Corona-Lage an Münsters Schulen
Frische Luft und 3500 neue iPads bis Weihnachten

Münster -

Schulen gelten in der Corona-Pandemie vielerorts als Hotspots. In Münster ist die Zahl der Infektionen in den Schulen - gemessen an der Schülerzahl - allerdings gering. Die Stadtverwaltung setzt außerdem weiter auf Präsenzunterricht.

Donnerstag, 26.11.2020, 18:25 Uhr aktualisiert: 26.11.2020, 18:45 Uhr
Wollen Präsenzunterricht in Münster gewährleisten: Oberbürgermeister Markus Lewe (l.) und Schuldezernent Thomas Paal
Wollen Präsenzunterricht in Münster gewährleisten: Oberbürgermeister Markus Lewe (l.) und Schuldezernent Thomas Paal Foto: Oliver Werner

Eine positive Nachricht in schweren Zeiten: Die Schulen in Münster sind kein Corona-Hotspot. Die Zahl der Infektionen sei gemessen an der Gesamtzahl von 51.513 Schülerinnen und Schülern gering, hieß es am Donnerstag von Seiten der Stadt. Deshalb lehnt Oberbürgermeister Markus Lewe Schulschließungen aus Gründen des Infektionsschutzes ab, wie er auf einer Pressekonferenz erklärte.

„Die Schulen leisten viel mehr als nur reine Wissensvermittlung“, betonte Lewe. Er verwies dabei auf ein „Minimum an Alltag“ für die Schüler und auf eine Kontrollfunktion bei familiären Schieflagen. „Das alles kann digitaler Fernunterricht nicht ersetzen.“ Zugleich teilte die Stadt mit, dass bis zu den Weihnachtsferien weitere 3500 iPads an Schulen ausgeliefert würden.

Masken auch für Grundschüler empfohlen

Nach den Beschlüssen der Ministerpräsidenten zusammen mit der Bundeskanzlerin am Mittwoch ergibt sich für den Schulalltag in Münster zunächst keine weitere Verschärfung. Eine solche hatte die Stadt Anfang der Woche selbst vorgenommen: „Alle in Schulen tätigen, erwachsenen Personen müssen während des Schultages kontinuierlich eine Maske tragen“, erklärte Schuldezernent Thomas Paal . Damit gehe die Stadt über die Regelung des Landes hinaus. Auch Grundschülern wird das Masketragen empfohlen.

Noch unklar ist, wann die beim Berliner Krisengipfel beschlossene, neue Teststrategie umgesetzt werden kann. Danach soll bei einem Infektionsfall in einer Klasse eine bestimmte Gruppe für fünf Tage in Quarantäne geschickt werden. Dann soll ein Antigen-Test erfolgen. Doch wann die vorgesehenen Test-Sets geliefert werden, wisse man nicht. Dem „obersten Ziel“ folgend, den Präsenzunterricht sicherzustellen, hat sich nach Einschätzung von Paal die Anschaffung von 300 Luftfilter-Anlagen für schlecht zu belüftende Klassenräume gelohnt – „eine schnelle und unbürokratische Lösung“. Allerdings ist die Nachfrage nach den Luftfilter-Anlagen größer, als Geräte vorhanden sind, heißt es. Bei der Verteilung müsse nachgesteuert werden. Die Anlagen seien ein zusätzlicher Schutz dort, wo nicht richtig gelüftet werden könne.

Infektionen können tagesaktuell zurückverfolgt werden

Zufrieden zeigt sich die Stadtspitze mit den entzerrten Anfangszeiten der Schulen : „Jetzt läuft es nach meinem Dafürhalten ganz gut“, sagte Paal unter Verweis auf Nachbesserungen im Bus-Fahrplan. Nächste Woche will man mit Schulen, Eltern und Verkehrsunternehmen eine Zwischenbilanz ziehen.

Man sei noch lange nicht über den Berg, stellte Oberbürgermeister Lewe mit Blick auf die Krise fest. Aktuell könnten Neuinfektionen aber wieder tagesaktuell zurückverfolgt werden.

Länder einigen sich auf Lockdown-Verlängerung

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  • Die Ministerpräsidenten der Länder einigten sich darauf, dass der aktuelle Teil-Lockdown zunächst bis zum 20. Dezember fortgeführt wird. Bei einer Inzidenz von «deutlich» unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und wenn weitere Bedingungen erfüllt sind, haben Länder die Möglichkeit, hiervon abzuweichen.

    Was sonst noch entschieden wurde:

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  • KONTAKTBESCHRÄNKUNGEN:

    Die Ministerpräsidenten der Länder haben im Kampf gegen die anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen für strenge Kontaktbeschränkungen vom 1. Dezember an strengere Regeln angeregt - für Weihnachten und Silvester wird es eine Sonderregelung geben.

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  • PRIVATE ZUSAMMENKÜNFTE:

    „Private Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten sind auf den eigenen und einen weiteren Haushalt, jedoch in jedem Falle auf maximal fünf Personen zu beschränken“, heißt es in dem Beschluss. Kinder bis 14 Jahre seien hiervon ausgenommen.

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  • WEIHNACHTEN UND SILVESTER

    Im Zeitraum vom 23. Dezember bis 1. Januar sind Treffen eines Haushaltes mit haushaltsfremden Familienmitgliedern oder haushaltsfremden Menschen bis maximal zehn Personen erlaubt, heißt es in dem Beschluss. Kinder bis 14 Jahren seien hiervon ausgenommen.

    Die Ministerpräsidenten der Länder rufen die Menschen auf, vor den Weihnachtsfeiertagen in eine möglichst mehrtägige häusliche Selbstquarantäne zu gehen. „Dies kann durch ggf. vorzuziehende Weihnachtsschulferien ab dem 19.12.2020 unterstützt werden“, heißt es. Mit der Selbstquarantäne soll die Gefahr von Corona-Infektionen im Umfeld der Feierlichkeiten so gering wie möglich gehalten werden.

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  • GOTTESDIENSTE:

    Bund und Länder suchen das Gespräch mit den Religionsgemeinschaften, um möglichst Vereinbarungen für Gottesdienste und andere religiöse Zusammenkünfte mit dem Ziel einer Kontaktreduzierung zu treffen. Religiöse Zusammenkünfte mit Großveranstaltungscharakter gilt es dabei zu vermeiden.

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  • SILVESTER:

    Die Ministerpräsidenten der Länder untersagen Silvesterfeuerwerk auf belebten öffentlichen Plätzen und Straßen, um größere Gruppenbildungen zu vermeiden. „Die örtlich zuständigen Behörden bestimmen die betroffenen Plätze und Straßen“, heißt es in dem Beschlussentwurf. Grundsätzlich wird „empfohlen“, zum Jahreswechsel auf Silvesterfeuerwerk zu verzichten - ein Verkaufsverbot ist demnach aber nicht vorgesehen.

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  • MUND-NASE-BEDECKUNG:

    Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, die etwa im ÖPNV oder Handel gilt, wird erweitert. Künftig soll sie auch vor Einzelhandelsgeschäften und auf Parkplätzen gelten. Gleiches gilt für alle Orte mit Publikumsverkehr in Innenstädten, auch unter freiem Himmel, an denen sich Menschen entweder auf engem Raum oder nicht nur vorübergehend aufhalten. Die Festlegung der Orte und der zeitlichen Beschränkung obliegt den örtlichen Behörden.

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  • HOCHSCHULEN UND UNIVERSITÄTEN:

    Hochschulen und Universitäten sollen grundsätzlich auf digitale Lehre umstellen - mit Ausnahme von Labortätigkeiten, Praktika, praktischen Ausbildungsabschnitten und Prüfungen.

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  • SCHULEN:

    In Regionen mit deutlich mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gilt künftig ab Klasse sieben grundsätzlich eine Maskenpflicht auch im Unterricht.

    In „besonderen Infektionshotspots“ wird es demnach in älteren Jahrgängen außer Abschlussklassen schulspezifisch „weitergehende Maßnahmen für die Unterrichtsgestaltung“ geben, beispielsweise Hybridunterricht.

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  • WIRTSCHAFT, KULTUR, REISEBRANCHE, SOLOSELBSTSTÄNDIGE:

    Auch die staatlichen Hilfen für betroffene Betriebe werden bis zum 20. Dezember verlängert. Diese seien für Unternehmen und Beschäftigte essenziell und ein wichtiges Element für die hohe Akzeptanz der notwendigen Schutzmaßnahmen bei den Bürgerinnen und Bürgern, heißt es. Die Ausgaben für diese Unterstützung im November werden auf 15 Milliarden Euro beziffert.

    Vorgeschlagen ist auch, Hilfsmaßnahmen für Branchen, die absehbar in den kommenden Monaten weiterhin «erhebliche Einschränkungen» hinnehmen müssten, bis Mitte 2021 zu verlängern. Genannt werden die Kultur- und Veranstaltungswirtschaft, Soloselbstständige und die Reisebranche.

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  • HOMEOFFICE:

    Arbeitgeber sollten prüfen, ob die Betriebsstätten entweder durch Betriebsferien oder großzügige Homeoffice-Lösung vom 23. Dezember bis 1. Januar geschlossen werden könnten. Damit solle bundesweit der Grundsatz „Stay at Home“ („Bleibt Zuhause“) umgesetzt werden.

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  • HANDEL:

    Die Bevölkerung wird aufgerufen, Weihnachtseinkäufe möglichst auch unter der Woche zu tätigen.

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  • KRANKENHÄUSER/PFLEGE:

    Der Bund will für besonders gefährdete (vulnerable) Gruppen, etwa Patienten in Krankenhäusern und Bewohner von Pflegeheimen, Senioren- und Behinderteneinrichtungen, ab Anfang Dezember 2020 gegen eine geringe Eigenbeteiligung 15 FFP2-Masken pro Person zur Verfügung stellen. Zudem sind je Pflegebedürftigem 20 Schnelltests pro Woche vorgesehen.

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  • REISERÜCKKEHRER:

    Der Entwurf sieht vor, dass die häusliche Quarantäne bei Reiserückkehrern und Kontaktpersonen einheitlich auf zehn Tage im Regelfall festgelegt werden soll - gerechnet ab dem Tag der Einreise beziehungsweise dem letzten Tag des Kontakte.

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  • SOZIALVERSICHERUNG:

    Der Bund stabilisiert die Sozialversicherungsbeiträge bei maximal 40 Prozent, indem er darüber hinausgehende Finanzbedarfe zumindest bis 2022 aus dem Bundeshaushalt deckt. In diesem Rahmen prüft der Bund, wie eine steuerfinanzierte Stabilisierung der Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung vor dem Hintergrund der hohen coronabedingten Mehrkosten aussehen könnte.

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