300 Flüchtlinge leben in Gremmendorf
Münster nimmt 90 Flüchtlinge aus Rheine auf

Münster -

Münster hat 90 Flüchtlinge aufgenommen, die zuvor in der Zentralen Unterbringungseinrichtung in Rheine gelebt haben. Sie sollen allerdings nur zwischenzeitlich dort sein. Der Grund ist die Corona-Pandemie.

Freitag, 30.10.2020, 19:30 Uhr
Die Landeseinrichtung auf dem Gelände der York-Kaserne hat 90 zusätzliche Flüchtlinge aufgenommen.
Die Landeseinrichtung auf dem Gelände der York-Kaserne hat 90 zusätzliche Flüchtlinge aufgenommen. Foto: Matthias Ahlke

Die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge, die von der Bezirksregierung Münster auf dem Gelände der York-Kaserne in Gremmendorf betrieben wird, hat am Donnerstag 90 Flüchtlinge aus der ZUE in Rheine aufgenommen. Damit leben aktuell in Gremmendorf 300 Flüchtlinge.

Der Umzug von Rheine nach Münster war erforderlich geworden, weil die ZUE Rheine ihrerseits 155 Flüchtlinge aus Unna aufgenommen hat. Diese Maßnahme stand im Zusammenhang mit einem Corona-Ausbruch in Unna, der eine Quarantäne zu Folge hatte.

Aufenthaltsdauer unbekannt

Wie lange die Menschen nun in der ZUE Münster bleiben werden, lässt sich nach Auskunft der Bezirksregierung „nicht seriös vorhersagen. Für die kommunale Zuweisung ist die Bezirksregierung Arnsberg für ganz NRW zentral zuständig.“ Bekanntlich herrscht in den zentralen Einrichtungen eine größere Fluktuation als in den kommunalen Unterkünften.

Als Folge der Corona-Pandemie sind in den Flüchtlingseinrichtungen des Landes aktuell maximal 65 Prozent der verfügbaren Plätze belegt. Die in Münster immer wieder geäußerte Hoffnung, die ZUE in Gremmendorf könne angesichts sinkender Flüchtlingszahlen überflüssig werden, erhält dadurch einen Dämpfer. In der Auskunft der Bezirksregierung heißt es: „Münster ist nach derzeitigem Planungsstand weiterhin als ZUE-Standort vorgesehen.“

Die Stadt Münster möchte das ZUE-Areal in Gremmendorf gern für die Errichtung eines neuen Wohnquartiers nutzen, kann dies aber nicht. Das Land besteht darauf, dass die Stadt erst einen Ersatzstandort an der Warendorfer Straße schafft. Die entsprechenden Planungen aber kommen nicht voran.

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