrad, obwohl das gar nicht nötig ist.
Nur vereinzelt waren am Dienstag Maskenverweigerer in der Innenstadt zu sehen. Die Mehrheit trug einen Mund-Nase-Schutz – teilweise sogar auf dem Fahrrad, obwohl das gar nicht nötig ist. Foto: Oliver Werner

„Maskenpflicht! 8 – 20 Uhr“, darüber ein in blau gehaltener, Maske tragender Kopf: Mehr ist auf den 50 weißen Blechschildern, die am Dienstag an mehreren Orten in der Innenstadt aufgestellt wurden, nicht zu sehen. Und doch sind sie ein Beleg für die sich zuspitzende Corona-Lage.

Seit Dienstag gilt auf Münsters belebtesten Straßen tagsüber eine generelle Maskenpflicht. Der Prinzipalmark gehört dazu, die Rothenburg, die Salzstraße, die Ludgeristraße und andere. Und während am Dienstagmorgen, als noch nicht alle Schilder standen, einige Menschen ohne Maske zu sehen waren, hielten sich am Nachmittag fast alle Münsteraner an die Maskenpflicht. Nur vereinzelt war jemand ohne Maske unterwegs.

Viel Zuspruch für die neuen Regeln

 Und die Mehrheit begrüßt die neue Regelung: „Ich finde es richtig, da die Anzahl von Coronafällen so stark gestiegen ist“, sagt Leonardo Leal. In der Innenstadt habe er die Maske zwar zuvor nicht getragen, doch die neue Pflicht „sei schließlich bekannt“. Genauso sieht es ein Ehepaar aus Haltern. „Wir kennen das aus Haltern, da gilt die Maskenpflicht auch in der Stadt“, sagen sie und betonen, sie „verstehen die Leute nicht, die das nicht machen“.

Diese Corona-Regeln gelten ab einer 7-Tages-Inzidenz von 50

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  • Ab einer 7-Tages-Inzidenz von 50 in einem Kreis, gilt dieser als Risikogebiet. Es gelten verschärfte Corona-Regeln.

    Foto: via www.imago-images.de
  • Es gilt eine Maskenpflicht an stark frequentierten Orten, wo keine 1,50 Meter Abstand gehalten werden kann. Außerdem ist auch an Sitzplätzen im Theater oder Kino ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

    Foto: Marijan Murat
  • Zusammenkünfte im öffentlichen Raum sind mit maximal fünf Personen oder mit Personen aus zwei Haushalten erlaubt.

    Foto: Sebastian Gollnow/dpa
  • Es gilt eine Sperrstunde für die Gastronomie zwischen 23 Uhr und 6 Uhr.

    Foto: NomadSoul via www.imago-images.de
  • In der Zeit von 23 Uhr und 6 Uhr darf auch kein Alkohol verkauft werden, auch nicht am Kiosk oder im Supermarkt.

    Foto: Angelika Warmuth
  • Feste, wie zum Beispiel Hochzeiten, sind nur noch mit maximal zehn Personen erlaubt.

    Foto: Christoph Schmidt

„Ich wusste gar nicht, dass es eine Maskenpflicht gibt“, erzählt Heiner Wamhof, der trotzdem seine Maske trägt. „Ich halte es auf jeden Fall für sinnvoll“. Und auch die drei Freunde Saba Toosaniam , Viktor Yurk und Toni Alshoufi unterstützen die neue Regel: „Ich finde es gut und sinnvoll, weil die Zahlen hochgehen“, sagt Toosaniam und fügt hinzu: „Wenn es viele Leute sind, macht man das ja auch freiwillig“.

Maskenpflicht auf weitere Bereiche ausdehnen

Jene, die weder freiwillig, noch wegen der nun geltenden Pflicht ihr Gesicht bedecken, müssen ab dem heutigen Mittwoch 50 Euro Strafe zahlen. Das erläutert Ordnungsamtsleiter Norbert Vechtel : „Wir haben heute mit den Kontrollen angefangen“, berichtet er am Dienstag, „aber erstmal nur mit freundlichen Hinweisen“. Das ändere sich am Mittwoch. Vechtel bestätigt allerdings den Eindruck, dass die meisten Münsteraner ohnehin eine Maske tragen. Die 50 Blechschilder – inklusiver zehn neuer Schilder, die auf die Maskenpflicht auf dem Domplatz während des Marktgeschehens aufmerksam machen – haben laut Vechtel zwar keine hoheitliche Bedeutung, sollen aber als Appell und Erinnerung dienen. „Wir müssen davon ausgehen, dass es länger dauern wird“.

Zudem lässt Vechtel durchblicken, dass in den kommenden Tagen wohl auch eine Maskenpflicht auf dem Bahnhofsvorplatz eingeführt wird und weitere Straßen und Bereiche, je nach Infektionsgeschehen und je nachdem, ob die Sperrstunde abends zu Menschenansammlungen an gewissen Orten führen wird, hinzukommen könnten.

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